War es schwierig, die perfekte Tracklist und Dramaturgie für „Traces“ zu schaffen?
Nicht wirklich. Einige der Tracks sind vor drei Jahren entstanden und ruhten auf meiner Festplatte. Sie passten nicht zu den eher konzeptlastigen EP-Serien. Daher beschloss ich, noch etwas zu warten und den richtigen Moment für sie zu finden. Gegen Ende letzten Jahres hatte ich dann sechs Stücke fertig, die ich an Marsel von Delsin schickte. Er schlug dann vor, ein Album zu machen, ich war eher für ein Doppelpack. Doch die Albumidee wuchs schließlich auch in mir und ich stimmte zu. Es waren aber noch mehr Tracks dafür nötig, um es zu einer schlüssigeren Arbeit zu machen. Auch, weil die vorher produzierten Sachen so anders waren. Anfang diesen Jahres waren die restlichen Tracks dann fertig. Ich wollte viele meiner Einflüsse damit aufzeigen und verschiedene Arten von Emotionen einfangen. Daraus hat sich die Tracklist naturgemäß ergeben.

Welcher Track ist mit einer speziellen Geschichten oder Erfahrung verbunden?
„Utopia“ bezieht sich auf eine sehr dunkle Zeit in meinem Lebens. Der Track enthält viel Trauer und Schmerz, aber auch Hoffnung. Besonders in der Melodie. Ich bin kein ausgebildeter Musiker, aber ich habe diese direkt eingespielt. Ohne zu synchronisieren oder was auch immer. Ich nahm sie einfach auf und entschieden, dass sie so bleiben soll. Es war das roheste und reinste Gefühl dieses speziellen Augenblicks.

In der Vergangenheit hatten einige deiner Platten eine ernste Botschaft. Wie politisch ist denn „Traces“?
Hinter dem Album steckt kein politisches Konzept. Lediglich der „Onkalo“ Track enthält politische Elemente. Nachdem ich die „Into Eternity“ Dokumentation darüber gesehen habe, wie man mit nuklearem Abfall verfährt, wusste ich sofort, dass ich etwas machen musste, das mit dem Thema zu tun hatte. Entweder eine Art Mini-LP oder einen einzelnen Track. Am Ende entschied ich mich für einen Track, hauptsächlich auch, weil ich etwas von dem politischen oder soziologischen Konzeptding weg wollte. Ich habe meine Musik und die Ideen dahinter oftmals überdacht. Als ich dann das Album zusammenstellte, wurde mir klar, dass es für mich besser ist, ein Konzept wie früher sein zu lassen und mich mehr auf meinen eigenen Kern zu konzentrieren.

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