alexvanratingen

Der junge Produzent Alex van Ratingen ist vielleicht noch nicht jedem aufgefallen, aber das kann man jetzt nachholen. Der Kölner ist ein versierter Produzent, der gekonnt an der Schnittstelle zwischen House und Techno mit einem gewissen Pop-Appeal arbeitet. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt, um ihn besser kennenzulernen.

Los ging es für Alex van Ratingen im zarten Alter von 14, als er begann, in verschiedenen Bands in und um Köln zu spielen. Laut eigener Aussage spielten sie damals eine Mischung aus Punk und Grunge. Im Nachhinein bezeichnet Alex diese Phase als sehr gute und gelassene Zeit, die ihm gleichzeitig auch noch viel für seinen weiteren Weg mitgegeben hat. So sagt er, dass er, wenn er an einem Track arbeite, oft organische Sounds miteinbeziehe. Eine Gitarre zum Beispiel, welche am Ende als Pad im Hintergrund schwimmt, oder er nimmt etwas am Mikrofon auf, was dann später in die Drum-Parts integriert wird. So richtig los mit der elektronischen Musik ging es für ihn aber erst, als sich seine alte Band auflöste. Zu diesem Zeitpunkt war Alex schon öfter in Clubs gewesen und interessierte sich zunehmend für elektronische Musik. Aus diesem Grund tauschte er bald die Gitarre gegen einen DJ-Controller ein und begann, seine Lieblingsstücke aufzulegen. Zum Produzieren sei er dann automatisch gekommen, verrät er uns. Irgendwann entdeckte er Ableton Live und beschäftigte sich eingehender mit dem Programm. Daraus resultierte dann seine Debüt-EP „Brave New World“, die 2012 erschien.

Nach mehreren Solo-Veröffentlichungen hat Alex sich mittlerweile dazu entschieden, wieder mehr mit anderen Musikern zu arbeiten. Er ist der Ansicht, dass Kollaborationen unter Künstlern den musikalischen Horizont extrem erweitern und so unglaublich viele Ideen in den Prozess einfließen. Er erzählt weiterhin, dass er mittlerweile keine Scheu mehr kenne, Musiker, die ihm gefallen, zu kontaktieren und nach einer Zusammenarbeit zu fragen. Besonders in den letzten Monaten sind dabei viele Projekte entstanden.

Zu nennen wäre in diesem Fall seine Zusammenarbeit mit dem Australier PeterSea – diesem folgte er auf SoundCloud und irgendwann ergab sich daraus ein Projekt. Es dauerte auch nicht lange, bis die gemeinsame EP „Ninety“ fertig war, die Mitte letzten Monats erschien. Ebenfalls noch brandneu ist seine Zusammenarbeit mit dem Songwriter Douglas Dare. Alex ist fasziniert von seinem Gesang und seinem Klavierspiel und fragte deshalb, ob er einen von Dares Tracks remixen dürfe. Durfte er – und so erschien sein Remix von „Rex“ vor Kurzem auf SoundCloud. Damit, dass der Remix so viel Support erhält, hätte Alex selbst nicht gerechnet, sagt er, aber es mache ihn sehr glücklich, verrät er. Auch beim Produzieren von Musik ist es sein selbsterklärtes Ziel, dass Leute seine Tracks am liebsten wieder und wieder hören wollen.

Neben solchen internationalen Kollaborationen hat Alex aber auch noch ein anderes Herzensprojekt. Unter dem Namen Technosatt produziert er acidlastigen Techno, der es in sich hat. Der Namenswechsel sei dabei wichtig für ihn gewesen, da Technosatt nicht viel mit den Stücken gemein habe, die er sonst veröffentliche, erklärt er uns. Die Tracks, die unter diesem Namen erscheinen, wird er in naher Zukunft auch als Live-Act auf die Bühne bringen.

Das ist aber noch nicht alles, denn neben Technosatt arbeitet Alex van Ratingen momentan auch wieder mit PeterSea zusammen an neuen Stücken und in diesen Tagen erscheint sein Remix für die finnische Band Pooma. Zusammen mit seinen Club-Shows ergibt sich also ein ganz schönes Pensum. Aber wer mit anderen arbeitet, hat mehr Spaß an der Sache – denn der Weg zu zweit ist halb so weit.

Aus dem FAZEmag 069/11.2017
Text: Daniel Matthias
www.facebook.com/alexvanratingenofficial

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