Rey & Kjavik – Rkadash LP (Katermukke)

Auf seinem ersten Album präsentiert der hessische Künstler Rey & Kjavik eine Seite, die wohl einigen sehr fremd vorkommen könnte. Fremd zum einen, da die Klänge des Long-players zu einem großen Teil sehr orientalisch geprägt sind, zum anderen, dass derartige Sounds eher selten auf seinen bisherigen Releases zu finden waren. Und doch erkennt man beim Hören, dass diese Evolution seines Sounds keine Eintagsfliege ist, sondern Teil eines langen, durchdachten Prozesses ist. Der Sound ist warm, teils hypnotisch und lang-sam wie beim Titeltrack, „Saraswati“ oder ganz speziell „Baba City“. Teils sind sie auch eher nach vorne gerichtet, wie bei „Escape“...

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Uto Karem – Waking Up The Neighbours (Agile Recordings)

  Obwohl Uto Karem seit vielen Jahren zur gefeierten DJ- und Produzenten-Riege gehört kam es erst vergangenen Monat zum Release seines ersten Albums. Nach zahlreichen Singles, EPs und Remixen wollte der Italienischer den doch eher kurzweiligen Veröffentlichungen ‚entfliehen’ und seine Ideen und Gedanken in einem langlebigeren Format festhalten. Für „Waking Up The Neighbours“ hat sich Uto Karem seit der Ankündigung in 2014 nun viel Zeit gelassen, saß lange an einzelnen Sounds ohne Druck und Stress. Heraus kam ein 12 Stück starker Langspieler, der seine doch deutliche Handschrift trägt. Techno von vorne bis hinten, mit vielen melodischen Anleihen, Percussions und...

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Max Richter – Out Of The Dark Room (Warner)

Der britische Komponist mit deutschen Wurzeln hat in den letzten Jahren viele bedeutende Alben und Soundtracks veröffentlicht, so wie z. B. sein achtstündiges Opus „Sleep“, seine „Recomposed“-Variante der vier Jahreszeiten von Vivaldi oder zuletzt die musikalische Adaption von Virginia Woolfs Werken. Dabei bewegt er sich immer sehr souverän an den Schnittstellen zwischen (Neo)Klassik, Electronica, Ambient und weiteren Klangexperimenten. Auf „Out Of The Dark Room“ hat er nun selbst seine wichtigsten Songs seiner Soundtracks versammelt, auf zwei CDs gibt es Stücke von „Waltz with Bashir“, „Sarahs Schlüssel“, „Das Mädchen Wadjda“, „The Congress“, „Testament Of Youth“ und „Disconnect“. Dabei wirkt die...

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Jacek Sienkiewicz – 9702 (Recognition)

Mit seinem neuesten Longplayer „9702“ bringt uns der gefühlt seit Ewigkeiten im elektronischen Musikbusiness vertretene Jacek Tracks, Soundschnipsel, Recordings, ungeordnete Produktionen und Tools, die er zwischen den Jahren 1997 und 2002 aufgenommen, aber nie veröffentlicht hat. Das heißt man hört mal breakbeatartige Beats, die zusammen mit scheinbar ungeordneten Cembalo Klängen eine weirde Mischung ergeben, wie etwa in „2000X“, mal hört man aber auch ein technoides Grundkonzept zusammen mit chordig deepen FXs und einem Gitarrensample, wie in „Overlooked“. In „MM95 Sad“ hört man dann aber zum Beispiel nur Vinylrauschen und kurze Synthieschnipsel. Das mag insgesamt chaotisch wirken, wenn man sich...

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Deltawerk – Passages (Atomnation)

Deltawerk ist Amsterdams neues Techno-Dreamteam, dass schon mal vorab. Pascal Verstappen, aktiv unter dem Alias Applescal und Hessel Stuut, Teil des Projekts Polynation sind Labelkollegen, debütieren hier gemeinsam unter dem Namen Deltawerk und liefern hier neun Kracher ab. Schon der Einstieg, „Sample“, ist ein wahrer Genuss. Ein über elfminütiger Trip mit trancig-treibenden Oldschool-Noten, mit Druck und Abwechslung dem Sonnenuntergang entgegen. „Passages“ rollt sich durch die Nacht, lässt die Synthies aufblitzen und stampft stoisch weit weit nach vorne. „Stemmen“ läuft wie ein Uhrwerk – elegant und mit choraler Unterstützung. „Corridor“ lässt die alten Mauern erzittern und punktet mit einem gnadenlosen...

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Hard Ton – Party Hard Ton (Luv Shack)

Seit acht Jahren sind Hard Ton an der Discofront aktiv, haben EPs auf Gigolo, Snuff Traf oder Permanent Vacation veröffentlicht. Nun kommt endlich das Debütalbum von Massimo Bastasi und Mauro Copeta auf dem österreichischen Label Luv Shack. Der Titel gibt die Richtung vor, hier wird getanzt und Party gemacht, ohne Kompromisse und mit viel Old-School-Schmäh. Tief in die dunkle Acid-Kiste greift z. B. „Queer Nation“, während „Can You Feel The Love“ in Chicago seine Inspiration abgeholt ab. Der Titeltrack „Party Hard Ton“ versprüht klassische Neunziger Vocal-House-Vibes, Ein rundum vergnüglicher und charmanter Trip durch die Jahrzehnte, ein Kaleidoskop bunter Disco-...

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Umfang – Symbolic Use Of Light (Technicolour)

Kurze Einführung für alle, die UMFANG noch nicht kennen: Es ist der Künstlername, der mittlerweile in Berlin lebenden US-Amerikanerin Emma Burgess-Olson. Sie ist Mitbegründerin des queer-feministischen DJ-Kollektivs Discwoman und in letzter Zeit durch tolle Stücke auf Labels wie 1080p oder Phinery Tapes aufgefallen. Auch auf der Physically Sick-Compilation von Allergy Season war sie vertreten. Auf dem britischen Label Technicolour erscheint mit „Symbolic Use Of Light“ nun ihr erstes Vinyl-Album. Auf der einen Seite präsentiert sie hier sehr direkten, gut durchdachten Techno und auf der anderen skizziert sie Ambient. Interessant ist, dass Burgess-Olsen sich auf nur wenige Geräte konzentriert hat....

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Tube & Berger – We Are All Stars (Kittball)

2012 haben Tube & Berger aus Solingen mit „Introlution“ einen weltweiten Erfolg feiern können. Können sie das mit ihrem neuesten Album „We Are All Stars“ wiederholen? Aber hallo! Noch mehr on Point, ohne cheesy zu wirken. Beeindruckende Vocals, die auch im Club nach vorne gehen. Experimente am Rande elektronischer Tanzmusik. Besonders die Vielseitigkeit des Albums, was sicherlich nicht zuletzt an den Featuregästen wie White Lies, Kingdom oder Richard Jugdes liegt, macht es zu einer absoluten Empfehlung. Der Hörer bekommt Club-Bretter, Ambient-Tracks und Disco-Vibes, die stimmig in einem Projekt vereint wurden. Der Sound ist eine konsequente Weiterführung des „Tube &...

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Super Flu – Musik 3 (Monaberry)

Super Flus drittes Album präsentiert sich sehr vielfältig und teilweise experimentell. Beginnend mit einem kurzen, deepen Intro und gefolgt von elf weiteren Tracks, davon zwei Interludes mit Andhim und Hauschka. Titel wie “Gausa” oder “Insi” kommen dem klassischen und gewohnten Tech-House-Gute-Laune-Sound von Super Flu sehr nahe. Im Kontrast dazu stehen eher mystisch anmutende Tracks wie beispielsweise “mygut” oder der fast schon progressive Titel “Skorr”. Auch zu finden ist gut durchdachter und arrangier-ter Deep House in Form von “K5000” oder das mit Vocals (Ole Biege) bestückte Abenteu-er “Mine*You”. Insgesamt beweisen Super Flu mit dieser Platte Diversität und Einfallsreichtum. 9/10...

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Phoenix – Ti Amo (Atlantic/Warner)

Das französische Quartett veröffentlicht sein sechstes Studioalbum, vier Jahre nach dem bisher letzten „Bankrupt“. Im September 2014 starteten Phoenix mit der Arbeit am neuen Album. In diesen Zeitraum in den folgenden Monaten fiel der Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris – und gegen Ende des Jahres 2015 auch der Anschlag auf die Konzert-Venue Bataclan. Die Welt schein aus den Fugen zu raten, aber zum eigenen Erstaunen klang die Musik, die die Band für „Ti Amo“ aufgenommen hat, sehr sorglos, fröhlich und auch romantisch – voller Lust und verlangen. Phoenix zelebrieren mit unbekümmerten Pop-Melodien das leben, huldigen außerdem ihre südländischen...

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Nick Höppner – Work (Ostgut Ton)

In diesen Tagen erscheint mit „Work“ das zweite Album des Panorama-Bar-Residents Nick Höppner. Man merkt dem Album sofort an, dass Höppner als Produzent gereift ist. Alles wirkt etwas mehr durchdacht und verfeinert. Was ebenfalls sofort auffällt ist die Tatsache, dass das Album nicht nur für den Dancefloor geschrieben wurde. Es finden sich dort neben den klar erkennbaren Club-Tracks auch solche, die zu Hause besser funktionieren. Nick Höppner gelingt es auf dem Album ziemlich gut, die verschiedensten Genres miteinander zu kombinieren und es doch alles stimmig klingen zu lassen. Das wird besonders bei dem Track „All By Themselves (My Belle)“...

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Goldie – The Journey Man (Metalheadz)

The Journey Man (Metalheadz) Wenn der Metalheadz-Boss und Drumandbass-Ikone ein Album veröffentlicht, dann ist das stets eine kleine Sensation. Zwar passt das was Goldie so produziert nur bedingt in den Club-Kontext, dennoch bereichert sein musikalischer Horizont Drumandbass immer wieder um eine musikalische Note und bringt dem Genre als solchem ein Plus an öffentlicher Aufmerksamkeit. Man denke nur an „Inner City Life“ von Goldies Debüt-Album Timeless, das seinerzeit auf sämtlichen Musiksendern rauf- und runtergespielt wurde. Oder die Live-Performance des Albums durch das Heritage Orchestra, mit dem Goldie dieses Jahr auf Tournee gehen wird. Auf The Journey Man verbindet Goldie Drumandbass...

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