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Jeden Tag werden in Deutschland Drogen konsumiert und somit natürlich auch gehandelt. Scheinbar nehmen diese Zahlen nun zum siebten Jahr in Folge zu. Vor allem die Straftaten im Zusammenhang mit Cannabis und Kokain sind erneut angestiegen.

Am Mittwoch, den 23.05.2018 wurde in Wiesbaden von der Drogenbeauftragten Marlene Mortler (CDU) und dem Bundeskriminalamt (BKA) die Zahlen für das Jahr 2017 präsentiert. Registriert wurden 330.580 Drogendelikte. Dies sind 9,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Es wurden 668 Cannabis-Plantagen und 14 Drogenlabore sichergestellt. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen liegen demnach die großen Hanfplantagen. Vermutlich wegen ihrer Nähe zu den Niederlanden.

Dem Bericht zufolge ist und bleibt Cannabis die am weitesten verbreitete Droge in Deutschland. Rund 7730 Kilogramm Cannabis-Produkte wurden im vergangenen Jahr beschlagnahmt. Fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die meisten Straftaten werden in Verbindung mit Cannabis registriert. Die Zahl ist um 11,8 Prozent auf 199.000 Delikte angestiegen.

Die Zahl der Straftaten stieg auch im Zusammenhang mit Drogen wie Amphetamin oder Ecstasy, am stärksten jedoch bei Kokain. Insgesamt 18 Prozent ist diese Zahl angestiegen. Gründe hierfür seien die hohe Verfügbarkeit und der leichtere Zugang über das Internet. Trotz erhöhter Kontrollen könne dies nicht eingeschränkt werden, sagte der BKA-Chef Münch.

Die Drogenstraftaten werden meist bei klassischen Kontrolldelikten aufgedeckt. Demnach werden mehr Drogen entdeckt, wenn mehr Ermittler eingesetzt werden. Doch da sich das Internet als „fester Vertriebsweg“ immer mehr durchsetzt, ist auch die Zahl der Rauschgiftdelikte im Zusammenhang mit dem Internet um ein Viertel auf 2541 Fälle angestiegen. Falls ihr alle Zahlen auf einen Blick haben wollt oder Zahlen und Diagramme euch irgendwie scharf machen, könnt ihr euch hier den Bericht herunterladen.

Die Drogenbeauftragte Mortler regte sich darüber auf, dass Drogen „einfach bestellt und per Post versendet werden können“. Sie sprach sich erneut gegen eine Legalisierung von Cannabis aus. Es wäre ein „falsches Signal“. Der Konsum von Drogen gehöre in einigen gesellschaftlichen Kreisen heute zur Normalität. Sie wolle aber keine „Gesellschaft, in der der Konsum von Drogen Selbstverständlichkeit wird“.

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Komisch nur, dass in diesem Land so viel Alkohol getrunken wird, wie fast nirgendwo sonst auf der Welt. Jede Woche gibt es hunderte Festlichkeiten, bei denen der Konsum von Alkohol mehr oder minder sogar im Vordergrund steht. Nicht zu vergessen: die meisten Delikte werden im Zusammenhang mit Cannabis begangen. Bei einer Legalisierung würde dies bedeuten, dass fast zwei Drittel der begangenen Straftaten wegfallen würden. Eine enorme Entlastung der Sicherheitsbehörden und der Justiz. Mit den Steuergeldern könnte man, weiß Gott, besseres anstellen. Oder einfach mal ordentlich einen trinken gehen…

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