Gerade ist mit „MyClubRoom Vol. 01“ eine von DJ Sammy iniitierte Compilation via Kontor erschienen, die es sich in sich hat. Das MyClubRoom-Konzept ist Eventreihe, Radioshow und Label in einem und setzt seinem Rundumschlag mit dieser Kopplung nun noch das letzte i-Tüpfelchen auf. Sammy zeichnet aber nicht allein für die Zusammenstellung dieser Premiere verantwortlich, sondern hat sich mit Abel Ramos und Julian Vegas gleich zwei spanische Kollegen zur Unterstützung dazu geholt. Letzterer hat uns ein wenig mehr zu sich selbst und diesem Releaes verraten.

„Ich habe mit 15 angefangen, mich mit elektronischer Musik zu beschäftigen. Die ersten Sets habe ich für meine Freunde und meinen Hund in meinem Zimmer gespielt. Zusammen mit meinen ersten Computern, dem 386 und 486, kam das Interesse, auch Musik zu produzieren. Ich habe mit ‚FastTracker‘ meine ersten Tracks gemacht. Angefühlt hat sich das, als ob man ein Spaceship programmiert. Meine Freunde dachten, ich sei verrückt geworden“, erinnert sich der Mann aus Madrid heute, der seither eine beachtenswerte Entwicklung vollzogen hat. „Eigentlich passierte das alles Sukzessive. Es gibt keinen bestimmten Moment, von dem an alles anders war. Jeder Moment und jeder Schritt war speziell, und ich habe versucht, alles mit der gleichen Intensität zu leben. Es gibt kein Booking, das dem anderen ähnelt.“ Längst ist der als Josse Julian D. Ruiz geborene Resident des Privilege und der donnerstäglichen „MyClubRoom“-Partys das etwas andere Großevent gewohnt. Doch mag er es auch mal klein und fein: „Die großen Partys haben ein straffes Timing. Hier kann man kaum ein Set wirklich ausarbeiten oder den eigenen Stil umsetzten. Dafür kommt das Publikum mit dem festen Vorsatz, Spaß zu haben. Man wittert die Partystimmung regelrecht und landet Treffer wie beim Dartspiel. Auf Ibiza muss ich mich gegenüber anderen absetzten, die Erwartung der Leute ist maximal und der Anspruch an guter Musik brutal hoch. ‚MyClubRoom‘ ist und bleibt eine der Partys, auf denen ich mich sogar beim Auflegen noch darüber wundere, was für ein Entertainmentprogramm geboten wird. Ohne Zweifel die beste Party.“ Auf Ibiza fühlt er sich zwar wohl, doch sieht sich Julian eigentlich eher als Weltbürger. „Egal wo ich geboren wurde; ich bin von überall her. Madrid ist Madrid, aber ich bin an keine Stadt gebunden. Ich habe viele Ziele, alles verändert sich ständig. Ich nehme an, dass der Moment kommt, an dem ich mich irgendwo richtig wohl fühle und dort mein Studio einrichte. Vielleicht aber gefällt mir kurz danach ein anderer Ort und ich ziehe weiter. Im Moment atmet man auf den Balearen gute Energie.“ Hier spielt er zum einen als Resident im Privilege, ist aber auch immer mal wieder woanders zu Gast. „Die besten Partys sind die mit wenigen Leuten, nur ein paar Freunden in irgendwelchen Privatvillen. Ganz entspannt und ohne irgendjemandem irgendetwas beweisen zu müssen. Nichtdestotrotz hat mir die Zeit als Resident im Privilege mit den Veranstaltern verschiedener Events so einige orgasmische Momente beschert.“ Ein Grund mehr für Julian, erst mal auf der Insel zu bleiben, die er als DJ nun schon ganze sieben Jahre beglückt. „Die Essenz der Insel habe ich fast schon mit der Muttermilch aufgenommen. Bereits als kleiner Junge haben mich die Sets der besten DJs des Planeten inspiriert.“ Heute inspiriert er selbst andere, und so ist sein Mix für die „MyClubRoom“-Compilation in gewisser Weise ein musikalisches Statement. „Alle Tracks der Session sind in meinem Plattenkoffer. Ganz klar habe ich versucht, in 80 Minuten verschiedene Stücke und sogar unterschiedliche Stile einfließen zu lassen. Also ja, man kann sagen, dass ich einen Großteil der Stücke auflege, wenn ich unterwegs bin.“

www.julianvegas.com
www.myclubroom.com