Sie zählen mittlerweile zu den Headlinern innerhalb der Hardstyle-Szene: Kenneth Kroes und Léon Benschop aka Audiotricz. Die beiden Niederländer aus Nunspeet bringen aktuell Monat für Monat einen neuen Kracher auf den Markt. Seit ein paar Wochen teasen sie via Social Media Bilder aus dem Studio samt Gitarre. Ein eher ungewohntes Bild. Doch was genau steckt dahinter? Eines steht fest: Die Fans dürfen auf neue Sounds gespannt sein.

audiotricz

Hallo, ihr beiden, wie geht es euch?

Audiotricz: Uns geht es gut, danke. Derzeit sind wir sehr im Studio beschäftigt, um uns auf „Euphoria presents: Spirit of Hardstyle“ vorzubereiten. Ebenso arbeiten wir hart an #nextchapter.

Ihr kennt euch schon eine lange Zeit. Seit wann genau? Hattet ihr von Anfang an ein Faible für Hardstyle? Wie lief euer musikalischer Werdegang ab?

Kenneth: Gehen wir weit zurück …(lacht) Das erste Mal trafen wir uns in unserem lokalen Fußballverein. Wir haben zu dieser Zeit überhaupt keine Musik gemacht. Das Interesse an Musik entstand ein paar Jahre später, als wir uns wieder trafen und Partys wie X-Qlusive, Headhunterz oder In Qontrol 2010 besuchten. Wir experimentierten beide in Sachen Musikproduktion. Ich begann mit EDM und Léon war bereits in Hardstyle verliebt. Damals ging es nicht wirklich in die Richtung unserer Träume und irgendwann begannen wir, uns zu treffen, um gemeinsam Musik zu machen, aber auch um unser Wissen zu teilen. Wir stellten sofort fest, dass wir beide unterschiedliche Fähigkeiten besaßen, die jeweils die Schwächen des anderen ausglichen, sodass ein paar Tage später Audiotricz entstand.

Auch 2018 neigt sich langsam dem Ende zu. Was waren eure Highlights? Sei es in Clubs wie dem Bootshaus oder auf Festivals wie Defqon.1, Tomorrowland und PAROOKAVILLE?

Léon: Es klingt wirklich klischeehaft, aber wir lieben beides! Es ist erstaunlich, auf großen Bühnen zu spielen, aber wir lieben auch die intimen Club-Settings, wenn man die Energie wirklich spüren und sehen kann. Wenn wir ein Highlight in Deutschland wählen müssen, dann ist das definitiv die letzte Bootshaus-Edition. Diese Stimmung war auf einem anderen Level!

Ihr arbeitet gerne und oft mit Tim van de Stadt aka Atmozfears zusammen. Wann startet ihr denn als Trio mit dem Namen Atmoztricz?

Kenneth: (lacht) Wir haben bereits einen Namen, unter dem wir Musik machen und produzieren: ALLSTVRS. Wir haben in diesem Jahr nicht so viel darunter produziert, aber hoffentlich können wir für das nächste Jahr etwas neue Musik machen und auch ein paar Gigs zusammen starten. Wir wissen nicht, was es ist, aber jedes Mal, wenn wir im Studio oder auf der Bühne zusammen sind, passiert etwas Magisches.

Seid ihr als Duo immer auf derselben Wellenlänge oder gibt es bei der Produktion auch mal unterschiedliche Meinungen?

Léon: Es ist wie eine Beziehung. Du musst dafür arbeiten! Meistens sind wir auf einer Wellenlänge, aber natürlich kommt es vor, dass wir unterschiedliche Meinungen haben. In den letzten Jahren haben wir gelernt, dass es entscheidend ist, gemeinsam im Studio zu sein und immer ehrlich zueinander zu sein, egal, wie schwierig es ist. Jeder hat seinen eigenen Weg und entwickelt sich als Mensch. Es gibt wirklich kein größeres Gefühl, als die gleiche Leidenschaft zu teilen!

Mit „World Is Mine“, „What About Us“ oder auch „Inception“ habt ihr starke Tracks auf dem Markt, die sich einprägen. Wie lange braucht ihr etwa von der ersten Idee bis zum finalen Track?

Kenneth: Es kommt wirklich darauf an! Wir können einen Track in zwei Tagen fertigstellen, aber es kann auch ein paar Monate dauern. Heute testen wir unsere Tracks zuerst für eine Weile in den Clubs oder auf den Festivalbühnen und nehmen darauf aufbauend Anpassungen vor, bis das Ganze unserer Meinung nach „perfekt“ ist!

Man sieht dich, Kenneth, bei Instagram immer öfter im Gym. Dein privater Ausgleich zu dem ganzen Reisestress?

Kenneth: (lacht) Nein, nicht wirklich. Ich liebe es einfach, fit zu bleiben, und versuche, das ganze Jahr über Sport zu treiben. Außerdem spiele ich immer noch Fußball im örtlichen Fußballverein, in dem ich Léon zum ersten Mal traf.

Wie sieht es bei dir aus, Léon, zieht dich Kenneth auch immer mit ins Gym?

Léon: (lacht) Nein! Ich gehe immer noch etwa zwei-, dreimal pro Woche. Ich konzentriere mich nicht auf irgendwelche Diäten oder Ähnliches. Aber ich werde wahrscheinlich wieder anfangen, wenn Kenneth seine Challenge im Gym abgeschlossen hat.

Léon, seit wann spielst du E-Gitarre bzw. Gitarre? Erst nur in deiner Freizeit, jetzt auch für die nächsten Tracks?

Léon: Ich habe nur ein paar offene Akkorde und einige bekannte bzw. berühmte Riffs gelernt. Seitdem wir Audiotricz gestartet haben, lag die Gitarre eher im Staub. Jahre später, Ende 2016, beschloss ich dann, mich wieder stärker zu engagieren. Seitdem habe ich mir echt einen abgearbeitet, um meine Fähigkeiten auf ein höheres Niveau zu bringen. Jetzt bin ich in der Lage, die Gitarre in jedem Track, den wir produzieren, zu verwenden.

Auf was können sich die Fans denn in naher Zukunft freuen? Was dürfen sie von #nextchapter erwarten?

Kenneth: Sagen wir, ein rockigeres Audiotricz. (lacht) Wir können nicht so viel darüber erzählen, aber achtet auf unsere sozialen Kanäle, denn 2019 wird der Beginn unseres #nextchapter sein!

Danke für eure Zeit und alles Gute für die Zukunft!

 

Aus dem FAZEmag 082/12.2018
Text: Christian Zercher
Foto: Linda van den Broek
www.audiotricz.com
 

 

 

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