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Clark – Death Peak (Warp Records)

Der britische Künstler Clark bringt mit „Death Peak“ sein achtes Album auf Warp heraus. Stilistisch hält der in Berlin residierende Musiker sich alles offen, benutzt viele Samples und erschafft so zu Anfang noch warme Klanglandschaften, die im weiteren Verlauf des Albums in sich einstürzen und zu einer düsteren, surrealen und epischen Geschichte verschmelzen. „Butterfly Prowler“ und „Peak Magnetic“ lassen das Album mit melodischem Techno beginnen, aber bereits in den Disharmonien, die Clark verwendet, baut sich eine gewisse Unruhe und Spannung auf. Die Tracks beinhalten vielfältige Samples, die Clark auf Tonband aufnahm und dann weiterverarbeitete. Dadurch umgibt die Stücke ein warmes Lo-Fi-Gewand. Bereits mit „Hoova“ geht es jedoch deutlich härter und düsterer zur Sache. Der Titel leitet nach dem ersten Drittel das deutlich kompliziertere, verwobene Kapitel des Albums ein. Hier treffen industrielle Klänge auf fern schwebende Ambientsounds, beißende Synthesizerlines tanzen zusammen mit kräftigen Kickdrums. Selbst wenn es wie im Fall „Slap Drones“ doch noch scheint, als wäre „Death Peak“ in eine sanftere Gangart zurückgefallen, wird spätestens nach dem Break auch hier klar, dass es tief in Clarks musikalischen Kaninchenbau hineingeht. Begrüßt wird man dort von „Catastrophe Anthem“, eine Mischung aus Techno und Drone, bei dem ein Kinderchor „We Are Your Ancestors“ wiederholt. Clark sagt selbst, dass ihn das Stück beim Produzieren des Albums am meisten bewegt hat. Tatsächlich ist es dieser Song, der am meisten aus dem Gewohnten herausfällt. Erst mit „Un U.K.“ steigt man langsam aus Clarks Klangwelt wieder hinauf, aber dafür müssen mühsam die Stufen überwunden werden, die er mit dem letzten Stück aufbaut. Mehr ein elektronischer Free Jazz, als jedes andere elektronische Musikgenre, schlägt der Track in seiner Stimmung mehrmals um. Nach einem gemütlichen Aufbau und einem zerreißenden Break, landet „Un U.K.“ wieder bei sanften Ambientklängen, um das Album abzurunden. Es ist eine kleine Werkschau des Ganzen. So abwechslungsreich wie das Outro gestaltet sich das gesamte Album. „Death Peak“ ist ein Beispiel für einen Langspieler, bei dem sich der Künstler keinen Millimeter verbogen hat, um ungefiltert seine Vision zu Papier zu bringen. „Death Peak“ ist kompromisslos Clark, mit allen Ecken und Kanten. 8/10 BRNK