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In Kooperation mit Desperados präsentieren wir jeden Monat den „Rookie des Monats“. Wir stellen Nachwuchs-DJs vor, die gerade Fuß fassen, sich etablieren und auch als Resident in einen Club spielen. Diesen Monat haben wir Janzon aus dem Lehmann Club in Stuttgart befragt.

Warum bist du DJ geworden?

Schwer zu sagen, da für mich was anderes eigentlich nicht in Betracht kam. Schon meine Eltern, vor allem meine Mutter, gaben mir die Leidenschaft zur elektronischen Musik mit in die Wiege. Von ihr kam der primäre Einfluss, sie ging mit mir regelmäßig in Stuttgart in den Plattenladen “Pauls Musik”, um Tracks für ihre Gigs auszusuchen. Electronica, Downtempo, House und eigentlich alles, was irgendwie besonders war. Viele Tracks, die ich heute entdecke und ihr schicke, werden salopp mit “Hab ich damals rauf und runter gespielt” kommentiert. So erreichte das Ganze ziemlich früh einen hohen Stellenwert für mich.
Bevor ich mich aber selbst hinter den Mixer stellte, interessierte ich mich eher fürs kreieren. Mein Stiefvater brachte mir die Produktionsumgebung Nuendo bei. Irgendwann führte dann aber eins zum anderen und ich fing mit dem Auflegen an.

Welcher Künstler inspiriert dich zurzeit am meisten?

Hauptsächlich die Leute aus meinem näheren Umfeld: Carlo (Vetter Sound), Lars (Moerbeck) Jonas (Parallx) und Andre (Consul), von dem man in Zukunft auch noch Einiges hören wird. Da ist es oft ein Geben und Nehmen. Man zeigt sich gegenseitig neue Sachen und wird sofort mitgerissen, weil man sich selbst in bestimmten Elementen wiedererkennt. Wenn ich jetzt aber von einem “externen” Künstler ausgehe, dann haben Belief Defect (Luis Flores & Drumcell) mit “Decadent Yet Depraved” technisch wie auch musikalisch für mich das beste Album des letzten Jahres veröffentlicht.

Erinnerst du dich an deinen ersten DJ-Gig?

Ziemlich gut sogar, ich war damals 14 und durfte dort nur spielen, wenn mich meine Eltern um 3 Uhr morgens abholten. Somit war nüchtern bleiben angesagt. Das war 2007 in den Waggons in Stuttgart, einer kommunal verwalteten Wagenburg auf einem brachliegenden Gelände. Da habe ich auch bis vor zwei Jahren die „Demontage“-Partys mitveranstaltet. An dem Abend war ich sehr aufgeregt, ich wusste nicht, was auf mich zu kam – ich hatte zuvor noch nie einen Club von innen gesehen! Ich spielte nach einer Indieband ein House- & Electro-Set. Die erste Viertelstunde wirkte das seltsam, dann aber ließen sich die Leute gut darauf ein. An einen Track erinnere ich mich auch noch: „Hustler“ von Simian Mobile Disco.

Dein kuriosestes Nightlife-Erlebnis?

Die Leute, mit denen ich rumhänge, sind so kurios, dass sämtliche Ereignisse im Nachtleben zu Skurrilitäten werden.

Seit wann legst du im Lehmann auf?

Meinen ersten Lehmann-Gig hatte ich 2011 mit meinem guten Freund Andre auf einer der „Ruhestörung“-Partys. Den ersten Gig als Resident hatte ich dann 2014 mit Perc, AnD und Truss, mit dem ich jetzt wieder am 18. Mai im Tresor spielen werde.

Was macht der Lehmann Club für dich aus?

In erster Linie die familiäre Umgebung. Nicht nur weil ich Residents wie Betha und Raphael Dincsoy seit einer halben Ewigkeit kenne, sondern auch weil ich mich jedes Mal wie zu Hause fühle, wenn ich wieder hinter der für mich am besten klingenden Booth stehen darf. Durch die Ohren in die Blutbahn direkt ins Herz.

Was gehört für dich zu einer perfekten Partynacht?

Meine Freunde und ein DJ, der mich überraschen kann. Juungs … Club!

Der Klassiker der immer geht

DJ Rush – I wanna – Omnisounds

Deine Top 5 Tracks

1. Somewhen – Kilo (Ostgut Ton)
2. Parallx – Atala (R – Label Group)
3. Alignment – New World (Voxnox Records)
4. Reeko – Methodical (Warm Up Recordings)
5. Cadency – Unbroken (Oaks)

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