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Francesco Tristano – Surface Tension (Transmat)

Francesco Tristano ist sowas wie eine prall gefüllte musikalische Wundertüte. Wunderbare Sachen kommen dort raus, mal elektronischer, mal klassischer. Dieses Mal hat sich der Luxemburger, Derrick May als seinen Kollaborationspartner ausgesucht, willkommen in Detroit. Vier der acht Tracks hat Tristano zusammen mit May aufgenommen, bzw. als Live-Session eingespielt. Los geht es allerdings mit seiner Version von Sakamotos „Merry Christmas Mr. Lawrence“, bei dem er mit seinem typischen und einzigartigen Pianospiel brilliert und herumwirbelt. Sehr furios, aber auch das einzige Gastspiel des Pianos, denn Tristano ist mittlerweile sehr viel mehr mit Synthies beschäftigt. Mit „The Mentor“ folgt der erste Track mit May und hier läuft jetzt das Zusammenspiel von Tristanos eher experimentellen Ansatz und Mays Tech-Sound auf Hochtouren. Dancefloor-tauglich, aber voller Spannung und Abwechslung. Das zieht sich durch die drei weiteren gemeinsamen Tracks auch weiter, die frische Synthie-Anarchie mit dem Keyboardspiel des Veteranen. Bleiben noch die drei Solotracks, die, losgelöst von der Detroit-Verbindung, prächtig gedeihen, wild herumsamplen und -springen und etwas mehr Abwechslung reinbringen. 10/10 Jacques Yourbody