luisa

Das Code-Wort Luisa hilft im Club

Mit dem Satz „Ist Luisa hier?“ kommt man nicht in diverse Clubs rein, nachdem man den Satz an einer dubiosen Tür ausgesprochen hat. Im Gegenteil, durch diesen Satz werden Frauen entweder selbst unauffällig und sicher aus einem Club geschleust oder männliche Gäste, von denen sich eine Frau belästigt fühlt, werden aus dem Club heraus befördert. Zumindest ist dies in Münster nun so zum Schutz der Frauen eingeführt worden. In Münster nehmen schon 30 Bars, Discos und Clubs an der Maßnahme teil.

Oft ist es für Frauen kein leichtes Unterfangen, sich unbefangen auf einer Party zu amüsieren. Besonders nicht, wenn sie ohne Begleitung ausgehen. Sobald die Tanzfläche betreten wird und man als Frau etwas mit den Hüften schwingt, sehen viele Männer das als Einladung unangenehm nah an die Frau heranzutreten, sie anzufassen oder sogar Kuss-Versuche zu starten. Steht man als Frau alleine an der Bar oder sitzt man kurz um zu verschnaufen allein in einer Sitzecke, fühlen sich auch dabei viele Männer dazu animiert, die Frau (schamlos) anzubaggern. Ein Touch an den Po und andere unsittliche Berührungen sind keine Seltenheit, die mann bzw. frau im Gedrängel einer Party fühlen muss.
Damit mann (bzw. frau) schnell und unkompliziert Hilfe bekommt, fragt man in Münster das Thekenpersonal nach der fiktiven Freundin Luisa. Die Mitarbeiter sind diesbezüglich geschult, und die Frau wird sicher aus der Situation befreit. Die Frau wird daraufhin in einem sicheren Bereich gebracht. Es wird ein Taxi, eine Freundin und notfalls auch die Polizei angerufen. Auch bei Verdacht auf K.O.-Tropfen wird umgehend und unauffällig Hilfe „durch Luisa“ geboten.

Das Code Wort „Ist Luisa hier?“ wird deshalb verwendet, damit kein großes Aufsehen erregt wird und dezent und souverän Hilfe geleistet werden kann. Für einige Frauen ist es schwieriger konkret fremden Menschen gegenüber auszusprechen, dass sie belästigt oder sexuell genötigt werden, als die neutrale Frage „Ist Luisa hier?“ zu formulieren. Eine Frau sollte sich in einer solchen Notlage nicht großartig erst erklären müssen, durch das Code Wort ist allen Beteiligten klar was gemeint und was zu tun ist.

Gerlinde Gröger, Leiterin vom Frauen-Notruf Münster, hat sich diese Aktion aus England abgeschaut, dort wird an der Bar nach „Angela“ gefragt, um Hilfe zu bekommen. Im County Lincolnshire wurde die Frauen-Schutz-Aktion im November 2016 eingeführt und läuft so gut, dass sie landesweit etabliert werden soll. Das in Münster frisch in Leben gerufene Projekt könnte Vorreiter für weitere Städte hier in Deutschland sein. Dass die Kampagne um sich greift sieht man unter anderem daran, dass deutlich viele Plakate des Frauen-Notruf in Ausgehvierteln und auf Damen-Toiletten in Münster aufgehangen wurden.

Wir finden solche Schutz-Maßnahmen gut und finden, dass sich weitere Clubs ebenso an diesem Projekt beteiligen sollten. Schließlich gehen Frauen primär raus zum Feiern und nicht zum F*****.

Das könnte dich auch interessieren:
Neuer Nagellack schützt vor K.O. Tropfen
K.O.-Tropfen – Immer noch im Umlauf
Das ist GHB – Das sind K.O.-Tropfen
Freiburger Club Schmitz Katze meldet sich zu Wort
Freiburger Clubs wollen keine Flüchtlinge in ihre Clubs lassen
Das Statement des White Rabbit
Club Charlotte schließt trotz erfolgreichem Crowdfunding