Electrique Baroque (4)

Wo haben wir nicht schon überall gefeiert… auf Flughäfen, auf Formel-1-Rennstrecken, in Waldlichtungen, auf einer ehemaligen Raketenstation, in darken und abgeranzten Underground-Clubs, an der Playa d’en Bossa auf Ibiza und, und, und… Aber mal Hand aufs Herz: Habt ihr schon einmal euer Tanzbeinchen im Innenhof eines Fürstenschlosses geschwungen? Eben.

Und genau hier setzt das Electrique Baroque an. Eine ehrwürdige, noch dazu historische Kulisse mit spektakulärem und handverlesenem Line-up. Die Kulisse eingehüllt in großartigen Visuals, gepaart mit einem Top-Soundsystem. Zum dritten Mal lädt die Crew rund um das Electrique Baroque nun bereits ins Residenzschloss Ludwigsburg. Und zwar am 1. September 2018. Dieser Einladung folgen auf DJ-Seite unter anderem: Monika Kruse, Marcel Dettmann, Extrawelt, Âme und Moonbootica. Bei solch einem vielversprechenden Event lohnt es sich doch gewiss, einmal hinter die Kulissen zu blicken. Einen wirklich großartigen Einblick gewährt haben mir Marius Lehnert (seineszeichens Booker und verantwortlich für die Artist Relations) sowie Nico Oßwald, Mitveranstalter und Mitgründer von Electrique Baroque.

Aller guten Dinge sind drei. Glückwunsch also, dass Electrique Baroque dieses Jahr zum dritten Mal eine feste Adresse im deutschen Festivalkalender ist. Erklärt doch den Lesern mal kurz, welches Konzept hinter dem Namen steht, wer eure Zielgruppe ist, und mit wem im Line-up das Ganze stattfindet.

Nico: Der Name sowie seine Schreibweise sollen kommunizieren und verdeutlichen, dass es sich hier um eine Veranstaltung handelt, die auf einem außergewöhnlichen Konzept basiert. Dieses Konzept steht auf drei elementaren Säulen: ein internationales Top-Line-up, eine unverwechselbare Location (Residenzschloss Ludwigsburg), die malerische und lichttechnisch einzigartige Inszenierung dieser Location. „Electrique“ kommuniziert die elektronische Musik und damit das Line-up, „Baroque“ die Location und die Inszenierung. Mit diesem Konzept wollen wir uns klar und eindeutig von Wettbewerbern differenzieren und unseren Gästen ein einmaliges Erlebnis bieten. In diesem Jahr werden  Âme (DJ-Set), Extrawelt – live, Marcel Dettmann, Marius Lehnert, Milyano, Monika Kruse und Moonbootica für königliche Stimmung sorgen. Die letzten Jahre waren schon großartige Künstler wie Luciano, Stephan Bodzin, Fritz Kalkbrenner, DJ Koze, Henrik Schwarz und viele andere am Start. Mit unserem Line-up und mit der musikalischen Ausrichtung sprechen wir ein eher „älteres“ Publikum an. Der Altersdurchschnitt lag in den letzten beiden Jahren bei ca. 29 Jahren.

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Kann man sagen, „Electrique Baroque ist ein fürstliches Technospektakel in pompöser Kulisse“? Ja, oder? Zumal das Residenzschloss Ludwigsburg ja in den Anfängen des 18. Jahrhunderts erbaut wurde. Hier trifft also Alt auf Neu. Was macht den Reiz aus, ein solches Event in einer solchen Kulisse zu veranstalten, und wie schwer war es, die „Eigentümer“ davon zu überzeugen, Techno im Innenhof des historischen Anwesens laufen lassen zu dürfen?

Nico: Ja, absolut. Electrique Baroque ist ein fürstliches Technospektakel in pompöser Kulisse! Der Reiz der Location liegt in ihrer barocken Aura und dem barocken Flair. Wir greifen diese Aura und dieses Flair durch verschiedene Inszenierungselemente, wie Walking Acts und Tänzerinnen in barocken Kostümen sowie ein sehr aufwendiges Projection Mapping auf und spielen damit. Diese Elemente – gekoppelt mit der elektronischen Musik – ergeben das Gesamterlebnis für alle Sinne.
Als wir 2015 mit unserem innovativen Konzept an die königlichen Portale klopften, rannten wir im Grunde offene Türen ein. Wir trafen auf einen offenen und innovativen Schlossverwalter, dem die Idee und das Konzept sofort gefiel und der uns mit allen Kräften unterstützte. Selbst die Schlösserverwaltung Baden-Württembergs ist ein riesen Fan und von Anfang an mit dabei. Natürlich stand man uns außerhalb der Schlossmauern aber auch kritisch gegenüber. Bei der ersten Pressekonferenz vor der Veranstaltung in 2016 bemerkten wir bei den Journalisten die Faszination und die Begeisterung für das Konzept. Und die erfolgreichen Veranstaltungen danach haben bewiesen, dass wir uns mit dem Festival in einer Marktnische bewegen, die vom Publikum sehr positiv angenommen wird

Marius, du bist als Booker für die Artist Relations verantwortlich. Wie tricky ist es heutzutage, so hochkarätige Acts zu bekommen? Bei der Vielzahl an Festivals haben die DJs ja eine enorm große Auswahl, wo sie spielen können, da sie „jeder“ buchen möchte.

Marius: Der Markt hat sich in den letzten Jahren extrem gewandelt, gerade was die Anzahl an Festivals und Open Airs angeht. Umso schwieriger ist es tatsächlich auch geworden. Jeder möchte die ganz großen Acts buchen, umso wichtiger ist eine jahrelange, enge Zusammenarbeit mit den Agenturen. Ich mache seit 2007 selbst Veranstaltungen im Clubbereich und bin so in den letzten knapp elf Jahren mit den meisten internationalen Acts in Berührung gekommen bzw. hatte sie in der Vergangenheit bereits gebucht – das macht natürlich vieles einfacher. Zusätzlich ist das Alleinstellungsmerkmal der wunderbaren Location des Schlosses auch für viele DJs etwas Besonderes, das sie erleben möchten.

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Nebst erstklassigem Sound habt ihr euch eine bahnbrechende Visualisierung auf die Fahne geschrieben. Was kann man diesbezüglich erwarten und wer ist für die Umsetzung von Licht und Mapping zuständig?

Nico: Ja, die Visualisierung ist wirklich bahnbrechend und begeistert selbst uns immer wieder aufs Neue! Die Jungs von Frischvergiftung sind wirklich absolute Koryphäen und wahre Meister auf ihrem Gebiet. Wir werden auch in diesem Jahr wieder zwei riesige historische Gebäudefassenden mit dem Mapping bespielen. In dem Mapping selbst werden wieder barocke Elemente auf die Fassade projiziert. Es werden riesige Engelsflügel über die Fassade fliegen, Goldregen wird vom Dach sprühen und man hat zeitweise den Eindruck, als würden die gesamten Fassaden zum Takt der Musik tanzen. Wir erwecken das Gebäude zum Leben. Das gesamte Mapping ist ein visueller Rausch aus Farben und Formen, die mit der elektronischen Musik verschmelzen und zu einem atemberaubenden Gesamtkunstwerk werden.

Ein gutes Line-up ist das eine – eine tolle Location das andere, was Festivals heute ausmacht. Wie wichtig war euch, die königliche Sause nicht ganz lapidar auf einem Flugplatz, an einem See oder auf einer grünen Wiese auszutragen?

Nico: Als wir uns 2015 mit dem Gedanken beschäftigten, in den Festivalmarkt einzusteigen, haben wir zuerst einen Research gestartet und die europäische Festivallandschaft gescreent. Wir selbst sind jahrzehntelang auf vielen Festivals unterwegs gewesen und wollten einfach etwas Besonderes kreieren. Und was gibt es Schöneres als eine der größten und vor allem schönsten Schlossanlagen Deutschlands? Wir wollten nicht das x-te Festivals auf der grünen Wiese, auf einem Flugplatz oder an einem See sein. Vielmehr wollten wir uns u. a. über die Location von anderen Festivals eindeutig differenzieren. Ein Ansatz war, das Festival in Schlössern zu veranstalten. Und somit ist Electrique Baroque nur Electrique Baroque, wenn es in einem Barockschloss stattfindet. Oder anders formuliert: Ohne riesiges Barockschloss gibt es kein Electrique Baroque!

Der Erfolg von Electrique Baroque spricht für sich. Habt ihr noch weitere Events geplant?

Nico: Ja, weitere Events sind bereits in Planung. Unsere Priorität lag darauf, Electrique Baroque in drei Jahren zu einer erfolgreichen und etablierten Veranstaltung zu machen. Das ist uns jetzt gelungen. Nun bauen wir darauf auf und werden expandieren. Die Gespräche dazu laufen bereits und man darf sehr gespannt sein.

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Da du, Marius, ebenfalls im Line-up stehst, vermute ich mal: Du hast dein Hobby zum Beruf gemacht, und bist als Booker und DJ gleich in doppelter Hinsicht am Event beteiligt. Dein Sound, den die Leute am 1, September von dir zu hören bekommen?

Marius: Ich lege seit 2003 auf und habe seit meiner ersten Veranstaltung 2007 immer selbst das Warm-up übernommen. Iich möchte meinen Gast-DJs / -Live-Acts die Nacht stets bestmöglich vorbereiten, damit sie sich optimal entfalten können. Daher lasse ich es mir natürlich auch beim Electrique Baroque nicht nehmen, den Slot vor dem ersten großen Headliner zu spielen. Dieses Jahr ist es allerdings etwas anders, da ich aufgrund komplizierter Reisezeiten einiger auftretender Künstler einen kleinen Zwischenslot übernehme – wie immer wird hier mein Sound deep-melodisch-groovig sein, wichtig ist einfach, dass es Seele hat und mitreißt.

Kannst du schon etwas über den Timetable verraten?

Marius: Ein klein wenig habe ich ja oben bereits verraten, dass ich dieses Mal nicht den zweiten Slot nach dem Local habe. Der Rest des Line-Ups wird sich darum herum gruppieren – wichtig ist dieses Jahr auf jeden Fall, dass die Gäste früh kommen, denn wir werden bereits fast von Anfang mit unseren Headlinern aufwarten. Der Rest wird ein, zwei Wochen vor dem Event bekannt gegeben, also aufmerksam unsere Kanäle verfolgen!

Electrique Baroque // 01.09.2018 // Residenzschloss Ludwigsburg