Keno – Around The Corner (Agogo)

David Hanke ist zurück mit seinem Keno-Projekt, auf dem er wunderbare Downbeats abbildet, wie sie Anfang der 00er noch in aller Ohren waren. Seine Musik ist hervorragend komponiert und vermittelt den Eindruck von Wohlfühlcharakter mit pathetischen Streichern (“Merrythought“) oder schon fast dubbig anmutenden Bässen (“What Remains“). Hinzu kommen Einflüsse aus Hip Hop (“All Else By Far“) oder treibende Percussions (“Spines & Rays“). Mein Liebling ist neben dem formschönen “Shadowlights,“ das lässig groovende “Where’s The River High“. Das Album stellt eines der besten Lounge / Downbeatalben ever dar und wird mich als Soundtrack in der nächsten Zeit immer begleiten –...

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Nightmares On Wax – Shape The Future (Warp)

  Auch nach 25 Jahren liefert George Evely aka DJ E.A.S.E. auf seinem Heimatlabel großartige Musik ab. Die Mischung aus Dub, Soul, Hip Hop und Elektronik macht N.O.W. zu einem der begehrtesten Electronica-Pioniere unserer Zeit. Die elf neuen Titel untermauern diesen Status ein weiteres Mal, er wirkt noch gereifter, spiritueller, wie man auf “Tell My Vision“ oder auf der tiefgreifenden, Gospel-beseelten und HipHop-infizierten Auskopplung “Citizen Kane“ erleben kann. Dazu gesellen sich Ausflüge in Reggaegefilde (“Tomorrow“) oder auch jazzig angedeutete Soulbereiche mit typischen N.O.W. Streichern (“Typical“). Bemerkenswert ist das housig-perkussive “Gotta Smile“, das neue Herangehensweisen an Musik von George offenbart....

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WhoMadeWho – Through The Walls (Embassy of Music)

Auf ihrem sechsten Studioalbum klingen WhoMadeWho auf eine angenehme Art und Weise erwachsen. Bei ihren unterschiedlichen persönlichen Hintergründen und ihrer Liebe zur Vielfalt ist es ihnen hier gelungen, ein Album aus einem Guss zu produzieren. Man spürt weiterhin die Freude der Band, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Der Opener „Neigbourhood“ führt die Hörer auf einen Trip und gibt die Richtung vor, in die sich die Dänen bewegen: Hymnenhafter Dancepop, der aber nie in billige Effekte abdriftet. WhoMadeWho verwandeln die ihnen anhaftende Melancholie in Tunes, die immer uplifting erklingen und einen mit gutem Gefühl zurücklassen. Nach vielen verschlungenen...

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Tale Of Us – Endless Remixes (Deutsche Grammophon)

Nach dem gefeierten Debütalbum im März 2017 von Tale Of Us erscheinen nun endlich die zugehörigen Remixe. Da das Album der beiden Connaisseure auf einzigartige Weise ihre Interpretation elektronischer Musik als Hybrid von Ambient, Klassik und Sounddesign zeigt, fragt man sich nun, in welche die Richtung die Remixer gegangen sind. Diese sind keine geringeren als Rødhad, Scuba aka SCB, Kettenkarussell, Monoloc, Antonio Ruscito und Sebastian Mullaert. Was wie eine vielseitige Kombination aussieht, klingt auch so: Sphärischer House kommt von Kettenkarussell, die „Alla Sera“ geremixt haben. Sebastian Mullaert gibt „Dilemma“ eine unglaublich träumerische, melancholische Note. Rødhad interpretiert „Ricordi“ als düsteren,...

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Högni – Two Trains (Erased Tapes)

Der isländische Sänger Högni präsentiert sein Solodebütalbum. Bekannt wurde er vor allem als Sänger der Bands Hjaltalin und GusGus. Der Titel nimmt Bezug auf die beiden einzigen Lokomotiven, die es jemals auf Island gegeben hat, sie halfen zwischen 1913 und 17 den Hafen der Hauptstadt Reykjavik zu erbauen – und damit das Zeitalter der Moderne auf der abgelegenen Insel im Nordatlantik anzustoßen. Musikalisch spiegelt sich das in tuckernden Rhythmen und metallischen Sounds wieder, dazu gibt es chorale Arrangements (traditionell männlich, entstanden in der Ära des Erstarkens eines eigenen und romantischen Nationalgefühls im 19. und frühen 20. Jahrhundert). Obendrüber thront...

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Björk – Utopia (Embassy Of Music)

Ich glaube Björk braucht gar keine große Einleitung. Legende und so weiter. Jetzt kommt ihr neues Album Utopia auf Embassy Of Music. Mal schauen, ob sich da wer zu sehr auf dem Legendenstatus ausgeruht hat? Natürlich nicht! Ihre Stimme ist wie immer bezaubernd. Manchmal ganz nahe, manchmal überdimensional und dann wieder distanziert. Das führt dazu, dass mit über 14 Tracks ein emotionaler, vielschichtiger Soundtrack entstanden ist, dessen Produktion eine der besten dieser Tage ist. Allen voran geht das Flötenorchester Björks. Doch damit nicht genug, ständig werden Aspekte des musikalischen Zeitgeists gepickt und mit klassischen Elementen zu einem organischen Hybrid...

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Tunnelvisions – Midnight Voyage (Atomnation)

Ein Album für alle Gelegenheiten: „Midnight Voyage“ wird man mit höchster Wahrscheinlichkeit auf den verschiedensten Floors dieser Welt wiederfinden. Open-Air am Nachmittag oder bei -13 Grad im Club-Keller. Man wird es aber auch bei der Listening-Session im heimischen Wohnzimmer hören. Oder auf dem Kopfhörer während der Arbeit. Doch Tunnelvisions macht keineswegs Hintergrundmusik, sondern produziert mit Liebe und Hingabe detailverliebte, wunderschöne Tracks, die kaum deeper sein könnten. Beispiele gefällig? „Uele“ kombiniert Tribal-Percussions, sinnliche Female-Vocals, durchdringende Basslines und treibende Drums zu einem tanzbaren Track. Im Tempo selten weit über 120 BPM beheimatet, ist immer für eine stimmige Portion Groove gesorgt. Vocals...

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Miyagi – Scene From A Dream (Lost Diaries)

Wenn der Herbst ein perfektes musikalisches Ebenbild suchen würde, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er es hier finden wird. Melancholisch, bewegend, ruhig, aber mit starkem Bezug zum Dancefloor kommt „Scene From A Dream“ daher. Dabei ist es kein reines Clubalbum, sondern findet sich mit seinen ruhigen Interludes wie „Meeting You“, veredelt mit den Vocals des bezaubernden Lazarusman, definitiv auch in einigen Chill-Out-Playlisten wieder. Soundtechnisch extrem sauber und organisch produziert, dominieren warme, drückende Drum Grooves und schwebende, mächtig dunkle Pads das Geschehen. Gelayerte Field-Recordings, rare Synthesizer und modernste Studiotechnik verleihen Miyagis deeper elektronischer Musik ihren ganz eigenen Anstrich. Besonders...

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FM Belfast – Island Broadcast (World Champion Records)

Normalerweise muss man mit Pressetexten zu neuen Releases immer mehr als vorsichtig umgehen. So stand in der Ankündigung zu FM Belfasts viertem Album „Island Broadcast“ so etwas wie „Indie-Pop-Perlen mit Dancefloor-Potential“. Schon sind die Kopfhörer an gestöpselt. Die Umgebung: Gemütliches Wohnzimmer, Zimt-Plätzchen und Kakao. Doch schon ab dem ersten Moment würde ich das Wohnzimmer gerne gegen einen Club oder wenigstens meine Auto-Anlage tauschen. Die Dancefloor-Anleihen in Form von druckvollen Drum Maschines, rollenden Synthbässen und quirligen Arpeggios sind einfach zu verführerisch. Hier trifft großes Sounddesign auf gefühlvolles Songwriting. Gerade die kontrastierende Inszenierung von überdimensionalen Hooks und feingesponnen Frickelsounds im Vers...

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Hanne & Lore – 10 Jahre Remix Compilation (Heulsuse)

Ufda-ufda-ufda-tätära! Hier ist es, das 16. und somit neueste Werk aus dem Hause Heulsuse – dem Label von Hanne & Lore. Die zwei Ostwestfalen haben dazu musikalische Weggefährten um Remixe gebeten. Und was ist dabei rausgekommen? Tippitoppi gelungene Neuinterpretationen. Bereits der Auftakt mit dem Andhim-Remix zu „Chateau de Krawall“ ist absolut dancefloortauglich. Kommt am besten um 04:00 Uhr morgens im vernebelten, stickigen Houseclub. Das „Whatif“-Rework von Tube & Berger prescht im ordentlichen Discobeat nach vorne. Absoluter Ohrenschmaus ist „Samba Oleg“ im The-Glitz-Remix, der abgedrehteste Track der Platte. Die (wenn man so will) progressivsten Nummern sind der Beitrag von Zombie...

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Marc DePulse – Kontrollverlust (Einmusika)

  Mit seinem zweiten Longplayer liefert der Leipziger DJ und Produzent Marc DePulse zehn neue Tracks. Im Gegensatz zu vielen anderen Alben sticht hier der Titeltrack ganz besonders hervor. Was auch kein Wunder ist, wenn die Vocalistin Xenia Beliayeva heißt. Mystisch und doch gefühlvoll leitet sie durch den Track und gibt dem sonst schon gelungenen Arrangement den letzten Schliff. Ansonsten kommt das Album ohne Vocals aus, was es aber nicht weniger interessant macht. Ob nun verspielt und deep, wie bei „Hats Off“ und „Sienka“ oder synthgeladen wie bei „Better Be Nice“ – Kontrollverlust bietet eine gelungene Abwechslung. Besonders Hervorzuheben...

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Remute – Limited (Remute)

  Jetzt mal im Ernst, warum releast Wizard Remute sein neuestes Werk auf einer 3,5“ Floppy Disc? Nach dem ersten Durchlauf von „Limited“ bin ich überzeugt – Es ist einfach diese wunderbare Sound-Ästhetik, die jede Verwirrung über das Format verschwinden lässt. Remute schafft es, zeitgemäßen Wumms in seine Tracks zu bringen, der gleichzeitig wie Techno aus den Anfängen des Computerzeitalters klingt: Bit-Crush as Fuck. Doch nicht nur prägnante Effekte beeinflussen dieses Soundbild, auch die Soundquellen selbst entstammen überwiegend dieser Zeit, wie zum Beispiel „Orchester Hit“ unschwer erkennen lässt. In diesem Rahmen experimentiert Remute äußerst kreativ und liefert Banger wie...

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