Tresorpic von GV Horst und Rick Kay

Tresorpic von GV Horst und Rick Kay

Wir haben uns mit Legenden der Club-Kultur auseinander gesetzt. Mit noch geöffneten Clubs und mit leider geschlossenen. Dabei ist uns die Frage in den Sinn gekommen, von welchen Clubs DJs wohl am meisten schwärmen. Diese 15 Clubs haben wir ausgewählt. Natürlich kann diese Liste nicht vollständig sein. Aber vielleicht ist sie für euch eine Motivation, uns eure Lieblingsclubs mitzuteilen.

Tresor, Berlin, Deutschland

Der Techno-Club schlechthin! Seit der Eröffnung 1991 wurde der 1926 erbaute Tresorraum des Wertheim-Kaufhauses zum weltweiten Synonym für Techno. Residents im alten Tresor waren u.a Tanith, Jonzon und Rok, aber auch viele internationale DJs wie Jeff Mills, Juan Atkins, Blake Baxter, Robert Hood, Kevin Saunderson oder DJ Rolando spielten regelmäßig hier.

Tanith über den Tresor:
„Kaum eine Location war mehr Techno als der alte Tresor, die rohe Beschaffenheit spiegelte sich in den Sets wider. Wo sonst wurde aus jedem gespielten Track ein Statement der Härte, egal wie soft er eigentlich war? Wenn sonst Clubs gerne dazu verleiten, aus Gefälligkeit softer zu spielen, im Tresor war das genaue Gegenteil der Fall. Dazu eine Crowd, der es nicht zu abgedreht oder abstrakt genug sein konnte. Keiner kam davon unbeeindruckt wieder raus.“

 

 

fabric

Fabric, London, UK

London hatte schon viele ‚Super-Clubs‘. Angefangen mit dem Ministry Of Sound und endend mit der Fabric. Seit dem 29.10.1999 zieht der von Keith Reilly und Cameron Leslie gegründete Club nun schon die Massen in die drei Räume, von denen ‚Room One‘ mit seinem vibrierenden Dancefloor am beeindruckendsten ist. Freitag herrschen in der Partyreihe Fabriclive gebrochene Beats, während samstags bei der von Craig Richards und Terry Francis gehosteten Partyreihe Techno und House auf der Speisekarte steht. Diese wird immer wieder auch mit deutschen DJs wie Innervisions, Ricardo Villalobos oder Ellen Allien garniert.

 

 

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Omen, Frankfurt, Deutschland

Das Omen ist eine Legende und für viele Techno-Fans und Väthischisten immer noch der Techno-Club schlechthin. Der Club befand sich in einem mittlerweile abgerissenem Parkhaus in der Junghofstraße in Frankfurt am Main und existierte in den Jahren 1988 bis 1998. Auch wenn Sven Väth nur einer der drei Inhaber neben Michael Münzing und Matthias Martinsohn war, stand der Club für Sven Väth und seine musikalische Vision. Nach dem sogenannten Abschiedswochenende wurde das Omen am 19. Oktober 1998 geschlossen. Der letzte gespielte Track war Astral Pilot“ „The Day After“.

Toni Rios über seine Zeit im Omen:
„Das erste Mal habe ich 1996 im Omen aufgelegt. Die Stimmung dort war immer unglaublich und einzigartig. Die Gäste sind sofort auf die Tanzfläche gerannt und wollten tanzen. Es gab kein Rumgestehe am Rand. Es sei denn, man musste etwas trinken, weil es so heiß war. Sehr gerne erinnere ich mich an meinen 25. Geburtstag, den ich im Omen mit Chris Liebing und Der 3. Raum gefeiert habe. Das Motto lautete: Kaffeefahrt ins Omen.“

 

Berghain, Foto von Nicor
Berghain, Berlin, Deutschland
Für viele jüngeren Clubgänger ist das Berghain der beste Techno-Club der Welt. Im Berliner Ortsteil Friedrichshain beheimatet – der Name leitet ab aus Friedrichshain-Kreuzberg – werden hier von Freitagnacht bis Montagmittag wilde Partys gefeiert, für die viele Techno-Touristen sogar extra nach Berlin fliegen. Das Berghain entstand aus dem früheren Berliner Technoclub Ostgut und befindet sich in einem ehemaligen Heizkraftwerk in der Nähe des Ostbahnhofs. Über eine Stahltreppe gelangen die Gäste in den eigentlichen Clubraum des Berghain, in dem 500 Personen Platz finden. Die Funktion One-Anlage, die diversen Darkrooms, der legendäre Türsteher Sven Marquardt und die ultralangen Schlangen am Eingang haben zum Ruf beitragen. Ebenso wie das Verbot von Fotos oder Videoaufnahmen im Inneren des Gebäudes.

 

 

twilo

Twilo, New York, USA

Von 1995 bis 2001 war das Twilo in New York der In-Club in den USA. Der Warehouse-Stil mit der gigantischen Soundanlage von Steve Dash, die er Phozon nannte, lockte nicht nur jedes Wochenende Tausende New Yorker an die 530 West 27th Street. Der Club hatte die ganze Woche über mindestens einen Raum geöffnet. Freitags spielten DJs wie Sasha, Paul van Dyk, Carl Cox, Richie Hawtin, Danny Tenaglia, Jeff Mills, Steve Lawler oder Sven Väth im Twilo, während die Gay-Samstage von Junior Vasquez bestritten wurden. Ebenfalls wichtig zu dieser Zeit waren der Tunnel, das Roxy und die Sound Factory.

John Digweed über das Twilo:
„Das Twilo ist ohne Zweifel der beeindruckendste Club, in dem ich je gespielt habe. Wenn man den Club nicht erleben durfte, hat man etwas verpasst. Das Soundsystem, die Lightshow und der gesamte Vibe waren einfach besonders.“

 

 

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Pacha Ibiza, Spanien

Pacha ist weit mehr als nur eine Diskothek. Pacha ist eine weltweit bekannte Marke geworden. Neben dem sicherlich bekanntesten Pacha-Club auf Ibiza gibt es weitere Franchise-Partner, die das Logo mit den zwei miteinander verbundenen Kirschen nutzen, in München, in Rio de Janeiro, in Marrakesch, in New York City, in Sydney und in Dubai. Das bekannteste Pacha liegt in Ibiza Stadt im Neubauviertel Ibiza-Nova, in unmittelbarer Nähe zum Yachthafen. Anfangs in einer alten Finca beheimatet, bietet es, nach einigen Ausbauten, aktuell Platz für 3000 Personen. Auch wenn es hier viele kommerzielle Abend wie David Guettas F*** Me I’m Famous-Nacht gibt, haben doch auch immer wieder undergroundigere Acts wie Solomun ihre Nächte hier. Und das macht den Flair des Pacha aus – alles kann, nichts muss.

Chris Liebing at Cocoricò, Italy in January, 2015 by Endofcity

Chris Liebing/Cocoricò/January, 2015 by Endofcity

Cocoricò, Riccione, Italien
Die Meinungen zum vielleicht berühmtesten Club Italiens, dem Cocoricò in Rimini gehen weit auseinander. Für einige DJs laufen hier nur Drogenopfer herum und für andere ist die Stimmung in dem Club, der seit 1989 besteht, unschlagbar. Bis zu 6.000 Menschen können hier zusammen feiern. Und das machen sie auch.

Timo Maas über das Cocoricò:
„Cocorico: Das erste, was mir zu dieser absoluten italienischen Legende einfällt, ist eine andere absolute Legende: Cirillo! Homie seit den mittleren 90ern und DER Resident im Cocorico… was haben wir geraved dort über die Jahre… in heutiger Zeit wahrscheinlich DER club in Italien für Techno und ravigen Sound . Mega enthusiatische Crowd und sehr spezielle Vibes…besonders, wenn morgens die Sonne durch die Glaspyramide hereinscheint…Klassiker.“

 

kaufleuten

Kaufleuten, Zürich, Schweiz
Auch wenn heutzutage DJs wie Afrojack, Hardwell oder Steve Aoki, der Club in der Zürcher Innenstadt ist eine Institution und hat schon viele große Namen am Pelikanplatz begrüßen dürfen. Und das angeschlossene Restaurant ist auch immer einen Besuch wert.

Tom Novy über das Kaufleuten:
„Die frühen Partys im Kaufleuten waren wild und exzessiv. Ich lernte dort Dani König, den Resident kennen, dessen Donnerstag im KL viele Jahre legendär war. Später veranstalteten wir hier zusammen die Kosmonaut-Partys. Nach einer der heftigeren Partys dort haben wir uns total betrunken gegenseitig für das Kult Magazin in Zürich interviewt. Das Kaufleuten war und ist eine Institution.“

 

grelle
Grelle Forelle, Wien, Österreich
Die Grelle Forelle existiert seit Winter 2011 und hat sich in dieser Zeit zu einem der angesagtesten Clubs im deutschsprachigen Raum gemausert. Der Club liegt am Donaukanal in der Nähe des Universitätszentrums und besteht aus zwei Floors: einem kleineren Kitchenfloor und dem größeren Mainfloor. Bis zu 700 Personen können hier gleichzeitig feiern. Und das passiert regelmäßig.

Xenia Beliayeva über die Grelle Forelle:
„Ich mag Locations am Wasser, die haben von Natur aus einen Pluspunkt bei mir. Ich mag Bodenständigkeit und Liebe zum Detail. Ich mag die Forelle, weil sie authentisch ist. Ich mag die Macher, weil sie ihren Club mit Herz betrieben und keinen Wert auf V.I.P’s und Schnösel legen. Die Forelle ist Techno, so wie Techno sein soll. 2 Floors, Platz für 700 Gäste, tolles Licht, super Sound und eine Terrasse mit Blick auf den Donaukanal. Wenn man nicht gerade ein notorischer Nörgler ist, wird man in diesem Club an jedem Abend glücklich. Die Forelle ist einfach nur liebenswürdig!“

cocoon-club

Cocoonclub, Frankfurt, Deutschland
Der ‚Nachfolger‘ vom Omen und Sven Väths Baby – das war der cocoonclub in Frankfurter Fechenheim. Berühmt wurde der 1.500 Besucher fassende Club durch sein extravagantes Design und seine Kombination aus Club, Restaurant und Lounge. Der Club, dessen Errichtung angeblich 10 Millionen Euro verschlungen hat, war eine Anlaufstelle für Fans von Sven Väth, DJ Karotte, Toni Rios, C-Rock, Richie Hawtin, Ricardo Villalobos, DJ Hell oder Tiefschwarz.

rex club

Rex Club Paris – Bild von Alban Gendrot

 

Rex-Club, Paris, Frankreich
Der wichtigste Techno-Club in Paris. Und das seit vielen Jahren. Jeder große Name hat hier schon gespielt und das Publikum ist immer eine Offenbarung. Ein Muss für jeden Touristen, der die oftmals lange Schlange nicht scheut. Vielleicht hat man ja Glück und Laurent Garnier spielt an dem Abend.

 

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Zouk, Singapur, Singapur
Das Zouk in Singapur fasst 3000 Personen und wurde 1991 in einer Lagerhalle nahe dem Singapore River eröffnet. Im Laufe der Jahre wurde der Club um weitere Räume erweitert. Regelmäßig wird das Zouk zu den besten Clubs der Welt gewählt, und die Besucher des Clubs wissen warum. Hier ist alles am richtigen Platz. Nur Schmutz sucht man hier vergeblich. Im Main Floor Zouk läuft hauptsächlich Techno, während im ruhigeren Velvet Underground House gespielt wird. Seit 2004 existiert in Kuala Lumpur in Malaysia ein weiterer Zouk-Club.


womb

Womb, Tokio, Japan
Selbst Europäer kennen das Womb. Zumeist nur aus Erzählungen, aber durch die Berlin-Tokio-Verbindung von Westbam und Takkyu Ishino spielten auch immer wieder deutsche Künstler in dem tollen Club in Shibuya.

Frank Müller über das Womb:
„Als das Womb im Jahr 2000 öffnete war klar, ‚der Laden rockt‘. Und so kam es auch, als Tokyo endlich aus dem Dornrösschenschlaf erwachte,
offnete der Tempel im Herzen von Shibuya seine vier Etagen. Es dauerte nicht lange, und die DJs aus aller Welt gaben sich die Klinke in die Hand. Als Abwechslung zum großen Floor gibt es noch drei weitere Lounges. Ich hatte in den 15 Jahren einige großartige Events dort und spiele dort immer wieder gerne. es gibt in Asien einige größere Clubs aber kaum bessere.“

D-Edge, Sao Paulo, Brasilien
Der bekannteste Club Südamerikas bietet seinem Publikum neben brasilianischen Künstlern auch viel europäische DJ-Kunst an. Ellen Allien, Oliver Huntemann, Ricardo Villalobos sind nur einige Namen, die Inhaber Renato Ratier ins D-Edge einlädt. Die Stimmung ist gewaltig, die Soundanlage ebenfalls. Ein Muss für jeden Sao Paulo-Besucher.

 

Bild von Andreas Praefcke

Bild von Andreas Praefcke

BAR25, Berlin, Deutschland
Unvergessen für viele Berliner und Berlin-Besucher. Die Bar am Spreeufer zwischen der Holzmarktstraße und dem Nordufer in Berlin-Friedrichshain sorgte in den sechs Jahren ihres Bestehens für unzählige After Hour-Geschichten. Wer nicht alles schon betrunken oder druff in die Spree gefallen ist… Nach der fünftägigen Closing-Party im September 2010 wurde das Gelände mit Restaurant, Musikbühne, Feuerplatz, Hostel und Spa-Bereich geräumt.

 

 

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