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„Wollt ihr den totalen Rausch?“ – Eine Frage, die im Dritten Reich wahrscheinlich nicht gestellt wurde, aber dennoch bekamen Militär und Zivilbevölkerung ihn, den totalen Rausch. Das Buch „Der totale Rausch“ von Norman Ohler kam 2015 als gebundene Ausgabe bei dem Verlag Kiepenheuer & Witsch heraus. Jetzt ist es auch als Taschenbuch erhältlich.

Der Autor Ohler geht in seinem Buch auf historische Tatsachen ein, die in Bezug zu Hitlers eigenem Drogenkonsum stehen, aber auch wie er seine Soldaten und das Volk auf Drogen setzte.
Er beschreibt, wie der arischen Ideologie und dem Fanatismus hemmungslos nachgeholfen wurde durch pharmakologische Substanzen. Wo damals offiziell eine strenge Rauschgiftbekämpfung stattgefunden hat, wurde Deutschland eigentlich insgeheim auf Droge gesetzt. Pervitin war quasi die Volksdroge Nummer eins des Nationalsozialismus. Heute ist Pervitin besser bekannt als Crystal Meth. Ohler schreibt zum Beispiel ausführlich darüber, als die Soldaten der deutschen Wehrmacht 1940 Frankreich überfielen 35 Millionen Dosierungen Pervitin im Gepäck hatten. Somit wird auch erklärt wie durch solche Drogen tagelange und ununterbrochene Offensiven möglich waren und wie Fußsoldaten wach und leistungsfähig einen 48 Stunden Marsch absolvieren konnten. Neben Soldaten auf Speed und U-Boot Kaptäne auf Koks wird viel auf Hitlers eigene Polytoxikomanie eingegangen. Es wird über Hitlers Leibarzt Theo Morell berichtet wie er dem Führer täglich harte Drogen spritzte.
Das Blut der Nazis war mehr chemisch toxisch als arisch rein.

Ohler verwertet in seinem Buch bislang gesperrte Informationen, gestützt durch Aussagen von Zeitzeugen, Militärhistorikern und Medizinern. Ein gut lesbares Buch, welches auf erschütternde Fakten basiert und dabei anschaubar und für den Leser nachvollziehbar geschrieben wurde. Man bekommt einen historischen Einblick in die damalige Zeit, der wahrscheinlich noch die ein oder andere Überraschung mit sich bringt. Ohler benutzt Wortspiele, die an geschmackliche Grenzen gehen und die fernab von einem Sachbuch sind, aber Hitlers (drogeninduzierte) Selbstüberschätzung recht gut beschreibt.
Der Autor wurde beim Schreiben seines Buches von dem bedeutendem Historiker Hans Mommsen begleitet, der selbst das Nachwort von „Der totale Rausch“ verfasste. Sein Fazit des Buches ist: „Dieses Buch verändert das Gesamtbild.“
In diesem Sinne High Hitler!

»Ein klug recherchiertes Buch, das erstmals ausführlich belegt, wie perfide die Drogenpraxis der Nationalsozialisten war.« (RBB, Stilbruch)

»Wer auf spannend geschriebene, gut recherchierte Lektüre über ein bisher weniger gut ausgeleuchtetes Kapitel der Nazi-Zeit hofft, wird nicht enttäuscht.« (BILD)

»Ohler schreibt Literatur, eine historiographische Variante des New Journalism.« (Der Spiegel)

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Und hier gibt es noch mehr Drogen:
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