Electronic parade festival melbourne

GHB ist vielen als Vergewaltigungsdroge und unter dem Namen K.O.-Tropfen bekannt. Aber einige kennen es auch als liquid Ecstasy und es wird wie Ecstasy zum Spaß und freiwillig genommen. In geringer Dosis betäubt es nicht bis zur Ohnmacht, sondern wirkt euphorisierend. Zwischen dem gewünschten Effekt und einer Überdosis liegen nur wenige Milliliter. Auf dem Electric Parade Music Festival in Melbourne, Australien haben sich rund 25 Personen mit Liquid Ecstasy überdosiert.

Auf dem Festival in Melbourne ging anscheinend eine nicht geringe Menge GHB umher. Nachrichten berichten, dass das Festival mit der Droge geradezu überflutet gewesen sei. Offensichtlich haben viele Leute das flüssige Ecstasy konsumiert, um noch mehr Spaß auf dem Festival erleben. Weil es eben schwierig zu dosieren ist, kann es schnell passieren, dass aus Spaß eine nicht ungefährliche Überdosis wird. 30 Festivalbesucher wurden ins Krankenhaus eingeliefert, 25 von ihnen hatten GHB konsumiert. Einige konnten sich relativ rasch unter ärztlicher Aufsicht wieder regenerieren, bei manchen blieb der Zustand jedoch kritisch.
Auch außerhalb des Festivals, in einem nahe gelegenen Park, kollabierten Personen wegen zu viel GHB. Bei den eingelieferten Patienten wurde nicht nur GHB festgestellt, zusätzlich wurden auch andere Substanzen im Blut festgestellt.

Paul Holman, Leiter des Rettungsdienstes im Bundesstaat Victoria, teilte den Medien mit, dass dies die höchste Zahl an Überdosen sei, die man seit langem auf Musikveranstaltungen erlebt habe. „Dass es heute Nacht keine Toten gab, ist mehr Glück als alles andere,“ sagte er zu den örtlichen Medien. GHB ist auch für erfahrene Rettungssanitäter und Mediziner eine listige Angelegenheit. Konsumenten mit einer Überdosis fallen in einen komaartigen Zustand.

Noch einige Tage vor dem Festival kündigten die Veranstalter eine Null-Toleranz Politik gegenüber Drogen auf dem Festival an.
„Angesichts aktueller Meldung über potentiell lebensgefährliches MDMA oder Ecstasy raten wir dringend davon ab, dass du illegale Substanzen bei der Veranstaltung kaufst. Du kannst die möglichen gesundheitlichen Schäden und Risiken nicht sicher einschätzen, die die von dir gekaufte Substanz mit sich bringen.“ So hieß es auf der Facebook-Seite.

Außerdem wurden auf dem Festival insgesamt 40 Personen von der Polizei wegen Drogenbesitz festgenommen. Das beschlagnahmte Drogen-Repertoire reichte von Cannabis, Ecstasy, Ketamin, Kokain bis hin zu LSD. Eine Null-Toleranz Politik hat augenscheinlich wenig gefruchtet. Laut Angaben der Polizei sei es fraglich, ob es die Veranstaltung weiterhin geben werde. Das Festival sollte eigentlich am darauf folgenden Sonntag weiter nach Sydney ziehen.

Immer öfters und in relativ kurzen Abständen hört man von Drogenunfällen in Australien. Überdosis hier, stark verunreinigtes Zeug dort. Harm-Reduction und Safer-Use Organisationen versuchen ihr Bestes um Vorfälle wie die auf dem Electric Parade Musik Festival zu vermeiden. Drug Checking wurde in dem Bundesstaat Victoria des Öfteren schon diskutiert, bislang blieb es jedoch verboten Drogen vorab untersuchen zu lassen.
Zwar ist es sehr fragwürdig, ob das bei den Überdosen GHB irgendetwas gebracht hätte. Jedoch wäre eine Aufklärung zu Dosierung bestimmt sinnvoll gewesen.

 

 

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