Das ist Ketamin

Viele Party-Gänger werden Ketamin, K, Keta, Ket, Special K, Kate oder Vitamin K  kennen. Aber wohl nur die wenigsten wissen auch genau, wie diese Substanz wirkt.
Zuallererst ist Ketamin ein Narkosemittel, das vor allem in der Notfall- und Tiermedizin angewendet wird.
Reines Ketamin ist ein kristallines, weißes, geruchloses Pulver mit leicht bitter-metallischem Geschmack. Ketamin wird geschluckt, gesnieft oder gespritzt und kann, wenn es auf dem Schwarzmarkt gehandelt wird, mit anderen Substanzen und / oder Streckmitteln versetzt sein. In Pillenform kommt Ketamin vor allem in Großbritannien vor und wird dort (mitunter mit MDMA vermischt) als Ecstasy verkauft.
Aufpassen: Es werden zwei Formen von Ketamin gehandelt: Ketamin und S-Ketamin.
S-Ketamin ist chemisch aufbereitetes Ketamin, bei dem die beruhigende Komponente verstärkt wurde. Obschon es  Nebenwirkungen wie Albträume oder Horrortrips verursacht wird es seit einigen Jahren in der Notfallmedizin häufiger verwendet als Ketamin. S-Ketamin wirkt etwa doppelt so stark wie Ketamin.

Ketamin soll gegen Depressionen helfen

Wirkung: 
Nasaler Konsum von Ketamin
Wirkungseintritt: nach 5 – 15 min
Wirkdauer: 45 – 60 min, die normalen Nacheffekte (Schwächegefühl) halten 1 – 3 h an.Dosierung:
15 – 25 mg (0,3 mg / kg Körpergewicht) Ketamin reichen aus, um eine dem angetrunkenen, »beschwipsten« Zustand ähnliche Wirkung zu erzielen.
Wenn noch körperliche Aktivitäten wie Tanzen oder Gehen geplant sind, eignet sich eine höhere Dosis nicht, da ab einer Dosis von 30 mg die motorischen Fähigkeiten stark eingeschränkt sein können.

Dosierungen zwischen 30 und 110 mg (0,4 – 1,5 mg / kg Körpergewicht) können als unangenehm empfunden werden, da Nebenwirkungen bei solchen Dosierungen bereits deutlich spürbar sind, die evtl. erwünschte Wirkung einer vollen Rauscherfahrung jedoch (noch) nicht eintritt.

Eine Dosis von 90 – 160 mg (1,5 – 2 mg / kg Körpergewicht) ist ausreichend für eine »volle Erfahrung«: Der Rausch beginnt mit einer fragmentarischen Auflösung der Umwelt. »K- Hole«: Gefühl, aus dem Körper herauszutreten (Ich-Entgrenzung und Ich-Auflösung). Halluzinationen sind möglich. Gefühl von Benommenheit. Geschmacks- und Geruchssinn sind ausgeschaltet. Musik wird verzerrt wahrgenommen. Allgemeine Wahrnehmungsleistung, Redelust und emotionales Empfinden sind herabgesetzt. Die Handlungsfähigkeit ist vermindert und das Schmerzempfinden verringert – Verletzungsgefahr.

Oraler Konsum von Ketamin
Das Pulver wird in eine Tasse gefüllt, mit ca. 2 cl heißem Wasser aufgegossen und umgerührt, bis es sich auflöst. Dann wird die Tasse mit einem säurehaltigen Getränk aufgefüllt (z. B. Orangensaft), um den schlechten Geschmack von Ketamin zu überdecken.
Wirkungseintritt: je nach Mageninhalt nach 5 – 20 min
Wirkdauer: ca. 90 min, Nacheffekte halten 4 – 8 h an.

Dosierung:
Schwellenwert: 0,6 mg / kg Körpergewicht (40 – 50 mg)
Leicht: 1,2 mg / kg Körpergewicht (50 – 100 mg)
Üblich / Mittel: 1,5 – 4 mg / kg Körpergewicht (75 – 300 mg)
Stark: 3 – 5 mg / kg Körpergewicht (200 – 450 mg)
Überdosis: 6 – 8 mg / kg Körpergewicht (> 450 mg)

Nachweiszeiten:
Ketamin ist mit aufwändigen Verfahren im Blut einige Stunden, im Urin ca. 1 – 4 Tage nachweisbar.

Kurzzeitnebenwirkungen:
Blutdruck und Puls sind erhöht, es können Übelkeit und Erbrechen auftreten (vor allem bei Bewegung). Verlust der Kontrolle über die körperliche Bewegungskoordination und Muskelbewegungen (Ataxie) ist möglich. Sehr starke Wahrnehmungsveränderungen können Angstzustände auslösen. Nach dem Rausch hält noch lange ein Schwächegefühl an. Der Hirndruck kann erhöht werden, Sehstörungen, Schwindel, erhöhter Speichelfluss und motorische Unruhe können auftreten.
Bei Überdosis: Plötzliche Bewusstlosigkeit (meist mit geöffneten Augen: Austrocknung der Augen), Lähmungen, Krampfanfälle und Koma möglich.

Langzeitnebenwirkungen:
Die Langzeitnebenwirkungen des Ketamin-Konsums sind bisher kaum erforscht. Organschäden werden angenommen. Sicher ist jedoch, dass Erinnerungslücken, Toleranzentwicklung und psychische Abhängigkeit auftreten sowie Psychosen ausgelöst werden können. Weiterhin kann es bei häufigerem Gebrauch zu Gehirn- und Nervenschäden kommen.

Wechselwirkungen:
Grundsätzlich gilt: Die Risiken beim Mischkonsum sind höher als beim Monokonsum; Körper und Psyche werden stärker belastet. Einzelne Substanzwirkungen können verstärkt oder geschwächt werden. Es können auch ganz unerwartete Effekte auftreten, die nicht der Summe der Einzelwirkungen entsprechen. Die Wirkungen der jeweiligen Substanzen können zu verschiedenen Zeiten eintreten und unterschiedlich lange anhalten, dadurch können Wechselwirkungen zeitverzögert auftreten. Es ist von Vorteil, wenn Du vor dem Mischkonsum bereits Erfahrungen mit dem Monokonsum dieser Substanzen hast. So kannst Du Dir eher ein Bild davon machen, wie Körper und Psyche die jeweilige Wirkung verkraften. Ketamin + andere atemdepressiv wirkende Substanzen wie Alkohol, Heroin, GHB / GBL / BDO, Schlaf- und Beruhigungsmittel (v. a. Barbiturate, Benzodiazepine): Es besteht ein erhöhtes Risiko einer Atemdepression / -lähmung. Kombinationen bei fehlender Erfahrung unbedingt vermeiden !

Ketamin + Hypnotika (Benzodiazepine und Neuroleptika, z. B. Diazepam = Valium®, Faustan®):
Eine in der Medizin übliche Kombination, um unerwünschte Wirkungen wie unangenehme Träume zu unterdrücken und die Wahrnehmung stärker zu dämpfen. Diese Kombination birgt jedoch das Risiko einer Atemlähmung und sollte deshalb nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden !

Ketamin + Amphetamin / Methamphetamin, Kokain u. ä. Psychostimulanzien:
Die Kombination von beruhigenden und aufputschenden Substanzen wird psychisch und körperlich häufig als unangenehm empfunden und steigert die Herz-Kreislaufbelastung enorm. Der Konsum von Stimulanzien erhöht den Bewegungsdrang. Dies kann auf Grund der Schmerzunempfindlichkeit und der eingeschränkten motorischen Fähigkeiten durch Ketamin zu Verletzungen und Unfällen führen.

Ketamin + MDMA:
bei geringer Ketamindosis mehr bildhafte Visionen, oft als angenehm empfunden; bei hohen Ketamindosen wird die Gegensätzlichkeit der Wirkprofile deutlich (sinnliche Wahrnehmung gedämpft und erhöht); wird als extrem unangenehm beschrieben.

Im Falle einer Bewusstlosigkeit Puls und Atmung des Users überwachen und bei eventuellem Herz-Kreislauf-Stillstand Erste Hilfe leisten bzw. den Notarzt / die Notärztin rufen.

Musik leise hören! Du hörst unter Ketamineinfluss manche Frequenzen nicht mehr, die Dein Hörvermögen irreparabel schädigen können. Der Ketaminrausch ist sehr anstrengend. Am Tag danach eine Erholungspause einlegen. Vermeide während eines Ketaminrausches verantwortungsvolle Tätigkeiten! Nicht Auto oder Fahrrad fahren!

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