bigroombanger_11-2017

Bigroom Bangers by Falko Niestolik 

Offaiah feat. Shenseea
Run This Town „REMIXES“ (Virgin EMI Records)
Offaiah bewegen sich ganz oben in der Liste der produzierenden Künstler und ihr außergewöhnlicher Stil bleibt stets im Ohr. Zur Single „Run This Town“ hat man sich überlegt, Remixe anfertigen zu lassen, und überraschenderweise hat man auch bei der Auswahl der Acts echte Volltreffer gelandet – alle drei sind eine Punktlandung. Mit Riton haben sie wohl den passendsten Act verpflichtet: Der Mix marschiert undergroundig durch den Bigroom und ist ein wahre Waffe! The Magicans machen das, was sie am besten können; gute Laune, jede Menge Groove und ab geht’s – mein persönlicher Favorit. Der Airwolf-Mix ist auch gut gelungen, punktet mit der eigenen Piano-Line und ist der kommerziellste Mix im Paket. 10/10

Eugene Luu & Brandon Michaels
Serenus (Pyro Records)

Pyro Records mit Head-Honcho Point Blvnk betreibt eine sehr regelmäßige wie auch zielgerichtete Label-Arbeit und für den allgemeinen Bigroom-Sektor ist eigentlich immer was dabei. Das neuste Release ist aber doch etwas anders, da es schon fast im Trance-Bereich zu Hause sein könnte, aber eben diesen schmalen Grat gut schafft und so eine Brücke zwischen den Genres schlägt. Die Melodie ist, wie schon beschrieben, recht trancig und der Einsatz im reinen Clubbetrieb könnte sich als etwas schwierig erweisen, allerdings: Wenn die Hände schon oben sind, könnte dieser Track dazu führen, dass sie noch ein wenig höher gehalten werden. 8/10

7 Skies
Once Upon A Time (Enhanced Recordings)

Der Wind aus dem Hause Enhanced weht nicht mehr ganz so straff wie noch vor einem Jahr, hat man sich dem Trend „Back to the Club“ wieder angenommen, was wir sehr begrüßen, da das A&R-Team ein wirklich gutes Händchen hat. Mit dem hier vorliegenden Release ist gute Laune vorprogrammiert, die catchy Melodie mit dem dazugehörigen Vocal-Snippet pumpt sich durch den Track und es macht einfach Spaß – allerdings wäre bestimmt mehr drin gewesen, hätte man es nicht beim Vocal-Snippet belassen. 8/10 

Ben Delay feat. Alexandra Prince
Out Of My Life (Enormous Tunes)

Ben Delay hat gerade einen Lauf. Das hatte er ja schon des Öfteren, aber derzeit wohl bis dato den besten, gab es doch mehrfach Gold für seine letzte Single auf Enormous Tunes. Mit seiner neuen Nummer, welche Alexandra Prince mit ihrer Stimme veredelt, stehen alle Zeichen auf Hit und schon am Tag der Veröffentlichung marschierte das gute Stück in sämtlichen Online-Portalen in die Charts. Tolle Stimme, tolle Bassline und eben dieser einzigartige Ben-Delay-Groove machen die Nummer zu einem Must-have. Der mitgelieferte Calippo-Mix ist da etwas direkter und liefert eine gute Alternative zum Original. 10/10

Sagan
Tempus (Hexagon Records)

Nach einem kurzen Ausflug zu Armada ist Sagan zurück auf Don Diablos Hexagon und frischer denn je. Was für eine fette Nummer: Dicke Synths, extrem coole und in der Art lange nicht mehr gehörte Vocals sowie eine Bassline, die ich bei den letzten Sachen von ihm schwer vermisst habe. Eine extrem gute Clubnummer, die auf mehr hoffen lässt. 10/10

Wassy & Afrojack feat. Oliver Rosa
Lost (Armada Records)

Also, dass ich mal das schreiben würde, was gleich kommt, hätte ich selbst nicht gedacht, aber so ist es. Afrojack, du bist mein Held im Monat November! Was für eine Bombe ist das denn bitte geworden? „Lost“ besticht durch unglaubliche Vocals, ein Mörder-Piano und ein Drumsetting, das so harmoniert wie Red Bull mit Wodka. Diese House-Nummer ist derzeit einfach das Maß der Dinge. Danke! 10/10

Frey
My Beat (Up Club Records)

Er ist einer der vielseitigsten Künstler im Bereich der elektronischen Musik und da ich weiß, was er sonst noch so alles tut, bin ich jedes Mal wieder überrascht, dass er noch eine Schippe obendrauf legt. Mit „My Beat“ hat er sich ein recht bekanntes Vocal zu Hilfe geholt, das quasi das i-Tüpfelchen auf diesem Track ist. Das Vocal ist clever verpackt und geht einem nicht permanent auf die Nerven, der Break startet tatsächlich komplett bei Ruhe – kein Groove, kein Spielkram – und baut sich neu auf, um dann direkt in deinem Gesicht zu landen. Geschaffen hat Frey den perfekten Bigroom-Afterhour-Track, der lange gefallen finden wird. 9/10

Thomas Gold
Tumbler (Armada Deep)
Ich hatte ewig nicht mehr eine Platte von Mr. Gold auf dem Tisch – für meine Verhältnisse hatte er sich in eine Richtung entwickelt, die sich zu weit von dem wegbewegt hatte, wofür ich ihn geschätzt habe: die Clubtauglichkeit. Mit „Tumbler“ ist er direkt wieder da, auch wenn der Track mit Sicherheit nichts für die Main-Time ist, eher was für die Zeit ab 3:00 Uhr, dann aber landet man mit ihm einen Volltreffer. Düsteres Piano, treibende Claps, dicke Bassline und eben im Ganzen sehr straight gehalten. Gutes Club-Tool mit einem schönen, für die heutige Zeit unüblich langen Break. 8/10

Joe Stone
Lets Go Together (Spinnin Deep Records)
Ob es Joe Stone wirklich gibt, keine Ahnung, ob er es wirklich ist auf den Fotos, noch weniger Ahnung – aber seine Tracks sind eine Mischung aus Disco, Bigroom und einfach feinem House. Der neue Wurf ist genau das, was man erwartet: Megacoole Disco-Vocals, die ordentlich Druck auf dem Kessel haben, die Melodie fügt sich wie gewohnt gut ein und der Bass hinterlässt ein gutes Gefühl in der Magengegend – und das das erste Mal bei einer Joe-Stone-Nummer, die nicht gleich ein Cover vermuten lässt, was ihn auch positiv von seinen Kollegen abhebt. 8/10

Dave 202
Eternia (S2 Records)
Das ist doch mal ein wunderschön verpacktes Cover. Mit „Eternia“ scheint der Schweizer Dave 202 sich in den Playlisten der großen Acts festsetzen zu können. Die Melodie kennt jeder, wenn auch nicht unbedingt so, aber sie ist doch stark erkennbar – hört einfach rein! Der Mix zwischen Bigroom und leichtem Trance ist seine Stärke, die er hier voll und ganz zeigt, was den Track zu einem kleinen Hit macht. Druckvoll geht der Drop ans Werk und die knapp 5 Minuten fliegen wirklich dahin. Großes Kino aus der Schweiz. 10/10

 

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