bigroombangers_02-2017

Bigroom Bangers by Falko Niestolik

Showtek vs. Technoboy & Tuneboy
Mellow (Skink Records)
Ganz frisch kommt hier das bereits angekündigte Remix-Paket und das, also die relevanten Mixe, kommt aus deutschen Landen. Mit Calvo wie auch mit Sebastien haben sie sich die zwei Richtigen ausgesucht, denn beide verstehen ihr Handwerk extrem gut und die Chance, damit daneben zu liegen, geht gegen Null – das hört man auch hier. Calvo macht den Anfang: Mit seinem Piano-Sound und seinen Skills spielt er sich stets auf die Floors dieser Welt und liefert einen wirklich hörenswerten und ordentlichen Remix ab. Sebastien geht die Sache etwas ruhiger an, was aber nicht heißen soll, dass das Teil weniger Druck hat. Er versteht es, deep zu bleiben, ohne in diesen kitschigen Einheitsbrei zu verfallen, und der Mix wirkt rund, fett und spielbar. 10/10


Klosman feat. Vita Schmidt

All In (Mixmash Records)
Dass der Herr Klosman fast alle Genres bedienen kann, ist hinlänglich bekannt, und das zeigt auch sein neuester Track auf Laidback Lukes Mixmash „Deep“. Tolle Vocals, soundtechnisch auf dem neuesten Stand, Arrange spannend gestaltet und extrem funktional. Auch wenn die Nummer als „deep“ gekennzeichnet ist, würde ich sie jetzt nicht unbedingt dem Deep House zuordnen, sondern im guten Vorprogramm eines guten Bigroom-Abends sehen. Richtig gute Nummer, die da aus Frankreich rüberkommt. 8/10

Tujamo
Make You Love Me (Spinnin Records)
Hier kommt mein persönlicher Track des Monats. Es groovt, es pumpt, es macht Spaß, es ist gefühlvoll und das Teil geht einfach auf den Punkt durch die Decke. Auf 4 Minuten und ca. 30 Sekunden ist alles verpackt, was einen perfekten Bigroom-Track ausmacht. Die Vocals verleiten direkt zum Mitsingen und auf dem Weg zum Drop nimmt das Ganze so smoove und charmant Fahrt auf, dass es eine wahre Freude ist. Ich bin schon sehr auf die Remixe gespannt, denn es ist alles da, um daraus noch mehr für andere Richtungen zu machen. 10/10

Gramercy
Changes (Curbi Remix) (Armada Music)
Das Original ist einfach komplett an mir vorbei gegangen, doch das stimmt mich jetzt auch nicht unbedingt traurig, weil eben Curbi nun einen Remix gemacht hat, der einfach nur durch die Decke geht. Das Ding ist unfassbar geworden, brachial, sentimental und ganz, ganz groß. Der Break ist gefühlvoll und mit den Vocals des Originals versehen, wirkt verträumt, ein wenig traurig, doch dann rollt der Curbi-Zug so richtig los, nimmt Tempo auf und zerlegt mit dem Drop die komplette Tanzfläche in ihre Einzelteile. Was für ein Hammer! 10/10


Redondo

I Can Cast A Spell (Musical Freedom)
Also, die Nummer wurde schon gefühlte 1000-mal neu aufgelegt – und es gibt schlechte, richtig schlechte und katastrophale Versionen. Diese ist aber anders. Er hat sie Future-House-technisch perfekt umgesetzt und sowohl die Breaks als auch die Drops sind anständig gemacht. Er bringt Gefühl rein und macht die Nummer warm, kommt da aber auch nicht mehr ganz raus, was zwangsläufig dazu führt, dass sie einfach keine Energie hat, wenn der Track sie benötigt. Ich finde sie okay, aber bei solch einem Thema muss dann doch etwas mehr kommen. 4/10

Bad Nelson & Jerry Joxx
Get Up (Run DBN Records)
Ein wirkliches Groove-Monster liefern Bad Nelson & Jerry Joxx hier auf Run DBN Records ab. Es knallt an allen Ecken und Enden und dürfte auf einer vollen Tanzfläche mit der richtigen Crowd zur kompletten Eskalation führen. Frische Synthies und eine brachiale Bassline halten das Tempo und vermitteln im grauen Bigroom-Alltag eine angenehme Frische. Fettes Teil! 9/10

Sam Feldt & Hook N Sling
Open Your Eyes (Spinnin Records)
Mit „What About The Love“ hat Sam Feldt ja schon hören lassen, dass er mehr kann als Kuschel-Future-House, der näher am Schlafzimmer liegt als auf der Tanzfläche. Mit dem neuen Featuring, das mit den US-Boys von Hook N Sling erfolgt, zieht sich die Geschichte weiter – und das finden wir extrem gut. Die Vocals sind der Oberhammer, die Bearbeitung muss echt Nerven gekostet haben. Dass sich Sound, Backing und Abmischung auf Champions-League-Niveau befinden, steht komplett außer Frage. Was für ein Brett! 10/10

Markhese
Venus (Pyro Records)
Also, die neue Nummer auf Point Blvnks Pyro von Markhese ist wirklich ein Lichtblick in dieser trüben Winterzeit. Eine gefühlvolle, wunderschöne Melodie, ein Mega-Backing und die Synthvox sind so perfekt gesetzt, dass der Track einfach vollkommen wirkt – gerade richtig für den Trend, der gerade auf den Tanzflächen herrscht. Die Breaks sind natürlich aufgrund der üppigen Melodie lang gehalten und ein Full Vocal hätte der Sache bestimmt nicht geschadet – heißt aber jetzt nicht, dass sie dadurch weniger funktionstüchtig ist. Tolle Nummer. 9/10

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