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JA/NEIN
– das ist knallharter Meinungsaustausch, da prallen zwei Positionen aufeinander, die nicht weiter auseinander liegen könnten. Wir werden Freunde, Partner und Kollegen zu erbitterten Todfeinden. Hitzig, immer am Rande des Wahnsinns und kontrovers.

JA //
Tobias: Was soll ich sagen? Wie jeder weiß, kommt es nicht auf das Auto an, das man fährt, sondern auf den Arm, der aus dem Auto hängt. Und damit dieser Arm beinahe die gesamte Tür verdeckt, muss man schon mal etwas nachhelfen. Denn viele geben sich die Kante, aber nur wenige machen sich zu einer! Ich will mein T-Shirt nicht mehr ausziehen müssen. Nein! Ich will es vom Körper sprengen, wenn ich vom Training nach Hause komme. So ein kleiner Stich mit der Nadel hilft mir dabei. Ich bin viel unterwegs und habe deshalb nur wenig Zeit mit der nötigen Ernährung oder gar regelmäßigem Training meine gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Deswegen „stoffe“ ich. In meinem Gym habe ich viele Gleichgesinnte kennengelernt, die die Freude am schnellen Muskelzuwachs mit mir teilen. Es ist unglaublich wie schnell man neue Freunde findet wenn man stofft. So ein Pikser verbindet eben und schweißt zusammen. Auch das gegenseitige „Anstechen“ ist ein wahrer Freundschaftsbeweis unter uns Kabinen-Kolossen. Und meine Muskeln lieben es! Gerade die Schulterköpfe reagieren schnell auf das Testo und verwandeln sich rapide zu massiven Kanonenkugeln. So bin ich innerhalb kürzester Zeit bewaffnet für die anstehende Tanktop-Saison. Die latente Grundaggressivität, die das Stoffen mit sich bringt, kann ideal auf der Hantelbank eingesetzt werden. Klar rutscht einem im Alltag auch schon mal die Hand aus, aber das ist doch auch menschlich. Oder etwa nicht? Wer seinem Nachbarskind noch nie eine gescheuert hat, weil es nach der Uhrzeit fragte, der werfe die erste Hantelscheibe. Immer wieder hört man auch von Impotenz oder kleinen Eiern als Nebenwirkung der ganzen Stofferei. So what? Ich sag euch mal was. Der geschrumpfte Hodensack und der Baby-Pimmel sind bei den engen Radlerhosen sehr von Vorteil, da sie die Beine noch wuchtiger aussehen lassen. Getreu des Mottos: Arme wie Keulen, Beine wie Säulen.

NEIN //
Simon: Nennt mich altmodisch, aber ich liebe das Gefühl meines baumelnden Nuss-Tütchens, wenn ich tief in die Hackenschmidt-Kniebeuge gehe und die leichte Brise der Klimaanlage mir sanft ums Gemächt weht. Der Sack hüpft im Takt des obligatorischen Großraumdissentechnos, während ich das Eisen in die Luft hieve. Auf. Ab. Auf. Ab. Auf. Ab. Ich schwitze nicht. Nein. Meine Muskeln weinen vor Schmerz! Ich hole das letzte Fünkchen Kraft aus meinem Körper heraus, während sich das Michelin-Männchen neben mir nur krampfhaft versucht, das letzte bisschen Radlerhose aus seinem Körper zu holen. Bei den Stoffern zeichnet sich nämlich durch die Radlerhose oftmals das ab, was man in Fachkreisen auch eine Testo-Muschi nennt. Das Gemächt ist so sehr verkümmert, dass es sich (vermutlich aus Scham) in den Körper zurückzieht und sich zu einer Art männlicher Vulva verformt. Ähnlich verhält es sich auch bei der männlichen Brust. Das Phänomen des Männerbusens, den sogenannten Bitch-Tits, ist weit verbreitet. Heimlich kaufen sie sich Sport-BHs, um ihre Igelnasen zu verstecken. Metaphorisch kann man die Verwendung von Steroiden also auch als eine Entmännlichung betrachten. Doch Krafttraining ist viel mehr als schnelle Ergebnisse zu erzielen, um in der Disko gut auszusehen. Es ist eine Lebenseinstellung. Nur wer das Eisen respektiert und anfängt den Schmerz, dem es einem zufügt, zu lieben, kann sich am Ende einen wahren Athleten nennen. Denn der Schmerz ist nur die Schwäche, die den Körper verlässt.

Noch mehr JA/NEIN:
Daft Punk
Faithless
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