Tale Of Us – Endless (Deutsche Grammophon)

Das italienische Duo beglückt seit Jahren die Dancefloors rund um den Globus mit ausgezeichneten Tracks und Remixen. Umso überraschender, dass Matteo Milleri und Carmen Conte auf ihrem Debütalbum einen großen Bogen um ebendiese machen und stattdessen ihre ganze Musikalität und Virtuosität in die Waagschale werfen, um mit „Endless“ ein Album zwischen Neoklassik und Ambient. Um es vorweg zu nehmen, das gelingt den beiden wirklich sehr gut, die Einladung zu diesem Trip kann man nicht ausschlagen. „Definizione Dell Impossibile“ eröffnet die Reise. Sanft oszillierend und mit knisternder Spannung, bevor dann die Streicher die Spannung lösen und den Himmel öffnen. „Alla...

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Kangding Ray – Hyper Opal Mantis (Stroboscopic Artefacts)

Ganz nach der tiefgängigen, sinnlich anmutenden, beinahe sakralen Art des Labels ist Kanding Rays erster Langspieler auf Lucys Stroboscopic Artefacts aufgebaut wie ein Triptychon. Drei Scheiben, die sich in Hyper, Opal und Mantis aufteilen. Die drei Tracks auf Hyper, „Rubi“, „Lone Pyramids“ und „Epsilon“, geben sich düster, sehr energetisch und verkörpern tiefes Verlangen. Auf Opal erzeugen „Purple Phase“, „Dune“, „Soul Surfing“ und „Outremer“ dunkle Bilder vor dem geistigen Auge, die sich nur schwer einordnen lassen. Auf Mantis folgt mit den letzten drei Titeln „Onde Mantis“, „Saudade“ und „Laniakea“ die scheinbare Erlösung, doch fern ab der Erleichterung, es ist viel...

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Of Norway – The Loneliest Man In Space (Connaisseur)

Endlich wieder ein Album von Of Norway. Und das hat es in sich: Das Projekt entstand aus jahrelangen Experimentieren mit neuen Equipment. Niemand hatte die Absicht ein Album zu releasen. Auf „The Loneliest Man In Space“ sind die besten Tracks dieser Zeit des Ausprobierens selektiert worden: Hypnotische Synthiesequenzen im Einklang mit eindrucksvollen Soundatmosphären und Beats, die mit unglaublich viel Liebe zum Detail gebaut worden. Geschickt spielen sie dabei mit der Räumlichkeit: Manchmal wähnt sich der Hörer in den Weiten Norwegens, manchmal wird er mit einem Element des Tracks allein gelassen. Ein stilsicherer Mix aus Harmonie und ergreifender Monotonie, der...

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Clark – Death Peak (Warp Records)

Der britische Künstler Clark bringt mit „Death Peak“ sein achtes Album auf Warp heraus. Stilistisch hält der in Berlin residierende Musiker sich alles offen, benutzt viele Samples und erschafft so zu Anfang noch warme Klanglandschaften, die im weiteren Verlauf des Albums in sich einstürzen und zu einer düsteren, surrealen und epischen Geschichte verschmelzen. „Butterfly Prowler“ und „Peak Magnetic“ lassen das Album mit melodischem Techno beginnen, aber bereits in den Disharmonien, die Clark verwendet, baut sich eine gewisse Unruhe und Spannung auf. Die Tracks beinhalten vielfältige Samples, die Clark auf Tonband aufnahm und dann weiterverarbeitete. Dadurch umgibt die Stücke ein...

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Dark Sky – Othona (Monkeytown)

Mit „Othona“ melden sich Dark Sky nach fast zweijähriger Pause auf ihrem Stammlabel Monkeytown zurück. Es ist ihr zweites Album, nach dem 2014er Werk „Imagin“, welches ebenfalls auf Monkeytown erschien. Auf „Othona“ vermengen Matt Benyayer und Thomas Edwards aka Dark Sky Einflüsse aus Techno, UK Bass Music und klassischer Electronica zu einem einzigartigen Gemisch. Außerdem haben die Tracks alle einen leichten Rave-Charakter. Inspirieren ließen sich die beiden Londoner von gemeinsam unternommenen Reisen, die sie unter anderem nach Bradwell-On-Sea und zu einem verfallenem ehemaligen römischen Fort names „Othona“ führte. Alle Stücke auf „Othona“ haben die Gemeinsamkeit, dass sie für das...

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Acid Pauli – BLD (Ouïe)

Fünf Jahre nach dem Debütalbum schickt Acid Pauli den Nachfolger „BLD“ ins Rennen. Und die Vorfreude weicht schnell der Freude, wenn man die ersten Takte hört. Martin Gretschmann, so heißt der Gute im wirklichen Leben, sprudelt nur so über vor Spielfreude. Fernab von 08/15-Tanzmusik defragmentiert er den Dancefloor, schichtet die Essenz Stein für Stein wieder auf, aber natürlich in eigener Klangfarbe, Reihenfolge und mit eigenem Taktgefühl. Das ist großes Kino, denn es plätschert, zittert, wabert nur so vor sich her, wo sonst oft gähnende Kreativleere herrscht. Seine verspulten Tripsreißen dabei Konventionen über den Haufen, versprühen Virtuosität und psychedelische Freudentränen,...

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Tobias. – Eyes In The Center (Ostgut Ton)

„Eyes In The Center“ ist das dritte Solo-Album des Berliner Soundtüftlers Tobias Freund. Freund ist schon seit Mitte der 1990er Jahr in tief in der Techno-Szene verankert. Er hat schon mit Ricardo Villalobos, Max Loderbauer und Atom TM zusammengearbeitet und betreibt darüber hinaus sein eigenes Studio, Non Standard Studios, in dem schon Producer wie Ben Klock, DJ Tennis, Tale Of Us oder Matias Aguayo arbeiteten. Wer jetzt allerdings denkt, dass sein neues Solo-Album ein klassisches Techno-Album geworden ist, der irrt. Laut eigener Beschreibung ließ Tobias. sich auf dem Album vom „Geist“ des Post-Punk und Industrial leiten. Was jetzt nicht...

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Klute – Read Between The Lines (Commercial Suicide)

Meine erste Begegnung mit Klute aka Tom Withers hatte ich Ende der 80er Jahre. Ich war 14 Jahre alt, Drumandbass gab es noch nicht und Klute spielte (und spielt noch heute) Schlagzeug in der Skatepunk-Band The Stupids. Mitte der 90er traf ich wieder auf Klute. Diesmal in Form seiner frühen Veröffentlichungen auf Commercial Suicide. Bereits damals empfand ich Klutes Produktionen als herausragend und schlichtweg einzigartig. Düster und gleichzeitig sphärisch, verspielt und trotzdem perfekt für den Dancefloor. 2017 schickt Klute mit „Read Between The Lines“ sein achtes Studioalbum ins Rennen. Und auch heute überraschen mich seine musikalische Vielseitigkeit und sein...

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Shed – The Final Experiment (Monkeytown)

Unter dem Namen Shed veröffentlicht René Pawlowitz jetzt seit 13 Jahren Musik, die zwischen Club und HiFi-Anlage oszilliert. Seine drei bisher veröffentlichten Alben wurden von Fans wie Kritikern gleichermaßen begeistert aufgenommen und ebneten Pawlowitz den Weg zu einem immer zahlreicher werdenden Publikum. Sein neustes Werk „The Final Experiment“ macht da keinen Unterschied. Shed vermengt Breakbeats mit graden Beats und hat seinen musikalischen Kosmos noch einmal ein gutes Stück erweitern können. Waren seine bisherigen Alben häufig von Dub und UK-Bass beeinflusst, lässt er sich jetzt mehr auf Rave-Sounds ein, denen er mit Breakbeats den nötigen Wumms gibt. Obwohl er im...

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HGich.T – Therapie wirkt (Tapete Records)

Na endlich wieder ein neues Album des Gaga-Kollektivs, frischer Stoff für die legendären Live-Shows. HGich.T präsentieren uns ein 13 neue Machwerke voller Esprit, Tiefgang und musikalischer Vielfalt. Hier dreht es sich wieder um die elementaren Themen irdischen und außerirdischen Lebens (Hauptschule, Pferde, Kot, Sex) garantiert aufgenommen unter betreuter Aufsicht – die Therapie wirkt wirklich. Gassenhauer wie „Der Junge mit dem Knüppel“ oder „Eins zwei Nackidei“ wechseln sich gekonnt mit philosophischen Gabba-Randnotizen wie „Uhu Arsch“ ab. Das menschliche Gehirn, es bleibt für immer ein Rätsel, aber es kann so unfassbar gewichtige Poesie in Musikform produzieren. Das Leben wäre ohne DJ...

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Talaboman – The Night Land (R&S Records)

John Talabot und Axel Boman bringen mit „The Night Land“ ihr erstes gemeinsames Album heraus. Das spanisch-schwedische Duo tritt seit einigen Jahren immer wieder auf, bisher erschien aber nur eine EP unter dem gemeinsamen Namen. „Sideral“ war 2014 ein Release auf Studio Barnhus und Hivern Discs, den Labeln von Boman und Talabot. Für „The Night Land“ haben sich die beiden jedoch R&S Records als Plattform ausgesucht, auch weil ein Album gar nicht richtig geplant war. Dass aus den gemeinsam produzierten Stücken ein Album wurde, war eher Zufall. Das hört man auch bei „The Night Land“ heraus, das spielerisch mit...

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DJ W!LD – Techno City (W)

DJ W!LDs Hip-Hop-Vergangenheit wird dem Hörer seines neuen Albums mit jedem Track bewusst: Wie sonst könnten House-Jams wie „Street Religion“ oder „Americana“ nur so swingen und mit einer charmanten Old-School-Ästhetik keinen Tänzer mehr ruhig stehen lassen? Dabei zeichnet sich „Techno City“ durch eine erfrischende Vielseitigkeit aus, sodass die Album-Tracks in den verschiedensten Venues stattfinden könnten. DJ W!LD experimentiert hier mit dem Sound klassischer Drum-Maschines, rarer Synthies und gesuchter Samples, verbunden mit modernen Ansätzen. In der elektronischen Musik gibt es selten Konzepte, die auf Albumlänge überzeugen, doch gerade durch die Vielfalt und die detailverliebten Interludes, schafft es DJ W!LDs „Techno...

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