Fink – Resurgam (R’COUP’D/Ninja Tune)

Für sein sechstes Studioalbum hat sich der ehemalige DJ Fin Greenall in die heiligen Hallen von Großmeister Flood gewagt. In seinem Studio entstanden schon so manch legendäre Alben wie Depeche Modes „Violater” und „Songs Of Faith And Devotion” und „Mellon Collie And The Infinite Sadness” von den Smashing Pumpkins. Das kann einem schon mal Respekt einflößen. Was Flood – wie bei all seinen Arbeiten zuvor – gelungen ist: Fink klingen wie Fink, nur irgendwie anders. Waren die letzten beiden Longplayer noch unter der Leitung von Billy Bush (Garbage, Beck) entstanden und eindeutig auf Pop ausgelegt, macht „Resurgam” zwei Schritte...

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Francesco Tristano – Piano Circle Songs feat. Chilly Gonzales (Sony)

Der Luxemburger Musiker Francesco Tristano widmet sich auf seinem neuen Album komplett seinem Lieblingsinstrument, dem Klavier – ohne elektronische Geräte oder andere begleitende Instrumente. Hier steht mehr die Komposition als die Improvisation im Mittelpunkt. Der Albumname weißt auf die kreisförmige Natur der Stücke hin, die Titel folgen der kompositorischen Form ABA. Melodien wehen umher, die sich durch das exzellente Klavierspiel Tristanos prachtvoll entfalten. Harmonisch führt uns das Tasteninstrument in ein ausgeglichenes und intensives Klangbad. Für vier Tracks begleitet ihn Chilly Gonzales, die beiden entwickeln dabei ein sehr angenehmes Miteinander und Wechselspiel. Pures Pianovergnügen für die ruhigen Momente des Tages...

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Orchestral Manoeuvres In The Dark – The Punishment Of Luxury (RCA/ Sony Music)

Orchestral Manoeuvres In The Dark gehören zum Sound der Achtziger dazu wie Schulterpolster, Leggins und Pailletten zum Look dieser Ära. Mit dem Unterschied, dass die Musik der britischen Band zeitlos ist – selbst wenn die Mode teilweise ein Revival erlebt, tut sie es mehr als Kopie denn als Weiterentwicklung. Das trifft auf OMD ganz und gar nicht zu. Die Band ist seit 40 Jahren kreativ, neugierig und bleibt dabei doch stets sie selbst. Nachdem sie mit Alben wie „Architecture and Morality“ (1981) und „Dazzle Ships“ (1983) den Klang der frühen Achtziger entscheidend mitgeprägt hatten und mit „Enola Gay“, „Electricity“...

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Odesza – A Moment Apart (Counter Records)

Wie schaffen Odesza den Spagat große Pop-Hymnen, die von einem immer größeren Publikum gefeiert werden, mit detailverspielten, cineastischen Produktionen zu kombinieren? Keine Ahnung, aber ihr neuestes Album strotzt nur so vor Kreativität und Pop-Attitüde. Verzerrte Analog-Drums treffen auf liebliche Vocals. Solides Songwriting auf ausgefeiltes Sounddesign. Manchmal mehr an den Zeitgeist angelehnt, manchmal weniger. Manchmal ein Clubhit, manchmal feinste Home-Listening Session. Odesza bezaubern mit larger-than-Life-Instrumental-Tracks in abgespacten Synthesizerwelten und kombinieren diese mit stimmigen akustischen Ansätzen, was überraschend gut funktioniert. Dieser hybride Sound wird noch von perfekt ausgewählten Vocalfeatures ergänzt, deren Parts niemals cheesy sind, sondern ausgezeichnetem Electro-Pop noch einen drauf...

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Bicep – Bicep (Ninja Tune)

Auf dem britischen Vorzeige-Imprint Ninja Tune releast ein Duo, das seit einiger Zeit zu den aufstrebenden Acts der elektronischen Tanzmusik gehört, sein Debutalbum: Nach unzähligen Auftritten auf EPs, Compilations und Festivals jeglicher Coleur war die Zeit reif für ein Werk, das ihre gesamte musikalische Vielseitigkeit manifestiert. Eines vorweg: Hört es euch von vorne bis hinten an, mindestens dreimal! Elektronik am Puls der Zeit. Mit einem Auge auf der Tanzfläche und einem auf Frickel-Sounds. Lebendig, original und mit Songwriting in verschiedenen Stilen. Quirlige Synthieflächen erzeugen Klanghypnose. Versierte Drumpatterns lassen die Zeit still stehen. Raue aber harmonische Flächen bringen für einen...

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UNKLE – The Road Pt. 1 (Songs For The Def/Alive)

25 Jahre nach Projektgründung und 20 Jahre nach dem ersten UNKLE-Album legt James Lavelle sein fünftes Studioalbum vor. Sieben Jahre sind seit dem letzten Werk „Where Did The Night Fall“ vergangen. Sieben Jahre, in denen Lavelle alles andere tat, als sich auszuruhen. Live-Performances, neue Tracks mit diversen Künstlerkollegen sowie zahlreiche Kunstprojekte hielten ihn auf Trab, bis vor drei Jahren das Bedürfnis aufkam, ein neues UNKLE-Album zu produzieren. Zum ersten Mal alleinverantwortlich, aber wie gewohnt mit zahlreichen Gästen. Zum Beispiel Langzeitkollaborateur Mark Lanegan, mit dem das düstere „Looking For The Rain“ entstand. Ebenfalls bereits vorab gab es die Single „Cowboys...

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Lapalux – Ruinism (Brainfeeder/Ninja Tune)

Stuart Howard alias Lavalux liefert sein drittes Album. Wie schon bei den beiden Vorgängern setzt sich der Brite mit dem menschlichen Bewusstsein auseinander, in diesem Fall vor allem mit dem Schwebezustand zwischen Leben und Tod. Diesen Schwebezustand spürt man in seiner Musik, die Tracks tanzen zwischen Horizont, Himmel und Erde. Lavalux baut seine Soundpaletten zwischen Breaks und Industrial auf, wirft sie um, stapelt sie neu. Das lässt er seinen Hörer auch nicht zu knapp spüren. Es fiepst und bricht durch Mark und Bein. Brutale Landschaften, die in sich zusammenfallen, auferstehen, aber auch Licht und Hoffnung transportieren. Begleitet wird das...

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Steffi – Fabric 94 (Fabric)

Dieses Mal ziert ein kleines Käferlein das Cover der neuen Fabric Compilation und setzt damit die Tradition ungewöhnlicher Designs und Darstellungen gekonnt weiter fort. Musikalisch hält Steffi ebenfalls locker mit. Erfrischend, im Vergleich zu vielen anderen Ausgaben, konzentriert sie sich auf eine überschaubare Anzahl an Titeln (15 nämlich), anstatt den Mix maßlos zu überfrachten. Die Künstler und das Label (es handelt sich quasi um ein Dolly Portrait), lassen keinen Zweifel aufkommen, um welche Gangart es sich bei diesem Mix dreht. Denn Answer Code Request, Dexter, Duplex oder Afik Naim stehen für die härteren Beats im Leben, wobei Voiski mit...

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Rey & Kjavik – Rkadash LP (Katermukke)

Auf seinem ersten Album präsentiert der hessische Künstler Rey & Kjavik eine Seite, die wohl einigen sehr fremd vorkommen könnte. Fremd zum einen, da die Klänge des Long-players zu einem großen Teil sehr orientalisch geprägt sind, zum anderen, dass derartige Sounds eher selten auf seinen bisherigen Releases zu finden waren. Und doch erkennt man beim Hören, dass diese Evolution seines Sounds keine Eintagsfliege ist, sondern Teil eines langen, durchdachten Prozesses ist. Der Sound ist warm, teils hypnotisch und lang-sam wie beim Titeltrack, „Saraswati“ oder ganz speziell „Baba City“. Teils sind sie auch eher nach vorne gerichtet, wie bei „Escape“...

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Uto Karem – Waking Up The Neighbours (Agile Recordings)

  Obwohl Uto Karem seit vielen Jahren zur gefeierten DJ- und Produzenten-Riege gehört kam es erst vergangenen Monat zum Release seines ersten Albums. Nach zahlreichen Singles, EPs und Remixen wollte der Italienischer den doch eher kurzweiligen Veröffentlichungen ‚entfliehen’ und seine Ideen und Gedanken in einem langlebigeren Format festhalten. Für „Waking Up The Neighbours“ hat sich Uto Karem seit der Ankündigung in 2014 nun viel Zeit gelassen, saß lange an einzelnen Sounds ohne Druck und Stress. Heraus kam ein 12 Stück starker Langspieler, der seine doch deutliche Handschrift trägt. Techno von vorne bis hinten, mit vielen melodischen Anleihen, Percussions und...

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Max Richter – Out Of The Dark Room (Warner)

Der britische Komponist mit deutschen Wurzeln hat in den letzten Jahren viele bedeutende Alben und Soundtracks veröffentlicht, so wie z. B. sein achtstündiges Opus „Sleep“, seine „Recomposed“-Variante der vier Jahreszeiten von Vivaldi oder zuletzt die musikalische Adaption von Virginia Woolfs Werken. Dabei bewegt er sich immer sehr souverän an den Schnittstellen zwischen (Neo)Klassik, Electronica, Ambient und weiteren Klangexperimenten. Auf „Out Of The Dark Room“ hat er nun selbst seine wichtigsten Songs seiner Soundtracks versammelt, auf zwei CDs gibt es Stücke von „Waltz with Bashir“, „Sarahs Schlüssel“, „Das Mädchen Wadjda“, „The Congress“, „Testament Of Youth“ und „Disconnect“. Dabei wirkt die...

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Jacek Sienkiewicz – 9702 (Recognition)

Mit seinem neuesten Longplayer „9702“ bringt uns der gefühlt seit Ewigkeiten im elektronischen Musikbusiness vertretene Jacek Tracks, Soundschnipsel, Recordings, ungeordnete Produktionen und Tools, die er zwischen den Jahren 1997 und 2002 aufgenommen, aber nie veröffentlicht hat. Das heißt man hört mal breakbeatartige Beats, die zusammen mit scheinbar ungeordneten Cembalo Klängen eine weirde Mischung ergeben, wie etwa in „2000X“, mal hört man aber auch ein technoides Grundkonzept zusammen mit chordig deepen FXs und einem Gitarrensample, wie in „Overlooked“. In „MM95 Sad“ hört man dann aber zum Beispiel nur Vinylrauschen und kurze Synthieschnipsel. Das mag insgesamt chaotisch wirken, wenn man sich...

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