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Fünf Jahre nach dem Debütalbum schickt Acid Pauli den Nachfolger „BLD“ ins Rennen. Und die Vorfreude weicht schnell der Freude, wenn man die ersten Takte hört. Martin Gretschmann, so heißt der Gute im wirklichen Leben, sprudelt nur so über vor Spielfreude. Fernab von 08/15-Tanzmusik defragmentiert er den Dancefloor, schichtet die Essenz Stein für Stein wieder auf, aber natürlich in eigener Klangfarbe, Reihenfolge und mit eigenem Taktgefühl. Das ist großes Kino, denn es plätschert, zittert, wabert nur so vor sich her, wo sonst oft gähnende Kreativleere herrscht. Seine verspulten Tripsreißen dabei Konventionen über den Haufen, versprühen Virtuosität und psychedelische Freudentränen, die Stimmung reicht von himmelhoch-jauchzend über melancholisch- weltschmerzverzerrt bishin zu brüllend-heiter. Herrlich. Jeder Track hat so viele Abzweige und Umwege zu bieten, dass man kaum hinterherkommt, ein großes Werk. 10/10 Dieter Horny