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In der Welt der elektronischen Musik sind unzählige Autodidakten unterwegs. Schon ohne große Vorkenntnisse und unter Verwendung günstiger Hardware oder Software können innerhalb kürzester Zeit Tracks erschaffen werden. Im günstigsten Falle (und mit dem nötigen Glück und Talent) findet sich auch direkt ein Label dafür. Doch es gibt auch Künstler, die sich ein professionelles Know-how für Produktion und Sound Engineering angeeignet haben. Etwa die drei Jungs von Dark Sky, die seit 2010 mit ihren Releases für Aufsehen sorgen. Carlo Anderson, Matthew Benyayer und Thomas Edwards lernten sich auf einer Schule für Tontechnik kennen. „Tom und Carlo trafen sich am Almechia College in London. Matt hing dort auch sehr oft ab. Die Schule war 24 Stunden offen, dadurch konnten wir auch nach Unterrichtsschluss viel Zeit dort verbringen und mit dem SSL Mischpult und den Moog Synthesizern herumspielen“, erinnert sich das Trio. Die englische Hauptstadt ist natürlich immer eine verlässliche Inspirationsquelle. „Manchmal kann es erfrischend sein, in einen Club zu gehen, einen Künstler zu hören, der zuvor noch nie nach UK gebucht worden ist und danach inspiriert heimzukommen, um eine eigene Interpretation der Nacht im Studio zu kreieren“, schwärmen die drei Musiker dementsprechend. Bei der Arbeit im erwähnten Studio wechseln sie sich beim Spielen, Programmieren und Abmischen der verschiedenen Instrumente gerne mal ab. Bei den Live-Shows, bei denen sie von der Sängerin Cornelia unterstützt werden, sitzt hingegen Matt an den Drums, Tom spielt den Bass und Carlo kümmert sich um die Synths.

In ihren Produktionen greifen Dark Sky viele Stileinflüsse auf und überführen sie in etwas Neues. Das rührt auch von der kontinuierlichen Plattensuche für ihre Radioshow auf NTS her. „Wir spielen dort sehr gerne Sachen, die wir in normalen DJ-Sets nicht spielen würden. Alle drei von uns haben verschiedene Musikgeschmäcker, die sich in bestimmten Bereichen überschneiden. Das bedeutet, dass wir auf eine ziemlich vielfältige Palette an Klängen zurückgreifen können. Oftmals kann es dadurch sehr hart sein, einen Sound zu erschaffen, der sich von allen anderen abhebt. Deshalb verbringen wir gerne Zeit damit, Klänge zusammenzustückeln, die normalerweise nicht zueinander ‚passen‘ würden, die aber im Kontext des Tracks funktionieren. Das ist der herausfordernde Teil unserer Arbeit, der uns antreibt.“ Man kann sich gut vorstellen, wie aufwendig für die drei Briten die Aufnahme ihres ersten Albums gewesen sein muss. „imagin“ kommt Ende diesen Monats auf Monkeytown Records heraus, einem Label, an dem Dark Sky besonders schätzen, dass es ihnen ausreichend viel Freiheit gegeben hat, um kreativ zu sein. „Das Schwierigste bei der Arbeit am Album war, aufzuhören. Wir hätten gut und gerne noch bis 2015 daran weiterschrauben können“, erklären Carlo, Matt und Tom einhellig. Während ihre letzten EPs mehr auf den Club abzielten, treibt es sie mit diesem Werk noch tiefer in vielschichtige Klangwelten hinein. Einen wirklich großen Unterschied zu früheren Platten sehen sie dennoch nicht. „Wir möchten gerne glauben, dass die Kernideen unserer Produktion immer noch da sind. Der Gesang auf dem Album ist natürlich neu für uns, aber die ideologischen Grundlagen der Tracks sind die gleichen geblieben. Manche der Stücke sind schon vier Jahre alt, dadurch wurde das das Album eher eine Fortsetzung dessen, was wir früher gemacht haben. Einige Stücke machen im Albumformat sehr viel mehr Sinn, als wenn wir sie einzeln veröffentlicht hätten.“ Als Remixer haben Dark Sky schon sehr hochkarätige Aufträge bekommen. So veredelten sie unter anderem Songs von Kelis, The xx, Nelly Furtado und Maya Jane Coles. Ihre Bearbeitungen folgen dabei einer klaren Idee: „Die Herausforderung liegt darin, das Originalstück so umzudrehen, dass es so interessant wie möglich wird, aber ohne dass der ursprüngliche Ethos verloren geht.“

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