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Mit der neuen Software One DJ tritt die finnische Firma Audio Artery an, ein allumfassendes Tool für DJs und Live Acts auf Modularbasis zu schaffen. Im Zentrum steht dabei die Individualität, die es jedem erlaubt, die Software den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Zwei Decks, vier Decks, zugehörige Effekteinheiten, Browser, das komplette Layout und Farben – alle Elemente lassen sich nach Belieben frei konfigurieren. Zudem bietet die Applikation noch die innovative Timeline-Funktion, mit der man Mixe, Remixe und Edits zusammenklicken und für den nächsten GIG vorbereiten kann.

Im gewohnten Layout unterscheidet sich One DJ erst einmal nicht groß von anderer Software. Das Overlay zeigt bis zu vier Decks an, je nach Wunsch schieben sich eine interne Mixereinheit und eigene Effekte ins Bild. Für jeden Player gibt es die gewohnten Funktionen wie Play, Cue, Loops, eine BPM-Anzeige, Pitchbending, Key Lock sowie Sync-Button. Auch beim Software-eigenen Mixer werden zunächst bekannte Pfade beschritten. Ein gewöhnlicher Drei-Band-Equalizer, ein Linefader und ein Gain-Regler stehen pro Deck zur Verfügung. Das Interessante bei One DJ beginnt im Detail. Jedes Fenster für Player, Mixer oder Effekteinheit lässt viele verschiedene Einstellungen zu. Wer den Equalizer nicht nutzen mag, kann ihn ausblenden, ebenso wie die Anzahl der zur Verfügung stehenden Effekte oder über welchen Kanal der Soundkarte welches Deck läuft. Auch ob die Player nebeneinander oder untereinander angeordnet werden, wo die Mixereinheit untergebracht ist und welche Größe der Browser besitzt, bleibt dem Nutzer überlassen. Dies alles geschieht über simple Menüs und einfache Klicks. Zudem können mehrere Layouts gespeichert werden.

Zudem lassen sich die einzelnen Player und Effekt-Einheiten individuell auf die benutzte Soundkarte routen. Was nach komplizierter Arbeit mit vielen Möglichkeiten des Scheiterns klingt, gestaltet sich ziemlich simpel. Per Drag and Drop können Verbindungen übersichtlich wie in einem U-Bahn-Plan von allen Einheiten zur Soundkarte gezogen werden. Hier zeigt sich eine Stärke von One DJ: Es bleibt jedem frei, ob zum Beispiel die Effekteinheit vor oder nach dem Mixer greifen soll und welcher Player zu welcher Effekteinheit gehört. Prinzipiell kann eine unendliche Zahl von Playermodulen geschichtet werden – Grenzen werden einem lediglich durch die Rechnerpower, eher wohl noch Sinnhaftigkeit gesetzt. Bei einer funktionierenden Verbindung zeigt das Programm kleine Bälle an, die an den gezogenen Linien entlang fahren. Das Grundprinzip gleicht beispielsweise virtuell-modularen Produktionssystemen wie Propellerhead Reason. Auch wenn die Zahl der Module in diesem One DJ-Erststadium noch recht überschaubar ist.

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Das Highlight der Software verbirgt sich schließlich hinter einer kleinen Schaltfläche mit einer symbolischen Schere. Über einen Klick gelangt man in den Timeline-Modus, in dem sich verschiedene Musikstücke in einen Player schieben und anpassen lassen. Auf mehreren Spuren laufen diese dann parallel, so dass Mixe entstehen, die im nachträglich editiert werden können. Mit wenigen Klicks und viel Phantasie werden Lieder zu Loops reduziert, um als Remixe und Mashups neu aufzuerstehen. Alles im Live-Betrieb, versteht sich. Die einzelnen Spuren sind dabei exakt im Beatgrid von One DJ angeordnet, um einen  Synchronlauf zu garantieren.

So hat die dem EKS-Umfeld entstammende Jungcompany Audio Artery mit One DJ ist ein innovatives Produkt auf den Markt gebracht, dass die ebenfalls zunehmend modularen Ansätze der Branchenprimusse Native Instruments und Ableton konsequent weiter denkt. Gerade der Timeline-Modus funktioniert einfach und effektiv. Es ist extrem leicht, Mixe zu erstellen oder den bestehenden Tracks einen eigenen Akzent zu verleihen. Auch die große Freiheit des Layouts ermöglicht einen kreativen Umgang mit einer DJ-Software. In der getesteten Version 1.2 kommen zwar mitunter noch kleine Kinderkrankheiten vor, die aber normal und verschmerzbar sind und in Kürze ausgeräumt sein dürften. Ohnehin entscheidender aber als das, was ist, erscheint das, was aus One DJ noch erwachsen kann. Strengt man sein Gehirn mal ein wenig an, wird klar, in welchE eng verzahnte Welt aus DJing, (Live)-Remixing und Produzieren das modulare Konzept führen könnte. Der Anfang ist gemacht. Nun liegt es an Audio Artery, unseren Traum intelligent mit weiteren Modulen zu füllen. Auch Abletion, NI und Propellerheads haben bekanntlich mal klein angefangen.

Audio Artery One DJ
Modulare DJ- und Remix-Software

Frei konfigurierbar in Layout und Routing
Extrem große, zoomfähige Wellenformdarstellung
Hide und Fullscreen-Option für Module
Unbegrenzte Anzahl an Decks und Effektmodulen
Timeline-Modus mit Cut, Copy, Paste, Move, Crop, Delete und Resize
8 Timeline oder Track Hot Cues/Position Markers
Einstellbares Beatgrid mit Sync-Funktion
Edit-, Save- und Exportfunktion
Preis: 49 EUR (Testversion kostenlos)

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