FAZE_POLL2017

FAZEmag Jahrespoll 2016: DJ

Die Königsdisziplin in Sachen Poll. An der Spitze in diesem Jahr keine Veränderung, dahinter wurde das Feld im Vergleich zum Vorjahr aber ordentlich durcheinandergemischt …

01. Klaudia Gawlas
02. Solomun
03. Pappenheimer
04. Dixon
05. Sebastian Groth
06. Sven Väth
07. Alfred Heinrichs
08. Andhim
09. Nina Kraviz
10. Oliver Koletzki
11. Adam Beyer
12. Ben Klock
13. Björn Torwellen
14. Chris Liebing
15. Maceo Plex
16. Rødhåd

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Klaudia Gawlas im Interview:

Klaudia, du hast zum wiederholten Mal in unserem Jahrespoll in der Kategorie Best DJ gewonnen. Man könnte meinen, es wäre für dich schon Routine. Ich weiß jedoch, dass dem nicht so ist und dass du immer noch sehr aufgeregt bist, wenn es um diese Umfragen geht. Das überrascht ein wenig, weil du doch jedes Wochenende das direkte Feedback deiner Fans bekommst. Wieso ist das also so? Wieso bist du immer so aufgeregt? 

Nun ja, man kann schließlich nicht davon ausgehen, dass man den Poll immer gewinnt. Ich finde es jedes Jahr aufregend, was da passiert. Als ich ihn zum ersten Mal gewonnen habe, konnte ich es einfach nicht fassen und dachte auch, so etwas passiere vielleicht nur einmal im Leben. Aber dann ging die Geschichte noch weiter und es freut mich, zu sehen, dass so viele Leute hinter dem stehen, was ich mache. Das ist ein super Feedback. Natürlich bekomme ich auch am Wochenende mein Feedback, aber da bin ich sehr selbstkritisch und es gibt immer etwas, was man besser machen kann. Ich habe mir 2016 bewusst etwas mehr Freizeit eingebaut und nicht alle Termine gespielt, die ich hätte spielen können oder sollen. Deshalb hatte ich eigentlich nicht damit gerechnet, so relevant für den Jahrespoll zu sein.

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Die heutige Techno-Szene hat zwar einige feste Größen, und das schon seit vielen Jahren, ist ansonsten aber sehr schnelllebig. Mit einem Hit kann man für eine kurze Zeit weit oben landen und nach einem Jahr wieder in der Versenkung verschwinden. Wie hast du es geschafft, jetzt schon über einen so langen Zeitraum auf einem so hohen Level zu agieren?

Das kann ich nicht wirklich beantworten. Die Gäste entscheiden jedes Wochenende, ob man weiterhin angenommen wird oder nicht. Ich versuche nur, meinem Gefühl zu folgen. Alles, was ich will, ist, eine coole Party zu feiern und gute Musik zu spielen. Wenn die Leute zu mir in die Clubs kommen, ist alles gut. Was natürlich von jedem Künstler immer selbst kommen muss, ist der Einsatz, die Bereitschaft, jedes Wochenende unterwegs zu sein – und dabei den Spaß niemals zu verlieren. Es gehört auch eine Art Selbstdisziplin dazu, alles der Musik unterzuordnen. Das ist eine Herausforderung. Aber die Leidenschaft treibt einen einfach an. Den Rest entscheiden die Leute.

 „Techno made in Germany“ ist immer noch ein Markenzeichen auf der ganzen Welt. Trotzdem hat man das Gefühl, dass speziell die Italiener, aber auch Holländer und Schweden den deutschen Künstlern international ein wenig den Rang ablaufen. Wie siehst du das und wie erklärst du dir das? 

Man kann das immer schlecht verallgemeinern. Die Schweden haben einfach Ausnahmekünstler. Ich habe mal in einem Bericht gesehen, dass Musik im Allgemeinen dort auch sehr früh und gut gefördert wird. Es mag auch etwas mit den langen Nächten dort zu tun haben. Aber man muss neidlos anerkennen, dass dieses Land schon immer gute Künstler hervorgebracht hat. Generell empfinde ich diese oben genannten Länder als befreiter vom Kopf her. Die scheinen nicht solchen Zwängen ausgesetzt zu sein wie andere Länder. Daraus resultiert auch vielleicht ein Mehr an Kreativität. Die Italiener und die Ungarn zum Beispiel haben wahnsinnig viel Leidenschaft in sich. Das spürt man, wenn man dort spielt. Jedes Land hat aber Events, die herausragen. Wir brauchen uns da nicht zu verstecken. Vor allem mit Berlin hat Deutschland einen international großen Magneten. Jedoch würde ich mir bei manchen Ravern mehr Offenheit und wieder mehr unbeschwertes Feiern wünschen.

Jetzt hast du gerade ein gefeiertes Album veröffentlicht, das im Jahrespoll auch zum Album des Jahres gewählt worden ist. Was steht bei dir 2017 an? 

Ehrlich gesagt möchte ich mich dieses Jahr wieder mehr auf die Gigs konzentrieren, aber weiterhin die restliche Zeit im Studio verbringen. 2016 lag der Fokus klar auf dem Album. Das ist immer ein sehr langer Prozess, der einen zwar sehr reifen lässt, aber auch sehr fordert. Da ging dann schon mal alles drunter und drüber in meinem Leben. Dieses Jahr habe ich den Druck nicht mehr, die Promo läuft nur noch nebenbei und ich freue mich wahnsinnig auf die kommenden Gigs. Es stehen 2017 großartige Events an, auch nach so vielen Jahren sogar noch ein paar Überraschungen. Coole Clubs und Veranstaltungen im In- und Ausland – das schreit einfach nach einer satten Ladung Techno!

Welche aufstrebenden Künstler wirst du 2017 besonders im Auge behalten und wieso?

Ich fand die Remixe von WEX 10 ganz gut vergangenes Jahr. Die Produktionen haben jedes Mal gezogen auf dem Floor, also ist er jetzt schon ein heißer Kandidat für mich. Auch auf Risto freue ich mich und hoffe, dass ich ihn bald für unser Label MOD gewinnen kann. Und weiterhin auf Flug, der immer gute Arbeit abliefert, und viele, viele mehr.

Wie sieht dein Tag aus, wenn du nichts mit Techno zu tun hast? Ein normaler „Gawlas-Chillday“ also?

Ich beginne den Tag mit einer gemütlichen Tasse Kaffee oder zwei. Später lande ich dann im Wohnzimmer auf der Couch neben dem Schwedenofen mit einer kuscheligen Decke, einem guten Buch in der Hand und einer Tasse Tee. Manchmal schalte ich das Radio ein und mache Deko im Haus. Wenn ich chille, passiert da nicht viel. Das ist dann eher einfach eine Runde abhängen. Das habe ich sehr selten, dafür aber dann intensiv.

Was sind deine Top Ten der Tracks aus 2016?

01. Hans Bouffmyhre – State of Sanity (Sleaze)
02. Deepbass – Rabana (Informa)
03. Risto – Experience (Ristomusic)
04. Ellen Allien – Landing xx (BPitch Control)
05. Jeff Rushin – Solex (Mote Evolver)
06. Sophiiete – Ejection (Credo)
07. Dubspeeka – K374 (Skeleton)
08. A. Paul – Cerox (X erie)
09. Magdalena – Onderwater/Illario Alicante Remix (PZRecords)
10. Klaudia Gawlas – Unique Vision (Credo)