KINK_Desperados

Am 24. März lud Desperados im Rahmen des Projektes der Inner Tequila Studios nach Amsterdam  zu einem epischen, experimentellen und einmaligen Party-Erlebnis namens „Soundstage“ ein. Mit dabei der legendäre Live-Act und Produzent KiNK aus Bulgarien, zahlreiche globale Influencer und einzigartige, mobile Soundsystem aus der ganzen Welt, aus dem etwas entstand, das sich von allem unterscheidet, was du je gesehen hast – das ultimative DIY-Musikexperiment.

Bei diesem überwältigendem Live-Erlebnis durften rund 200 Partygäste erleben, wie das experimentelle und interaktive Zusammenspiel von Soundsystemen und dem talentierten DJ zum Track wurde. Das Video wird demnächst auf Desperados Website zu sehen sein. Wir haben mit KiNK vorab in einem Interview über sich, seine Karriere und der Zusammenarbeit mit Desperados geredet.

Dein bürgerlicher Name ist Strahil Velchev. Wie kam dein Künstlername KiNK zustande?

Ich empfand es als schwierig für Menschen aus anderen Ländern meinen Namen zu behalten und ihn richtig auszusprechen, also dachte ich, es wäre es schön einen einfachen und kurzen Künstlernamen zu haben. Ein guter Freund von mir hatte die Idee, als wir im englisch-bulgarischen Wörterbuch rumblätterten. Ich mochte es wie der Name sich anhörte und aussah, wenn er ausgeschrieben wurde. Die Bedeutung war zweitrangig, dennoch gibt es eine Art von Twist in meiner Musik.

Du bist gebürtiger Bulgare und lebst auch heute noch in deinem Heimatland. Gelegentlich bist du auch für Gigs in Deutschland. Wie erlebst du die deutsche Clubszene und was schätzt du an der deutschen Feierkultur?

Ich bin sehr von der deutschen elektronischen Musik aus den frühen Neunzigern beeinflusst. In Bulgarien hatten wir zu dieser Zeit nicht viele Informationen über Tanzmusik, die wenigen Techno-Platten, die es zu dieser Zeit nach Bulgarien schafften, waren Kompilationen des deutschen Labels HYPE! Es gab auch Tracks von amerikanischen, belgischen und britischen Künstlern auf diesen Platten, aber hauptsächlich deutsche Produzenten, die ein bisschen wie die Pioniere aus Detroit klangen, aber mit einer merkwürdigen europäischen Note. Ich liebe diese Tracks. Heutzutage spiele ich regelmäßig in Deutschland. Was ich sehe, sind musikalisch gebildete Mengen und lokale Künstler, deshalb ist es immer eine Freude für mich, wieder zurück zu kommen und mein Bestes zu geben und neue Dinge auszuprobieren. Außerdem ist alles perfekt organisiert und es gibt nie irgendwelche (bösen) Überraschungen. Last but not least schätze ich die deutsche Kultur im Allgemeinen, das Essen und die Landschaft, besonders weil meine Frau halb Deutsch ist.

Die Houseszene ist mittlerweile sehr beliebt und lebt von wirklich vielen Künstlern. Du hast es geschafft, dir einen Namen zu machen und aufzufallen. Wie hast du das gemacht und wie fühlt sich das an?

Ich war lange genug in der elektronischen Musik, um Höhen und Tiefen in verschiedenen Stilen und Bewegungen zu erleben. Jetzt ist die elektronische Musik wieder auf dem Vormarsch, mehr als je zuvor. Ich wollte immer professionell mit Musik arbeiten, weil ich es so sehr liebe und ich glaube nicht, dass ich viel zur Welt beitragen kann, wenn ich für etwas anderes lebe. Eigentlich wollte ich nur als DJ reisen und zuhause Musik produzieren, aber es hat nicht ganz so gut funktioniert. Mein Ex-Agent und guter Freund Kai Fischer aus Hamburg hat mich dazu überredet, meine eigene Musik live zu performen, anstatt mit Platten anderer Künstler aufzulegen. Anfangs gefiel mir die Idee nicht, aber ich entschied mich, die Herausforderung anzunehmen. Diese Entscheidung, jahrelange harte Arbeit und brutale Hingabe haben mich hervortreten lassen und ich fühle mich großartig damit.

Dein Debütalbum „Under Destruction“ hast du deiner Kindheit und deinem Umfeld in deiner Heimatstadt Sofia gewidmet. Was beeinflusst und inspiriert dich bei deinen neueren Produktionen wie deinem letzten Album „Playground“?

Wenn ich Musik mache, kommt die Musik zuerst und dann denke ich darüber nach, wie ich meine Musik am besten in Worten erklären kann, weil es für mich zweitrangig ist, über Musik zu sprechen. Trotzdem rede ich gerne mit meinen Freunden über Musik und analysiere sie bis in die Tiefe. Als ich ein großes Paket an Musik an meinen Freund Gerd Janson schickte, der das Label Running Back betreibt, haben wir versucht, die Verbindung zwischen den Tracks zu finden. Sie alle hatten den Spaßfaktor, Euphorie und Rohheit. Alle Dinge, die ich in der Musik hören konnte, die ich als Teenager liebte. Diese Tracks sind keine Kopien der Musik aus den frühen Neunzigern, aber irgendwie hatten sie eine ähnliche Energie. Gerd erzählte, dass er ein Interview mit einem Künstler mache, der sagte, dass er heutzutage keine alte Musik spielen will, er möchte nur die Energie der Menge und die Aufregung und den Moment, in dem sich der Künstler in diese Musik verliebte, übertragen. Ich kann es nicht besser sagen und ich kann genau darüber berichten, wenn es um mein letztes Album “Playground“ geht. Für die anderen Sachen, die dieses Jahr rauskommen – die Einflüsse kommen von überall her. Es geht darum, neue Musikinstrumente und neue Lebenserfahrungen zu finden.

Du arbeitest jetzt mit Desperados zusammen an dem Projekt Sound Stage, welches in Amsterdam stattfindet. Was genau fasziniert dich daran und hat dich überzeugt einzusteigen?

Ich habe die vorangegangenen Kollaborationen von Desperados mit Künstlern der elektronischen Musik verfolgt und war beeindruckt von einem Video, das ich sah, wo jedes einfache Objekt in einem Club elektronisch mit einem Computer verbunden war und einen Sound erzeugte. Ich wusste, dass dies ein interessantes Projekt sein würde, noch bevor ich die genaue Idee kannte. Was mir an Sound Stage sehr gefallen hat, war der DIY (do it yourself) Ansatz, der Einflüsse aus der Reggae und Dub Musikkultur nutzte und vor allem die Teilnahme an einem sehr internationalen Gemeinschaftsprojekt. All diese Dinge sind die Wurzeln der Musik, die ich liebe, in Bezug auf Klang und Philosophie.

Hast du dich schon darauf vorbereitet oder dir für den Track was überlegt oder passiert alles ganz spontan?

Ich bin total darauf vorbereitet und alle Projektteilnehmer, mit denen ich gesprochen habe, arbeiten an dem Projekt und sind mehr als bereit. Da es sich um ein Experiment handelt, gibt es immer noch viele Fragezeichen, in Anbetracht der verschiedenen Technologien die genutzt werden und im Hinblick auf die Dinge, die wir zum ersten Mal tun, ist es unmöglich, jeden Aspekt zu planen, aber das ist das Schöne daran.

 

www.desperados.com

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