Music From Big Pink – Valium & Smirnoff zum Frühstück

Der schottische Autor und ehemalige A&R-Manager John Niven ist mit seinem gehässigen Musikbiz-Roman „Kill Your Friends“ bekanntgeworden. Danach legte er sich in „Coma“ mit der Golfszene an, und präsentierte in „Gott bewahre“ einen kiffenden Hippie-Jesus. Überraschend zahm ist dagegen „Music From Big Pink“, Nivens Debüt, das mit Verspätung in Deutschland erscheint – und von der Entstehungszeit des gleichnamigen The Band-Albums erzählt. The Band, 1965 von Bob Dylan entdeckt, spielten einen derart brillanten Rocksound, dass sich die Legende hält, Eric Clapton habe seine Band „Cream“ wegen „Music from Big Pink“ aufgelöst. John Niven stellt nun einen fiktiven Dealer vor, der...

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Battle aus den Bergen – Die Schweizerin Sara Gmuer begeistert mit ihrem Rap-Roman „Karizma“

HipHop und Literatur: Schwieriges Unterfangen. Am ehesten ist das in Deutschland Slam-Poetin Fiva gelungen, die 2004 mit ihrem Team „Tha Boyz with tha Girlz in Tha Back“ bei den deutschen Slam-Meisterschaften abräumte. 2005 tourte sie mit Fettes Brot. Das passt. Aus Polen begeisterte Dorota Masłowska 2005 mit ihrem komplett in Rap-Reimen verfassten Roman „Die Reiherkönigin“ und Pulitzer-Preisträger Junot Díaz wurde 2008 für sein Debüt „Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao“ mit Kanye West verglichen. Wesentlich größer ist die Reihe nicht, selbst „Summsemann“ Sebastian Polmans scheute den Rap in seinem Suhrkamp-Debüt „Junge“ (Herbst 2011). Die Schweizerin Sara Gmuer, Ex-Model...

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Schrei die Wand an – A House Full Of Music

Anlässlich des 100. Geburtstages von Komponist John Cage (1912-1992) veranstaltet Darmstadt die Ausstellung „A House Full of Music“. Wie stehen Kunst und Musik im 20. Jahrhundert in Verbindung? Was haben Dada, Jacques Derrida und der Gitarren zerstörende The Who-Frontmann Pete Townshend gemeinsam? Wie funktioniert Musik, die ausdrücklich geschaffen wurde, damit man ihr nicht zuhört, und wie kommt man von dort aus zu Brian Enos „Music for Airports“? Was verbindet Robert Rauschenbergs White Paintings mit dem komplett stillen John Cage-Stück „4’33“? Die Ausstellung verspricht großartig zu werden – die Texte im Ausstellungskatalog sind beinahe unverständlich. Es ist klassisches Kunstscrabbeln der...

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Der Klang der Familie – Berlin, Techno und die Wende

Wer hat die erste Acid-, wer die erste House-Party in Deutschland geschmissen? Wie hoch war der weiße „Mont Blanc“-Koksvorrat in der Schublade von Frontpage-Chefredakteur Jürgen Laarmann? Warum ist Techno Vorreiter von Public Viewing und der Fanmeile am Brandenburger Tor? Wann switchten die Scheinwerfer von der Tanzfläche auf die DJ-Kanzel und machte den Plattenaufleger zum Star der „Raving Society“? Felix Denk und Sven von Thülen beantworten diese Fragen in „Der Klang der Familie“ (angelehnt an den gleichlautenden Hit von 3Phase feat. Dr. Motto von 1991). Ihre Interviewmontage, die formal an Jürgen Teipels Punk- und New Wave-Klassiker „Verschwende Deine Jugend“ erinnert,...

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Counter Culture – Wer waren die Hipster?

Vielleicht fing alles mit Norman Mailers Essay „The White Negro“, mit Bebop-Hero Thelonious Monk und Beat-Poet William S. Burroughs an. Vielleicht startete der „Hipster“ seine Karriere irgendwann in den 50er-Jahren, als schwarze Jazzer zum Vorbild weißer Autoren wurden. Oder muss man bei Charles Baudelaire im 19. Jahrhundert losgehen? „What was the hipster?“ Unter diesem provokanten Titel fand 2009 eine Tagung des amerikanischen „n+1“-Magazins statt. Mit dabei waren intellektuelle Stars wie Mark Greif (durch seinen „Occupy!“-Band mal wieder gehypt), Patrice Evans (über „HipHop und Hipsterismus“) oder auch Jace Clayton mit einem Bericht über „Die Vampire von Lima“. Aus den dort...

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Douglas Coupland – JPod (Tropen Verlag)

Der kanadische Autor Douglas Coupland mag das Doppelspiel. Nach „Generation X“ (1991) folgte 2009 „Generation A“, auf die Microsoft-Groteske „Microskalven“ (1995) die Apple-Variante „JPod“(2006 im Original, 2011 nun auf Deutsch). Wieder gibt es LEGO-Männchen auf dem Cover und einen Agenturalltag von sechs „popkulturversehrten“ Programmierern, die kurz vorm Wahnsinn stehend an einem Skate-Schildkröten-Fantasy-Game basteln, gegängelt von einem wahnsinnigen Chef, der seinem Team ständig reinredet und wahre Wutausbrüche provoziert, der Art: „Wir sind bei Entwicklungsabschnitt fünf, und da wollen Sie eine charismatische Schildkröte in einem Funsportspiel loslassen? Wie können Sie ein Third Person Skateboardgame derart verhunzen? Wer soll das spielen, die...

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Douglas Coupland: Generation A – Anti-Utopie …

Unsere Zivilisation hat in naher Zukunft zwei große Probleme. Zum einen sind alle Bienen tot, Pflanzen werden also nicht mehr bestäubt, die Agrarkultur verödet, Saft kann nur noch chemisch hergestellt werden, die Natur kippt – was ungefähr den Voraussagen führender Naturwissenschaftler entspricht, also durchaus nicht komplett an den Haaren herbeigezogen ist. Zum anderen wird ,reine Spekulation, die halbe Welt abhängig und lässt sich vom Lieblingsmedikament „Solon“ sedieren, einem Psychopharmakum, das die Zeit schneller vergehen lässt. „Generation X“-Autor Douglas Coupland wirft eine semiwahnsinnige Anti-Utopie auf den Markt, die zwischen „World of Warcraft“, Neurohorror, Gossip, Webcamsodomie und Celebrityhass changiert. Dabei beginnt...

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