Die Sommerzeit ist da, die Tage sind wieder länger und die DVD-Releases werden wieder besser. Das trifft jedoch leider nicht auf die Filme von Joel ‚Flatliners‘ Schumacher zu, dessen Filme immer beliebiger werden. „Trespass“ (Acot), mit Nicolas Cage und Nicole Kidman prominent besetzt, ist ein klassischer ‚Home Invasion‘-Thriller à la „Desperate Hours“, der wenig Überraschendes bietet und die sattsam bekannte Geschichte nur wenig variiert. Schumacher setzt auf seinen gute Cast, aber das reicht nicht.
„Kill List“ (Universum) ist inhaltlich auch nicht die Neuerfindung des cineastischen Rades, aber eine gelungene Mischung aus Action-Film, Komödie und Okkult-Horror. Es geht um den ehemaligen Soldaten Jay, der einen Job als Auftragskiller annimmt, um seine leere Haushaltskasse zu füllen. Leider mündet dieser Auftrag in einer Katastrophe. Obwohl er diesen Zwischenfall nicht verarbeitet hat, wird Jay von seinem Partner Gal zu einem neuen Auftrag gedrängt, der den Mord von drei Menschen als Ziel hat. Aber dieser Mordauftrag ist etwas sehr Spezielles.
Etwas speziell Fieses erwarten viele Horror-Fans von Regisseur Darren Lynn Bousman, der für die SAW-Episoden 2 bis 4 verantwortlich zeichnete. Dass er auch gern tiefschwarzen Humor in seine Filme einbaut, bewies sein großartiges „Mothers Day“-Remake mit Rebecca de Mornay. Sein neuester Film „11-11-11 – Das Tor zur Hölle“ (Ascot) geht feinsinniger zu Werke als die SAW-Werke und liefert einen klassischen Grusel-Thriller um Warnungen aus dem Jenseits. Spannend!
Eher abseitig und für Monthy Phyton-Fans zugänglich ist der norwegische Action-Brüller „Norwegian Ninja“ (Koch) um antikommunistische Ninja-Krieger, die die roten Horden im Norwegen der 80er Jahre aufhalten wollen. Für Jack Black-Fans genau das Richtige.
Damit es hier nicht zu albern wird, habe ich mit „One Way Trip“ (Ascot) wieder einen Albtraumgaranten für euch heraus gesucht. Es geht um acht junge Schweizer, die zum Zelten fahren, um halluzinogene Pilze zu suchen. Nach einigen Schwierigkeiten hat die Gruppe tief im Wald den richtigen Ort gefunden, die Zelte aufgebaut, die Pilze gesammelt und es kann losgehen. Alles läuft bestens, bis ein Gruppenmitgleid mit blutüberströmtem Gesicht vom Bierholen zurückkommt und am Lagerfeuer zusammenbricht. Was dann folgt, ist eine Mischung aus „Freitag der 13.“ und zahlreichen Epigonen. Teilweise schön blutig das Ganze – pfui.
Blut ist auch für Stephen King eine wunderbare Flüssigkeit. Das wissen seine Leser und die Betrachter der Filme, die nach seinen Romanen entstanden sind. Die FBI- Okkult-Serie „Haven“ (WVG) basiert lose auf seiner Erzählung „Colorado Kid“ und beleuchtet die Ermittlungen von FBI-Agentin Parker. Die komplette zweite Staffel mit vier DVDs gibt es jetzt zu kaufen und für Fans von Serien à la „Twin Peaks“ oder „Akte X“ dürfte „Haven“ auch von Interesse sein.
Für Fans von Durchstarter Ryan Gosling dürfte jeder Film mit ihm von Interesse sein. Und auch wenn „All Beauty Must Die“ (Ascot) natürlich nicht an die Meisterwerke „Tage des Verrats“ oder „Drive“ herankommt, ist die Geschichte des Industriellensohnes David Marks, der Katie (Kirsten Dunst) heiratet, obwohl sie einer anderen gesellschaftlichen Schicht angehört. Alles läuft gut, doch auf einmal verschwindet Katie spurlos, nachdem sie herausgefunden hat, dass David doch – entgegen seiner Versprechen – wieder für seinen skrupellosen Vater (Frank Langella) arbeitet. Etwas verworren teilweise, aber doch recht spannend.
Um den Leuten, die mir vorwerfen, ich beschäftigte mich nur mit Schundfilmen, etwas Hochkultur zu präsentieren, freue ich mich, euch „Perfect Sense“ (Senator) mit der anbetungswürdigen Eva Green und Obi Wan McGregor ans Herz zu legen. Diese sensible Liebesgeschichte eignet sich perfekt dazu, mit dem Liebsten zusammen im Bett geschaut zu werden. Aber nur Kuscheln bitte.
Nicht ganz so sensibel, aber sehr unterhaltsam ist das Leben von Rolf Eden gewesen, dem mit „The Big Eden“ (Universum) jetzt ein cineastisches Denkmal gesetzt wurde. Seine Lebensgeschichte ist besser als die der Geissens, da er auch noch Relevantes zu erzählen und eine wirklich interessante Vita vorzuweisen hat.
Damit ihr nicht Gefahr lauft einzuschlafen, habe ich mit „Apollo 18“ (Senator) noch etwas Spannendes in petto. Spätestens seit „Cloverfield“ liebe ich Fake-Dokumentationen, okay sogar schon seit „Blair Witch Project“. Im vorliegenden Film geht es um die achtzehnte NASA- Mission zum Mond. 1974, zwei Jahre nach dem offiziellen Ende des bemannten Mondprogramms der NASA, schickt das US-Verteidigungsministerium drei weitere Astronauten auf eine streng geheime Mission zum Erdtrabanten. Die Apollo 18 bringt die Drei zum lunaren Südpol, wo sie ein Raketenfrühwarnsystem gegen die russische Nuklearbedrohung installieren sollen. Doch die Piloten sind mit ihrer Landefähre offenbar nicht allein auf dem Mond. Spannend, popannend. Und damit sind wir auch schon wieder am Ende für diesen Monat.
Jörg Buttgereit Jr.
