Die Liebe war auch in der großen Welt der Musik immer eines der verlässlichsten Themen. Wohl auf ewig werden sie besungen werden, all jene heftigen Gefühle zwischen Euphorie und Schmerz, zwischen Zweisamkeit und Trennung, zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Eifersucht und Harmonie … Unzählige Songs und Alben haben ebenso unzählige Künstler dem oder der Angebeteten gewidmet und ihre Emotionen auf die unterschiedlichsten Klangarten und Stile übertragen, von der Popnummer bis zum instrumentalen Housetrack. Auch bei „Hardcourage“, dem neuen Album von FaltyDL, das uns über Ninja Tune erreicht, stand die Liebe Pate.

Während der Produktion verliebte sich Drew Lustman (so sein bürgerliche Name) und diese eine Liebe wurde zu seiner sprichwörtlichen Muse. „Ich wollte das Album dann einfach nur fertig bekommen, damit ich es dieser Frau widmen konnte“, begründet der New Yorker das Release recht pragmatisch. „For Karme“ markiert für ihn den wichtigsten Track der Platte. Warum dem so ist, das bedarf hier sicher keiner weiteren Erläuterung. „Finally Some Shit/The Rain Stopped“ ist für FaltyDL dann der persönliche Lieblingstrack. „Da stecken eine Menge Zorn und Sinnlichkeit drin.“ Eher anstrengend war für ihn die Zusammenstellung der produzierten Stücke zu einem Album. „Das war enorm schwierig. Das ganze Hin und Her von Labelseite aus … Die Musik zu machen ist ja eher der lustige Teil. Interviews zu geben finde ich auch sehr ermüdend. Das macht nicht so viel Spaß, wie man denken könnte.“ Ursprünglich wollte er „Hardcourage“ gar nicht mit der Öffentlichkeit teilen, entschied sich aber glücklicherweise dann doch dafür. Was nicht bedeutet, dass er gleich immer alles veröffentlicht, was in seinem Studio so entsteht: „Ich habe mindestens 100 Tracks, die ich niemals herausbringen werde, sondern nur Freunden gebe. Das, was letztlich releast wird, ist nur 10% von dem was ich kann und gemacht habe … “ An Selbstbewusstsein mangelt es diesem Künstler definitiv nicht. Fragt man ihn nach dem Hauptgrund dafür, dass er sein FaltyDL Projekt einst gestartet hat, verweist er auf einen alten Bekannten: „Squarepusher brachte mich dazu, dass ich mehr sein wollte, als nur Bassspieler in einer Band.“ Diesem Umstand verdanken wir eine Vielzahl beachtlicher wie inspirierender Werke und Tracks, die zwischen 2007 und heute über Labels wie Planet Mu, Ramp Recordings, Swamp 81, 50Weapons, Hemlock Recordings oder eben Ninja Tune verbreitet wurden. Ebenso fertigte er vielbeachtete Remixe für Mount Kimbie, Scuba, oder The xx. an. Sogar bei Thom Yorke steht FaltyDL weit oben in der Gunst und privaten Playlist und dufte folgerichtig schon den Support für Radiohead machen. Dass man ihm musikalisch gerne mal die Verschmelzung verschiedenster Stile von House bis Electronica zuschreibt, oder wie man ihn überhaupt versucht einzuordnen, das interessiert Drew Lustman herzlich wenig. „Ich denke darüber nicht soviel nach, wie die Journalisten. Ich mache Musik, weil ich es muss. Nicht, weil ich es will.“ Aha. Wie ernst das nun gemeint ist, darüber sollten wir lieber noch eine Weile nachdenken. Bei der Frage nach dem größten Missverständnis, dem er bisher ausgesetzt war, nimmt er noch einmal, wenn auch eher versöhnlich Bezug auf die Musikjournalisten: „Viele von ihnen verstehen nicht, warum ich Musik erschaffe. Aber das ist okay. So ist der Kreislauf des Lebens. Wir alle müssen Fragen stellen.“ Derzeit stellt FaltyDL aber keine Fragen, sondern feilt noch etwas an seiner neuen Liveshow. „Das Set ist momentan nicht ganz vollständig, aber es wird einen Computer, einen Controller und einige Lichter beinhalten. Dazu wird viel getanzt, sowohl im Publikum, als auch auf der Bühne.“
Klare Ansage. Neben dem damit verbundenen Umherreisen wird sich Lustman der Produktion von Filmmusiken und dem Klangdesign für Kunstinstallationen widmen. „Vielleicht kommt auch noch ein weiteres Album dieses Jahr … “

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