poll_2014
FAZEmag Jahrespoll 2014: Album
Koze vor Kölsch, so war das im letzten Jahr bei den Alben. In diesem Jahr wieder ein ‚K‘ vor einem (gesprochenen) ‚K‘:

1. Fritz Kalkbrenner – Ways Over Water (Suol)
2. Caribou – Our Love
3. Recondite – Iffy (Innervisions)
4. Aphex Twin – Syro (Warp)
5. Oliver Koletzki – I am O.K. (Universal)
6. Sam Paganini – Satellite (Drumcode)
7. Douglas Greed – Driven (Bpitch)
8. Plastikman – Ex (Mute)
9. Todd Terje – It’s Album Time (Olsen)
10. Robin Schulz – Prayer (Warner)
11. Felix Kröcher – Läuft. Weiter! (Universal)
12. Niereich – Ghost & Flowers (Nachtstrom)
13. Tensnake – Glow (Universal)
14. Drumcomplex & Roel Salemink – Crossing Borders (Intec)

Best Of The Rest – Alben mit Mehrfachnennungen:
A. Paul – Mindgames (Onh Cet), Alle Farben – Synesthesia (Sony), Angerfist – The Deadfaced Dimension (Cloud 9), Animal Trainer – Wide (Stil vor Talent), Anthony Rother – Netzwerk Der Zukunft (Psi49Net), Armin van Buuren – Intense (Kontor), Art Department Natural Selection (No. 19), Barnt – Magazine 13 (Magazine), BMG aka Brachiale Musikgestalter – Funny Bad World (Abschuss), Boris Brejcha – Feuerfalter 2 (Harthouse), Clark – Clark (Warp), Cortechs – Waste Of Humanity (Steil), deadmau5 – 5 years of mau5 (Virgin), Detroit Swindle – Boxed Out (Dirt Crew), Efdemin – Decay (Dial), Egokind & Ozean – Transition (Traum), Einmusik – 5 A.M. (Einmusika), Gaiser – False Light (Minus), Guardner – Symbolism (Kunststoff), Gunman – Daily Mirror (Shaker Plates) HVOB – HVOB (Stil vor Talent), Jeff Mills – Chronicles Of Possible Worlds (Axis), Jonas Kopp – Beyond The Hypnosis (Tresor), Jooris Voorn – Nobody Knows (Green), Joseph Capriati – Self Portrait (Drumcode), Kiasmos – Kiasmos (Erased Tapes), Klangkarussell – Netzwerk (Vertigo), KlangKuenstler – That‘s Me (Sunday Best), M.in – M.in To The M.ax (Zoo Technique), Mark Barrott – Sketches From An Island (International Feel), Marko Fürstenberg – Ghosts From The Past (Ornaments), Moonbootica – Shine (Four Music), Paco Osuna – Long Play (Minus), Perc – The Power And The Glory (Perc Trax), Roman Flügel – Happiness is Happening (Dial), Santé – Current (Avotre), Sebastian Groth – Pounding (ReWashed Ltd), Roman Flügel – Happiness is Happening (Delusions Of Grandeur), SOHN – Tremors (Beggars), Steve Aoki – Neon Future (Sony Music), Super Flu – Halle Saale (Monaberry), Traumer – Dedust (Desolat), Tricky – Adrian Thaws (False Idols), Vermont – Vermont (Kompakt)

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Interview mit Fritz Kalkbrenner

In Zeiten wo SoundCloud, YouTube und Co. präsenter denn je sind, sich Streaming-Dienste einen nicht mehr wegzudenkenden Platz im Alltag der Musik hörenden Endverbraucher geschaffen haben und somit das allgemeine Wertebild der Musik noch ein Stück weiter verändert hat, gelten Alben schon fast als Prestige-Symbol. Doch auch in Zwanzig-vierzehn konnten wir zahlreiche grandiose Longplayer von ebenso großartigen Künstlern hören. Im offiziellen FAZEmag Jahrespoll konnte sich Fritz Kalkbrenner knapp vor Caribous „Our Love“ und Innervisions’ Recondite mit „Iffy“ die Spitze sichern.

Wir sprachen mit dem Berliner während seiner Albumtour, kurz nach dem Check-In und der Gepäckkontrolle, über sein Album, das gekonnt eine Verbindung zwischen Tanzflur und Wohnzimmer-Soundsystem hält. In „Ways Over Water“ ertönt einmal mehr sein Soul-geprägter Funk, gepaart mit zahlreichen Pop-Attitüden. „Ich bin gerade im Flughafen Transit in Istanbul und auf dem Weg nach Hause. Von daher bin ich gerade etwas knülle. (lacht)“ Es ist gerade das Format Album, in dem Kalkbrenner seine stärken als Produzent und Sänger zum Vorschein bringt. Zugleich er sich dem aktuellen Bild des Longplayers in der Jetztzeit bewusst ist. „Der gewachsene Kulturgegenstand ‘Album‘ ist aktuell, gerade für die Jüngeren, nicht ganz taufrisch, das ist mir bewusst. Ich für meinen Teil bin schlichtweg in meiner prägenden Phase dafür begeistert worden und möchte gerne Alben machen, die etwas mehr sind als ihre einzelnen Bestandteile und schlüssig auserzählt sind.“ Und so ertönt „Ways Over Water“ für zahlreiche Kritiker alles andere als offensichtlich auf den Hit-Button. Genau so wie es „Here Today Gone Tomorrow“ in 2010 oder „Sick Travellin’“ in 2012 bereits taten. Eine Geschichte, die mit jedem hören besser und stimmiger erscheint. „Ich war der Meinung, dass die Balance zwischen den unterschiedlichen Anforderungen gegeben war. Diplomatisch korrekt gibt man ja keiner Nummer den Vorzug. Aber ‚Front of the World‘ sticht für mich z.B. heraus, weil ich mich bei der stilistisch am weitesten aus dem Fenster gelehnt habe. Das gefällt mir.“ Ob er – rückblickend betrachtet – etwas verändert hätte? Wohl kaum, erzählt er abgeklärt. „Wenn der eigene Anspruch bei der Produktion der richtige war, ist es müßig darüber nachzudenken ob man nun etwas anders gemacht hätte. Wenn man für ein Album vier Jahre oder so braucht, hat man seine Arbeit zum Hobby degradiert …“ Stattdessen denkt der Suol-Artist schon jetzt, inmitten seiner Tour, bereits an ein Follow-Up. „Lustigerweise mach ich immer dann, wenn ich eigentlich am meisten Anrecht auf Studiopause hätte, die meisten vielversprechenden Skizzen. Ist jetzt schon zum dritten Mal so.“ Und ehe wir ihn pünktlich zum Boarding in die Maschine nach Berlin-Tegel entlassen, verrät uns Fritz Kalkbrenner noch seine favorisierten Alben aus dem letzten Jahr. „Jungles gleichnamiges Werk, The Delines mit ‘Colfax‘ und The War on Drugs ‘Lost In The Dream‘ fallen mir da spontan ein. Marvin Gaye Deluxe Reedition gehen natürlich immer.“ / Rafael Da Cruz