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Kaum ein Künstler hat es geschafft, über einen langen Zeitraum so viel musikalisches Material wie Uwe Schmidt aka Atom™ anzuhäufen und dabei stets integer zu bleiben. Seine Diskographie ist so extensiv, dass selbst ein kurzer Überblick hier jeden Rahmen sprengen würde, darum beschränken wir uns also auf die vorliegende Platte für Rawax. Diese beweist mal wieder eindrücklich, was immer noch aus dem guten, alten TB 909 herauszuholen ist. Die A-Seite beherbergt zwei Versionen des Titeltracks Milagro. Die erste beginnt kontemplativ mit spacigen Flächen und Bleeps, dann setzt gleichzeitig mit dem wohl namensgebenden Vocal der Beat ein, darunter eine sehr dicke, bouncige UKG-Bassline. Die Atmosphäre eines verträumten Flugs durchs All bleibt dabei trotzdem erhalten. Ganz anders die alternative Version: vom ersten Takt an gibt es hier ein funky Pianoriff über tief rollenden Kicks. Gecuttes Vocal drüber, jackende Snare und dazwischen bleepender Synth – fertig ist diese grundsolide Housenummer. B1 startet startet ohne Umwege in einen Loop aus knarziger Bassline und funkigen Acid-Stabs. Dazu gesellen sich die Trademarksounds der Drummachine, bevor die funky Stabline von einem Keyboard übernommen wird. Lange Strings sorgen für etwas zusätzliche Dynamik. Roh, effektiv und spaßig. B2 ist aus anderem Holz geschnitzt, kommt dubbiger und doch verspielter daher. Scharfe Claps und Hihats geben hier den Ton an, irgendwo dazwischen murmelt ein Vocal vor sich hin. 8/10, Leo.