Efdemin – New Atlantis (Ostgut Ton)

  Der Berliner Efdemin begibt sich in ein neues Kapitel Techno-geschwängerter Klangkunst. Mit einem schwebenden, lyrischen Intro beginnt „New Atlantis“. Das Album bewegt sich im Spannungsfeld zwischen künstlerischer, experimenteller Musik und drückendem Bassgewummer. Während manche Stücke raumfüllend wirken, mit Cluster-Sounds, sphärischen Beats und verspulten Sequenzen, forschen andere an der Quintessenz von Techno: Was braucht ein guter Techno-Track, was macht ihn aus? Efdemin gestaltet den Sound mit teils ungewöhnlichen, eigenartigen Elementen, die von brachialen Bassgrooves zusammengehalten werden. Mein Favorit ist „Black Sun“, einer der härtesten Tracks auf dem Album, der den Hörer mit Leichtigkeit kontrolliert. 10/10 Basti Gies...

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Gudrun Gut – Moment (Monika)

„Kaltes klares Wasser“, der Hit der Gruppe Malaria!, ist wohl das bekannteste Stück von Gudrun Gut. Das war 1981. Seitdem ist die Wahlberlinerin nicht mehr wegzudenken aus dem Untergrundpop der bundesdeutschen Musikkultur. Seither steht die vielseitige Künstlerin, Produzentin und Labelbetreiberin wohl auch für alles was Anti-Massenkompatibel ist. Sei es bei den Einstürzenden Neubauten, bei der Avantgarde-Punkband Mania D, ihrem Dark-Wave-Projekt Matador oder als Teil des experimentellen Elektropop-Kollektivs Ocean Club. Experimenteller, avantgardistischer Pop mit schrägen doch stets durchdachten Texten. Und eben dieser ist auch auf ihrem mittlerweile dritten Soloalbum „Moment“ allgegenwärtig. Das Spannungsfeld zwischen Pop und Avantgarde, in dem sich...

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Julian Jeweil – Transmission (Drumcode)

Der Franzose eröffnet das neue Jahr mit seinem Debütalbum Transmission auf Beyers Label Drumcode. Elf Tracks werden präsentiert, die sich thematisch allesamt dem Weltraum verschrieben haben – darunter auch drei ruhige und atmosphärische Stücke. Insgesamt ist Transmission jedoch ein Album, das die Nähe der Clubs und Festivals sucht. Dort können sich Tracks wie „Mars“, „Astral“ oder „Futura“ voll entfalten und zahlreiche Raver in ihre Umlaufbahn ziehen. Trotz Jeweils deutlicher Handschrift, die Erinnerungen an einige seiner älteren Stücke auf Popofs Form Music oder Minus wecken, ist Transmission ein typisches Drumcode-Release. Aber vielleicht ist ja genau das eine sehr erfolgsversprechende Kombination....

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Thomas Fehlmann 1929 – Das Jahr Babylon (Kompakt)

Inspiriert von der erfolgreichen Serie „Babylon Berlin“ macht sich Thomas Fehlmann als einer der profiliertesten Electro-Produzenten auf, die Klangästhetik der dunklen Jahre der Weimarer Republik eingehend zu erforschen. Herausgekommen sind 15 bezaubernde Collagen, Tracks und Ambients: Überall knistert und blubbert es, warme Klangflächen erzeugen pure Nostalgie und swingende 20ies-Rhythmen werden mithilfe von Drum Maschines wiederbelebt. Es scheint so, als ob Fehlmann in jedem einzelnen Track eine Facette dieser geschichtsträchtigen Zeit erforschen will. Mal ist es der Glamour, das Ballhaus, mal warnende Stimmen, mal Aufstände – doch das bleibt Interpretationssache. Der Kompakt-Künstler lässt es jedenfalls großen Spielraum. Doch eine Sache...

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Rey & Kjavik – Mountiri (RKJVK)

Es fängt schon mal sehr gut an: Dunkle, epische Soundscapes bestimmen das Klangbild des neuen Albums von Rey&Kjavik. Besonders die cineastischen Ansätze sind dafür mitverantwortlich, dass das Album zu einem zusammenhängenden Hörerlebnis wird. Die meisten Tracks vereinen ein spannendes Sounddesign, sphärisch–mystische Reisen in orientalische Soundgefilde und einen pulsierenden Beat, sodass es kaum reine Dancefloor- oder reine Ambienttracks gibt. Diese Arrangements des Berliner Musikers garantieren einen perfekten Fluss beim Durchhören des Albums. Im Vergleich zu anderen Releases drosselt Rey&Kjavik das Tempo stark, erzeugt aber durch organische Elemente einen starken Sog. Gerade die unzähligen afrikanischen und orientalischen Gesänge, Trommeln und Melodien...

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Daniel Haaksman – With Love, From Berlin (Man Recordings)

Der Ur-Berliner kombiniert auf seinem neuesten Werk die musikalischen Einflüsse vieler Kulturen, was nicht zuletzt an seinen zugezogen Freunden liegt. Herausgekommen ist eine sehr stimmige Kombination aus ethnischen Beats, treibender Bassmusik und bezaubernden Ambient. Hier werden Elemente wie ein Accordeon und eine wummernde 808 vereint ohne für Irritation zu sorgen. Und so ist das Hörerlebnis ein sehr kurzweiliges. Besonders die Mischung aus schnellen Tempi und tiefenentspannten Passagen macht das Album aus. Mein Favorit ist „Love Horns“, das sich perfekt zum Drehen einer Jazzzigarette eignet. 9/10 Basti...

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Fjaak – Havel (Fjaak)

Einen Labelstart mit einem Longplayer hinzulegen ist eher ungewöhnlich, dennoch an dieser Stelle eine gelungene Angelegenheit der drei Deutschen. Im Grunde handelt es sich bei “Havel“ um ein Clubalbum, das breakend mit hartem Beatsetting loslegt (“Version 1.3.3.1.“) und von dieser Einstellung auch im Folgenden nicht wesentlich abrückt. Stücke wie “Take Your Live“ oder “All My Friends Are In The Bathroom“ erinnern stark an die englische Raverszene Mitte der 90er mit hart pushenden Beats und Acidlines. Melodischer Techno (“Martin“), weitere Breaks mit Tobi Neumann am Steuer (“Apollo Tag2“) und gefühlvoller Umgang mit Breakbeats (“Netto“) unterstreichen die Energie, die die Musik...

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BNJMN – Hypnagogia (Delsin)

Der Brite BNJMN veröffentlicht mit Hypnagogia sein bereits drittes Album. Nachdem er 2014 sein Labeldebüt auf Delsin hinlegte, wurde es nun Zeit für ein gebührendes Comeback. Recht mystisch und melancholisch steigt der Berliner ein, bevor es über flächige, chillige Tracks zu den clubtauglichen Sachen übergeht. Alles in allem bleibt das komplette Paket sehr atmosphärisch. Die Tracks nehmen jede Menge Raum und laden teilweise sehr schön zum Abschalten ein. „Titan Dome“, „Hypnagogia“ oder „Theta Wave“ kann man auch auf dem Floor bringen. Tracks wie „Over White Peaks“ oder „Swarm“ sind dagegen eher etwas zum Herunterkommen und Gedanken schweifen lassen. Ein...

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Kevin Saunderson as E-Dancer feat. Virus J –  Infused (Armada Music)

Zusammen mit Virus J hat der legendäre Kevin Saunderson unter dem Namen E-Dancer ein Album produziert, das auch gut als Filmsoundtrack funktionieren würde. 20 Jahre nach seinem Erstlingswerk „Heavenly“ liefert er erstmals neues Material. Mit einem spannenden Rhythmus- und Tempowechsel hat „Infused“ das Potential, auch diesmal ein Meilenstein zu werden. Von einer ruhigen Piano-Untermalung mit lässigen Drums („Anongay“) über spielerische Rasseln („Savage & Beyond“) bis hin zu fünf Minuten hoffnungsvollen und verträumten Momenten („Forces“), bietet das neue Album eine Vielzahl an Diversität. Abgeschlossen mit ruhigen Streichern („Behold“) hat Saunderson gemeinsam mit dem Mitinhaber von Pro-duce Records einen perfekten Final-Track...

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Lonely C – Charles & Tribulations (Soul Clap)

Man muss sich selber nicht so ernst nehmen, um ernst genommen zu werden. Das zeigt uns die eine Hälfte von Soul Clap, Lonely C. Auf seinem neuen Album produziert er ungemein funkige Vocal-House-Bomben, kitschige Pop-Collagen, Arcade-Spielereien oder auch sphärische Tracks ohne Beat. Das alles in dem ihm sehr eigenen analog-getriebenen Sound: Uralte Drummaschines, kaputte Echoes, soulige Vocoder und effektierte Synthie-Pad. Hier wird charmante elektronische Musik mit gutem Songwriting kombiniert, sodass einige Tracks für Freshness auf dem Floor sorgen werden, andere perfekt zum Home-listening sind. 9/10 Basti Gies Charles & Tribulations by Lonely...

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Paul van Dyk – Music Rescues Me (Vandit)

Die Platte des Monats widmet sich dieses Mal einem großen und allseits bekannten Global Player, der nach jahrelangem Engagement in der elektronischen Szene und darüber hinaus kein bisschen an Strahlkraft verloren hat. „Music Rescues Me“ ist das neue und neunte Werk des Berliner Trance-Veteranen Paul van Dyk auf seinem eigenen Label VANDIT Records, das gerade mal 14 Monate nach seinem letzten Album „From Then On“ erschienen ist. Der Titel des Albums ist nicht aus der Sicht des Produzenten zu betrachten, sondern bezieht sich auf die allgemeine Kraft der Musik im übergeordneten Sinne und spricht jeden an, der sich mit...

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map.ache – Vom Ende bis zum Anfang (Giegling)

Jan Barich alias map.ache feierte in diesem Jahr mit seinen beiden Mitstreitern Sevensol & Bender den zehnten Geburtstag des gemeinsamen Labels Kann – u. a. mit der sehr gelungen Compilation „Family Horror X“, die durch eine großartige Trackauswahl bestach. Seine eigenen Produktionen sind ziemlich rar gesät, aber sechs Jahre nach seinem Debütalbum „Ulfo“ ist nun endlich der Nachfolger erschienen. „Vom Ende bis zum Anfang“ umfasst neben Ende und Anfang noch zehn weitere Tracks und ist auf dem Weimarer Label Giegling erschienen, wo der Leipziger auch schon eine EP veröffentlicht hat. Eine sanfte Melancholie durchzieht das Album, die Tracks, so...

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