Soulwax – Essential (Deewee)

So hört sich also das Ergebnis einer zweiwöchigen Klausur an, die einen schlichtweg kruden und radikalen Rundumschlag in der Verquickung von schrägen Tönen und Klängen, gepaart mit progressiven Beats. Dem weniger advanced Listener würden Konnotationen wie nervtötend oder stark gewöhnungsbedürftig über die Lippen kommen, denn manch geloopte Frequenz bewegt sich schon hart an der Schmerzgrenze zumindest was die ersten Schritte dieser Zusammenstellung angeht (“Essential One“). Dann wiederum schwingt sich 90er 4-Fuß-Rhythmik empor, um im stolzen Funkgewand nach vorn zu schreiten (“Essential Three“); leichter Gesang, dicke Bassläufe und perkussive Einheiten komplettieren das Szenario (“Essential Four“). Leichter Minimal-Techno (“Essential Six“), dark...

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Cuthead – Can’t you See (Uncanny Valley)

Mighty Cuthead strikes again. Nach seiner letzten Veröffentlichung auf dem UV-Offshoot „Rat Life Records“ meldet sich Robert Arnold alias Cuthead mit einem acht Tracks starken Minialbum zurück. Wie üblich setzt sich auch „Can’t You See“ aus House und aus Hip-Hop zusammen, wirkt aber dennoch wie aus einem Guss. Die House Tracks sind, wie üblich bei Cuthead, sehr leicht, verträumt und werden von einer Menge Samples getragen. Besonders empfehle ich hier aber das Stück „Schlagzeug fällt die Treppe runter“. Die gesampleten Drums sind grandios. Aber auch die kurzen Hip Hop-Nummern muss man loben, davon könnten sich einige Produzenten etwas abschneiden....

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Enrico Sangiuliano – Biomorph (Drumcode)

  Dieses Konzeptalbum beginnt mit einem Intro namens „Functional Basic Unit of Life“. „Multicellular“ eignet sich hervorragend als Startertrack für ein Set. „Generative Model“ ist Elektro, sehr konzeptionell. „Cosmic Ratio“ ist für mich der erste Killertrack auf diesem Album, bei dem kein Auge trocken bleiben dürfte. Wenn das Hauptthema kommt, sollte es niemanden mehr außerhalb der Tanzfläche halten. „Hidden T“ ist deutlich flächiger, fast trancig. Im Break dann das Hauptthema. Wirklich absolut unglaublich. Gänsehaut. „Arboreal“ ist sehr elektronisch und kommt ganz ohne 4/4-Takt aus. „Symbiosis“ beginnt zunächst etwas harmloser, nimmt aber zusehends an Fahrt auf. „New Damn“ erinnert bereits...

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Leon Vynehall – Nothing Is Still (Ninja Tune)

  Leon Vynehall ist ein Künstler, der sich stetig entwickelt: Von Dancefloor-fokussierten Releases zu etwas vielschichtigerer elektronischer Musik. Diese findet sich auf jeden Fall auch auf seinem Debütalbum „Nothing Is Still“. Inspiriert vom Leben seiner Großeltern geht Vynehall auf die Suche nach dem wärmsten und intensivsten Sound und fügt diesen in ein organisches Beatgerüst ein. Zahlreiche Kollaborationen mit Streicherensembles und virtuosen Solo-Instrumentalisten werden mit vibrierenden Grooves und abgespacten, modularen Effektklängen verwebt. Zum Teil tanzbar, aber immer traumhaft verführerisch. Nostalgische Chord-Texturen treffen auf den Sound der Zukunft. Es wurde schon einiges experimentiert in der elektronischen Musik, doch dieses Album fügt...

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Âme – Dream House (Innervisions)

  Man könnte wirklich glauben, dass man träumt. Das Berliner Duo Âme hat eigentlich nie einen ernsthaften Versuch unternommen, ein Artistalbum zu veröffentlichen. Das ging fast 20 Jahre lang gut nun ist des doch passiert. Und das freut uns sehr, haben uns Frank Wiedemann und Kristian Beyer über die Jahre doch konstant großartige und unverkennbare Clubtracks geliefert. Lange blieb ihnen der Schlüssel zum Longplayer verborgen, nun konnten sie ihre Schatztruhe öffnen – und bieten uns funkelnde Edelsteine. „Dream House“ ist natürlich kein Clubalbum, sondern macht es sich abseits des Dancefloors im elektronischen Dschungel bequem. Wobei man sich auf „bequem“...

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Thyladomid – Places (Traum Schallplatten)

Die Reise fängt sehr verträumt an: Auf dem Opener „A Little Church in Amsterdam“ startet ein organisch-analoger Soundkosmos, der mit zeitgemäßer intelligenter Elektronik verwoben ist. Statt einem Clubalbum macht der Kölner Producer Thyladomid Abstecher in verschiedenste Tonalitäten und Klangästhetiken. Intime Fieldrecordings und eingespielte Gitarren und Pianos machen den Unterschied und sorgen für einen äußerst crispen, warmen Sound, der fast unwiderstehlich ist. Neben einigen gelungen Ambients und verspielten, deepen House-Beats ist es vor allem aber auch die reine musikalische Qualität, die das Hören sehr spannend macht. Alle 14 Tracks des Albums haben eine Geschichte zu erzählen, die man sich perfekt...

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Jazzanova – The Pool (Sonar Kollektiv)

Meistens hat es einen guten Grund, warum gestandene Musiker lange nicht ins Studio gehen um neue eigene Stücke zu produzieren. So auch beim weltweit gefeierten Musikerkollektiv Jazzanova. Zehn Jahre hat es gebraucht bis ihr neues Album „The Pool“ herauskam. Es ist das dritte. Aber wie man schon anhand der einleitenden Worte erahnen kann, waren die DJs und Producer der Formation nicht untätig. Über die Jahre arbeiteten sie an einer Vielzahl verschiedener Projekte. Sie waren auf Tour mit ihrer Live-Band, moderierten Radio-Shows, als DJs legten sie in den renommiertesten Clubs der Welt Platten auf und begaben sich auch durchaus in...

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Paul Kalkbrenner – Parts Of Life (Sony)

Ist Paul Kalkbrenner noch Techno? Jedenfalls beginnt das achte Longplayer-Werk des Berliners mit eben diesen Trompeten, die er als Kunstfigur Ickarus im Kultfilm „Berlin Calling“ im Zusammenhang mit Techno und Titten fordert. Allerdings ist der erste Track des Albums – kurz „Part Eleven“ betitelt – ein jazzy-trippy Masterpiece, das „absichtlich nicht richtig aus dem Knick“ kommt. Aber schon das zweite Stück des 15-Track starken Albums – „Part Three“ – zielt auf die globalen Dancefloors und kombiniert eine Loveparade-Hochzeit-Euphorie-Stimmung mit lateinamerikanischen Vocals und viel Rave-Charme. Ein typischer Kalkbrenner-Knaller. Im weiteren Verlauf des durch und durch überzeugenden Albums trifft der Hörer...

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Henrik Schwarz & Metropol Orkest – Scripted Orkestra (7K!)

An dieser Stelle treffen zwei Ausnahmetalente aufeinander: Henrik Schwarz als ausgewiesener Experte für qualitativ hochwertigen Elektronik(experimental)sound und auf der andere Seite ein Orchester, das sich am liebsten mit elektronischen Gegebenheiten auseinandersetzt. Die Kombination von computergenerierter Musik und akustischen Instrumenten beinhaltet die Herausforderung von der Umsetzung und Konvertierung der digitalen Technologien auf analoge Liveinstrumentation. Die Aufgabenstellung “Arrangement“ hat Henrik in acht Titel meisterlich gelöst, was allein schon der herrliche Opener “Do You Like What You See“ eindrucksvoll belegt. Insbesondere auf Titeln wie “Gygylili“ spürt man die Verwandlung von digitalen Klängen auf die orchestralen Partituren. Discoider House wie “ You’re A...

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Alexander Kowalski – Cycles (Mord)

Der Techno-Produzent Alexander Kowalski macht mit seinem neuen und insgesamt fünften Album auf sich aufmerksam. Vermutlich reicht diese Info den meisten Techno-Fans schon aus, wissen sie doch um die ausgeprägten Studioqualitäten des Berliners, der seit gut zwanzig Jahren mitreißende Rhythmen und Grooves veröffentlicht. Zugegeben, in den letzten Jahren wurde es etwas still um Kowalski, konzentrierte er sich doch vornehmlich um seine anderen Projekte wie d_func oder DisX3. Nun ist er jedoch wieder da und überrollt uns mit einem 13 Track starken Album, das Ende Mai auf Bas Mooys Imprint Mord erscheinen wird. Auch das ist ein kleiner Wink mit...

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CHVRCHES – Love is Dead (Vertigo/Universal)

Kennt ihr das, wenn ein Radiosender verspricht, das Beste von heute und damals zu spielen? Hat ja bisher selten geklappt, dafür gelingt CHRVCHES dieser Spagat bestens: Auf dem 13 Track starken Album „Love Is Dead“ ist der geneigte Hörer ständig hin und her gerissen zwischen purer Nostalgie und absoluter Freshness. Wärmster Synthie-Charme, sehr emotionale Harmonien und eingängige, prägnante Vocalpassagen treffen noch ungehörte Sound-Ästhetiken sowie den aktuellen Zeitgeist. Seit längerer Zeit war es im Genre Electro-Pop eher still, jetzt kann man sich auf das Comeback in einem neuen Sound-Gewand freuen. CHVRCHES klingen niemals cheesy, aber es ist immer Glitzer in...

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Jon Hopkins – Singularity (Domino Records)

Was soll man dazu noch sagen? Jon Hopkins beginnt auf seinem neuen Werk „Singularity“ dort, wo er mit dem Vorgänger „Immunity“ aufgehört hat: Überdimensionale Beats treffen auf emotional aufgeladene, cineastische Flächen. Die ganze Breite künstlerischer Freiheit trifft auf Clubmusik. Ausgeklügeltes, beeindruckendes Sounddesign beginnt bereits bei den Melodien. Der Engländer versteht es bestens, Floor-zerberstenden Tracks einen Trance-artigen Touch zu verleihen. Seine Spezialität sind Basslines, die zunächst eingängig und einfach wirken, den geneigten Hörer jedoch immer wieder mit verspielten Details überraschen. Durch seinen musikalischen Background kann er nahezu ohne Vorbehalte auf die Clubmusik-Szene schauen und fügt so der elektronischen Tanzmusik neue...

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