Gilles Peterson DJ setGilles Peterson ist der Musik-Entrepreneur schlechthin. Der 1964 in Caen / Normandie als Gilles Moehrle geborene Brite hat mehr Compilations zusammengestellt als jeder andere Musikschaffende. Und kaum jemand hat die zeitgenössische Musik so geprägt wie der bekennende Arsenal London-Fan, der Mitte der 1980er Jahre den Begriff ‚Acid Jazz‘ lancierte und 1988 zusammen mit Eddie Piller das gleichnamige Label gründete. Mit diesem ‚Brand‘ bereiste er ganz Europa und sorgte dafür, dass befreundete Künstler wie Galliano, Jazzie Q, The Young Disciples, Incognito und auch Jamiroquai ihre ersten Gigs außerhalb Englands hatten.

1990 rief er das Label Talkin’ Loud ins Leben, das Künstler wie Courtney Pine, MJ Cole, Reprazent, 4Hero, Incognito oder Terry Callier unter Vertrag nahm. Durch diverse Radio-Shows auf Sendern wie unter anderem BBC Radio 1 festigte er seinen Ruf als Experte für groovige Weltmusik zwischen Dub, Reggae, Jazz, Nu Jazz, Broken Beat, House, Drum and Bass und Hip-Hop, die er auf seinem aktuellen Label Brownswood unter die Menschen bringt.

2009 stieß Peterson zum Havana Cultura-Projekt des bekannten kubanischen Rums Havana Club und agierte dort seitdem als musikalischer Botschafter Kubas. Von ihm stammt auch die Idee, kubanische Sounds mit namhaften DJs und Produzenten aus der ganzen Welt neu zu interpretieren. Nach wichtigen Alben wie „Gilles Peterson presents Havana Cultura“, „New Cuba Sound“, „Havana Cultura: The Search Goes On“, ist mit „Havana Cultura Mix: The Soundclash“ das vierte Album aus der Partnerschaft mit Peterson entstanden. In London haben Havana Club und Gilles Peterson das Album „Havana Cultura Mix: The Soundclash“ als Ergebnis eines weltweiten Musikwettbewerbs präsentiert und FAZE Magazin eingeladen, Teil dieser Veranstaltung zu sein.Auf die Frage hin, wieso er von dem Projekt Havana Cultura so begeistert war, erzählt der gerade 50 Jahre alt gewordene Peterson: „Im Laufe der vielen Jahre, in denen ich mich mit Musik beschäftige, hatte ich noch nie eine eigene Platten herausgebracht. Ich habe viele Künstler produziert und viele Compilations zusammengestellt, aber nichts Eigenes releast. Dann rief mich der Verantwortliche des Havana Cultura-Projektes Francois Renie an und erzählte mir, er habe meine Radiosendung auf Radio Nova gehört.

Renie unterrichte Peterson von seinem Plan, nach Kuba zu reisen, um die kubanische Kultur zu unterstützen und dass er Peterson gern dabei hätte. „Ich mochte kubanische Musik. Vielleicht nicht in dem Maße, in dem ich brasilianische oder Musik aus Puerto Rico mochte. Allerdings wusste ich, dass kubanische Musik viele lateinamerikanische Künstler wie Tito Puente inspiriert hatte und deswegen fand ich den Gedanken sehr reizvoll. Außerdem wusste ich um die Geschichte Kubas, kannte aber keinen einzigen Künstler von dort. Das wollte ich ändern.
Dann stellte sich schnell heraus, dass es viele großartige Musiker in Havana gab, aber keine verfügbaren Tonträger dieser Künstler. „Also entschlossen wir uns, selbst ein Album mit diesen Musikern aufzunehmen. Das war eine große Herausforderung für mich. Aber der fantastische Roberto Fonseca unterstützte mich und das Ergebnis waren zwei Grammy-Nominierungen.“Dieses Jahr folgte dann der nächste Schritt: Kubanischer Sound trifft Elektronische Musik. Bekannte kubanische Künstler und talentierte Nachwuchs-DJs aus insgesamt neun Ländern kreierten mit Gilles Peterson auf Kuba das außergewöhnliche Album „Havana Cultura Mix: The Soundclash“ mit 12 Tracks, die den authentischen Sound Kubas mit elektronischer Musik aus der ganzen Welt vereinen. Die Nachwuchs-DJs und -Produzenten nahmen an dem weltweiten „Havana Cultura Mix“-Musikwettbewerb von Havana Club teil, bei dem sie den Song „Agita“ von Havana Cultura featuring EL Micha und Osdalgia kreativ zu bearbeiten hatten. Der Gewinner der deutschen Ausscheidung Jan Elsner aka DJ Monokey aus Bremen überzeugte hierzulande mit seinem Remix nicht nur den deutschen Schirmherr des Projektes Mousse T. sondern auch Gilles Peterson. Elsner gewann das Ticket nach Kuba und erfüllte sich damit einen Traum, den er mit jungen Mitstreitern aus England, Ungarn, der Niederlande, Südafrika, Russland, Schweiz, Chile und Kuba teilte. Der 22-jährige BWL-Student setzte sich mit seiner „Agita“-Version gegen 48 Mitbewerber durch und durfte danach nach Havanna fliegen, um dort mit dem internationalen Schirmherrn Gilles Peterson eine CD zu produzieren.
Und dieser Peterson zeigte sich extrem begeistert von seinen jungen Mitstreitern. „Es war eine tolle Erfahrung. Jeder brachte einen anderen Vibe und einen speziellen musikalischen Background mit in das Projekt ein. Jeder Einzelne war absolut fokussiert und brannte darauf, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen und den besten Song zu produzieren.“
Wie das Ergebnis klingt und wie es zustande gekommen ist, könnt ihr anhand der ARTE-Video-Dokumentation erfahren:

VERLOSUNG:
Wir verlosen drei Havana Club-Pakete, bestehend aus der CD „Havana Cultura Mix: The Soundclash“ plus einer Flasche Havana Club und zwei Havana Club-Gläsern. Wenn ihr gewinnen wollt, müsst ihr eine Kopie eures Personalausweises in eine Email kopieren, diese an win@fazemag.de schicken und das Kennwort Havana Club nicht vergessen. Buena suerte.

Mehr Infos gibt es auf: Havana Cultura

Text: Sven Schäfer
Foto: Fabrice Bourgelle

Mein besonderer Dank gilt dem charmanten Team von Gestalt und den Barkeepern vor Ort.