Roni Size/Reprazent – New Forms (Mercury)

In Momenten wie diesen fühle ich mich gleichermaßen alt wie jung: Das mehr als zu Recht gefeierte Debüt-Album von Roni Size/Reprazent, „New Forms“, feiert seinen 20. Geburtstag. 20 Jahre, da machen wir uns nichts vor, sind eine lange Zeit. Gerade in der so schnelllebigen wie jungen Geschichte der elektronischen Musik. Umso überraschender, dass das mit dem Mercury Award ausgezeichnete Album, das Drumandbass äußerst clever in den Live-Kontext packte, heute noch so frisch und zeitgemäß klingt, wie damals 1997. Grund genug, diesen Klassiker der gebrochenen Beats, vielleicht sogar der elektronischen Musik im Allgemeinen, neu aufzulegen. Inklusive zeitgemäßem Master, neuen Remixen...

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Yeah But No – Yeah But No (Sinnbus Records)

Douglas Greed + Fabian Kuss = Yeah But No. Es hätte schlimmes passieren können, als das sich ein Techno-Produzent mit einem Sänger zusammenschließt um ein Album zu realisieren. Doch wer bei „Yeah But No“ das erste Mal auf Play drückt, der wird Zeuge eines musikalischen Feuerwerks. Aber nicht so, wie ihr jetzt vielleicht denkt. Sondern eher eine betörende Mischung aus solidem Songwriting, Frickel-Electronica und der wundervollen Klangquelle des Gesangs. Auf dem 10-Track-starken Album erwarten den Hörer tiefgehende Downtempo-Tracks wie „New Again“, quirlige Sound-Collagen alá „Hold It All Back“ und ja, auch knackige House-Beats in „The Way We Chose“. Ich...

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Monkey Safari – Odyssey (Hommage)

Wenn Musiker aus dem Spektrum der elektronischen Tanzmusik ein Album veröffentlichen, finden sich meistens Tracks, die man gemeinhin als „Listening Music“ bezeichnet. Anders die beiden Brüder aus Halle aka Monkey Safari. „Oddysey“ ist ein Club-Album von Clubmusikern und diese Authentizität steht Monkey Safari sehr gut: Der Opener „Prologue“ geht in die richtige Richtung, nämlich nach vorne mit den bewährten Zutaten an groovende Drums, deepe Synthesizer-Soundscapes und analogen Experimenten. Trotzdem sind Monkey Safari auf eine beeindruckende Vielfalt auf Albumlänge fokussiert. Kompromisslose Bretter wie „From The Purple Sky“ treffen auf äußerst vielschichtige, deepe und verwunschene Tracks wie „Smalltown“. Eines ist ganz...

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Lindstrøm – It’s Alright Between Us As It Is (Smalltown Supersound)

Der Norweger „King Of Space Disco“ Lindstrøm veröffentlicht sein fünftes Soloalbum. Im Vordergrund steht hier seine Liebe zu Synths und Arpeggios. Neun Tracks, die eine Space-Disco-DNA in sich tragen, diese aber unterschiedlich interpretieren. So strömt „Spire“ auf seiner Reise eher diesen klassischen Cosmic-Vibe aus, während „Tensions“ schon weit mehr forward geht. „Sorry“ mit einem Hauch Italo und viel Romantik – auch dank der Vocals. „Shinin“ (feat. Grace Hall), die Singleauskopplung, spielt sehr viel mit Pop-Elementen und „Drift“ bietet die ganze Tiefe des Raumes um sich episch zu entfalten. Ein rundes Album, das definitiv nicht enttäuscht und zeigt, dass Lindstrøm...

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Dave Clarke – The Desecration of Desire (Skint/BMG)

Nach einer gut 14 Jahre andauernden Album-Pause meldet sich Dave Clarke mit einem eindrucksvollen und dunklen Longplayer zurück. Kein stumpfes, funktionales Techno-Album – The Desecration of Desire umfasst zehn Titel, die Clarkes tiefe musikalische Wurzeln offenbaren und mit verschiedenen Einflüssen wie New Wave, Punk und Industrial spielen. Zusammen mit einigen Kollaborationspartnern, wie Mark Lanegan, der unter anderem Anfang der 2000er für die Alternative Rock Band Queens of the Stone Age sang, Mt. Sims, Louisahhh, Gazelle Twin oder Anika erzeugt der in Amsterdam lebende Dave Clarke eine große Menge Energie, die sich nicht nur innerhalb des Albums aufbaut und entlädt,...

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Album-Tipp – Extrawelt – Fear Of An Extra Planet (Cocoon)

Sie sind zurück: Extrawelt, die zwei Gallionsfiguren in der Liga der Liveacts, präsentieren ihr langersehntes drittes Album, das erneut auf Cocoon Recordings erscheint und erneut so einiges her macht! „Fear Of An Extra Planet“ ist geprägt von mystischen Klängen, schwellenden Synthies und vor allem Bass. Interessant sind gerade die Tracks, die sich Extrawelt-typisch bei anderen Genres bedienen und im gewohnt minimalistischen Stil adaptiert werden. Allen voran „Oddification“ und „Gentle Venom“, die mit ihrem subtilen Breakbeat einen mitreißenden Vibe kreieren. Aber auch „Das Große Flimmern“, „Silly Idol“ oder „Punch The Dragon“ begeistern mit ihrer besonderen Atmosphäre sowie ihrem durchdachten Aufbau und...

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Grandbrothers – Open (City Slang)

Nach ihrem gefeierten Debütalbum aus dem Jahre 2015, legt das Düsseldorfer Duo Grandbrothers den Nachfolger „Open“ nach. Ihren einzigartigen Sound saugen sie lediglich aus einem Konzertflügel, der mit elektromagnetischen Hämmern und weiteren Modulen präpariert wurde und der dadurch ein einzigartiges und komplexes Klangerlebnis bietet. Erol Sarp am Flügel und Lukas Vogel, der in Echtzeit die Töne samplet, filtert, verzerrt. Das Ergebnis ist eine spektakuläre Klangreise, ein wunderbar-ausufernder Ritt auf den Saiten. Die Grandbrothers haben ihren Sound weiterentwickelt, es klingt runder, tiefer und geht mehr in die Breite. Mit dem Opener „1202“ deuten sie diese Bandbreite an, die dann nachfolgend...

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Anja Schneider – SoMe (Sous Music)

Neues Label, zweites Album, raus aus der Komfortzone. Denn wer hier den sonstigen Technodrive von Fr. Schneider erwartet, wird ihn so eher nicht wiederfinden und das ist auch mal ganz gut so. Ihr House, das Chicago und Detroit beinhaltet, lässt sich bestens genießen, am besten bei einem chilligen Sundowner. Ragga und Broken Beats (“WMF“), trippige Themen (“Sanctuary“ mit, man höre und staune, den Stereo MC’s – Kollabos gibt’s!) und zum Ende hin tatsächlich auch ein paar techy Styles (“Got Me With A Bang“) sowie 90’s Rave (“Night Out“) und ein gemütlicher Ausklang skizzieren das Spektrum, das die Berlinerin umzusetzen...

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Moullinex – Hypersex (Discotexas/!K7)

Disco ist nach den 70ern eigentlich immer back! Doch zurück auf Anfang: Luis Clara Gomes kann zunächst mit einem Eye-catching Comic-Cover punkten, das nach 70er Machart konzipiert ist. Musikalisch kaprizieren sich die Inhalte auf simple discoide Rhythmusabläufe, die mit netten Melodien und leichter Vocalarbeit gezuckert sind (“Love Love Love“). Würde ein Stück wie “Morse Code“ mit knackigem Bass, verzerrten Funkgitarren-like eingesetzten Synthies und Vocoder-verzerrten Stimmen von Daft Punk kommen, würde das Teil abgefeiert bis zum Erbrechen, so bleibt es wohl nur eine Randnotiz. Vielseitiges Album, das von smoothen Exkursen (“My Ladybug“) bis zu fetter Gay-Electro Disco (“Open House“) alles...

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Komfortrauschen – Plaste (Springstoff)

Komfortrauschens Ansatz analoge Instrumente mit technoidem Sound zu verbinden zahlt sich aus. Auch ihre zweite EP ist ein phänomenales Zusammenspiel von Drums, Gitarre und Bass. Ob treibend, fluffiger Sound wie bei „Hank“ oder eher düster, minimal wie bei „Malo“, mit „Plaste“ zeigen die drei Jungs von Komfortrauschen, dass es nicht unbedingt immer nur Synthesizer in der elektronischen Musik bringen müssen. Vor allem „Massefha-se“ bringt Komfortrauschens Wurzeln im Jazz zum Vorschein. Easy, entspannt, groovy. Die gesamte EP zeigt sich verspielt und abwechslungsreich. Ein gelungenes Gesamtkon-zept einer sehr anderen Performance von minimalem Techno. 8/10 Max...

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Hurts – Desire (Sony BMG)

Denke ich an Hurts, denke ich an deren Anfänge. Cooler Look, cooles Auftreten, coole Musik voller Achtziger-Zitate. Das war vor rund sieben Jahren. Seither hat sich einiges getan. Vor allem an seinem Sound hat das Duo aus Manchester geschraubt, ihn immer mehr in Richtung Pop getrieben. Die Band, die einst aus der Not heraus entstand, weil nichts anders funktionieren wollte – ein letzter Versuch quasi – ist heute eines der erfolgreichsten Pop-Duos überhaupt. Und hier macht auch Album Nr. 4 keinen Unterschied. „Desire“ strotzt vor Pathos, eingängigen Melodien und großen Gesten. Das muss man mögen, oder man hasst es....

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Radio Slave – Feel The Same (Rekids)

Irgendwann wurde Matt Edwards zum Sklaven derjenigen Geister, die er selbst heraufbeschworen hatte: Technoproduktionen ohne Ende, Umzug nach Berlin und komplettes Abtauchen in die Szene, dann der Absturz und Reset mit Konzentration auf Familie und gemächlicher Lebensweise. Und so kann der beatlose Opener für ein Umdenken seiner Lebenseinstellung sein, die aber nichts daran ändert, dass er House und Techno trotzdem treu bleibt, wie das kantige arhythmische (“Forana“,“101“) unterstreicht. Und sofort befindet er sich mit housigem Detroit-Touch (“Feel The Same“) mitten im Geschehen und auf der Tanzfläche – seine Produktionsskillz sind beeindruckend wie eh und je. Es fiept wie gewohnt,...

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