niestolik_bigroombangers_09-2017

Bigroom Bangers by Falko Niestolik

Firebeatz X Lucas & Steve
Show Me Your Love (Spinnin Records)
Featurings werden derzeit bei Lucas & Steve ganz groß geschrieben. Nun entstand zusammen mit Firebeatz „Show Me Your Love“ – ein Track, der sich locker in die Rubrik „Bigroom-Track For Everyone“ einordnen ließe. Er ist keineswegs schlecht, hat aber eben weder Ecken oder Kanten noch Specials oder etwas anderes, an das man sich später erinnern würde. Die Produktion ist eine Bombe, klanglich und auch vom Arrangement her, aber ein wenig mehr hätte es ruhig sein können. 7/10

EDX
Daybreak (Pinkstar Records)
Also EDX sollte man Respekt entgegenbringen: Bei dem Tour-Programm immer noch sein Output-Level so hoch zu halten, ist mehr als beachtlich. Mit „Daybreak“ ist eine großartige House-Nummer entstanden. Er distanziert sich von seinem eigenen Soundsetting – oder sagen wir es humaner: Er entwickelt sich stetig weiter und der Sound hier ist der Burner. Verträumt und gleichzeitig auf den Punkt, bitte mehr davon! Melodie wurde im Hause EDX schon immer groß geschrieben, jetzt eben mit Beleuchtung. 10/10

Hardwell & Austin
Creatures Of The Night „Remixes“ (Revealed Records)
Das Original war zu seiner Zeit ein Meilenstein für Hardwell und wurde weltweit gefeiert. Die nun veröffentlichten Remixe sind am Zahn der Zeit, genauso wie die Artists, die ihre Versionen beisteuern. Madison Mars eröffnet die Spiele und liefert den perfekten Festival-Mix ab: direkt, knackig und absolut zeitgemäß. Die Bootleg-Master PBH & Jack Shizzle gehen hier für ihre Verhältnisse sehr vorsichtig zur Sache – schadet dem Ganzen an sich auch nicht, es fehlt am Ende aber dann doch ein wenig der Pfeffer. Sebastien bleibt seinem Stil treu und liefert hier den wohl schönsten Mix ab: Druckvoll, verträumt geht er zu Werke und verpasst dem Mix ein neues Gesicht. Knaller 10/10

Platinum Doug
Wild Out E.P. (Enourmus Tunes)
Da kommt auf dem sonst eher smoothen Enourmus-Tunes-Imprint ein ganz schön lautes Brett um die Ecke: Platinum Doug sorgt mit seiner „Wild Out“-EP für ordentlich Bigroom-Flair der ganz coolen Sorte auf der Tanzfläche! Der Main-Track „Wild Out“ puncht und groovt sich steil nach oben und die Bassline ist nichts für zarte Gemüter, aber durchaus was für uns. Fette Vocals und die kurz gehaltene Melodie mit epischem Break machen aus ihm ein dickes Ding. Titel 2, „Get High, High Life“, fällt durch den Acid-Einschlag im Break sofort positiv auf, die Vocals sind mehr als deutlich und ab geht die Fahrt. Was für ein Killer! 10/10

2Elements feat. Jean Pearl
You Got Me Burning Up (House Session Records)
Lange nicht mehr wirklich in eine Produktion der beiden oder der Dame(n) reingehört, ich blicke gerade bei der Besetzung nicht ganz durch, aber das ist auch nicht wichtig, denn mit der neuen Single versucht man, an alte, größere Zeiten anzuknüpfen – und mit dem „Love Sensation“-Thema hat man da auch gute Chancen, ist es doch jedem bekannt. Hier wurde versucht, der Sache im Future-House-Stil ein neues Gesicht zu verpassen, was leichter klingt, als man glauben möchte. Die Vocals sind okay und kommen natürlich auch nicht an das Original heran, wobei das gesnippte Vocal im Drop definitiv nicht nach Jean Pearl klingt. Egal und wie auch immer: solide Nummer und auch spielbar. Wäre aber noch Luft nach oben. 7/10

DJ Licious
Ses Salinas (Shomi Records)
DJ Licious liebt große Melodien, schöne Melodien und dicke Pianos – nun haben wir den passenden Track dazu, der mit einer Melodie, die den Floor zum Kochen bringt, einfach ganz unglaublich groovt und pumpt. Ein mega House-Track, der definitiv nach „Hit“ schreien würde, wären da noch die passenden Vocals drauf. Ein echtes Brett in einer Zeit, in der solche Tracks Seltenheitswert haben. 10/10

Jack Wins feat. Raphaella
Hometown (Mixmash Deep Records)
Laidback Luke hat mit seinem Imprint einen gehörigen Erfolg zu verbuchen und Jack Wins ist definitiv eine Stütze dabei. Mit „Hometown“ liefert er die nächste Bombe ab, die ab der ersten Sekunde zündet. Der Brass-Sound marschiert durch den Track und reißt einfach alles mit, der Bass und die wunderbare Stimme von Raphaella übernehmen den Rest und der Abriss ist vorprogrammiert. Einer meiner Festival-Favoriten des Sommers, der immer im Set war. 10/10

Throttle
Baddest Behaviour (Mu Records)
Wenn wir gerade beim Thema „Festival-Tracks 2017“ sind, dann darf dieses Teil definitiv nicht fehlen. Mit „Baddest Behaviour“ liefert Throttle seinen bisher wohl besten Track ab. Straight auf der einen Seite, mit extremem Wiedererkennungswert auf der anderen. Reggae, Trap und eben ganz feiner Bigroom auf knapp 4 Minuten – alles vereint, den Sommer im Track ganz klar transportiert, ein absoluter Knaller. 9/10

Ron Reeser X Kriss Norman
Need You (Pyro Records)
Großes Kino auf Pyro Records: Mit „Need You“ kommt eine wahre Clubhymne auf den Markt. Mit einem gefühlvollen Break, einer Stimme, die sich im Kopf festsetzt, und einem Drop, der die Beine nicht stillstehen lässt, geht das Ding in der Hook doppelt steil, weil es uns erst mit der Melodie abgehen lässt und dann auch noch sein knackiges Clubgesicht zeigt. Ich liebe solche Tracks – einer der Bigroom-Bangers des Monats! 10/10

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