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Langenberg – Neufindung durch Distanzierung

Mild-Pitch-Mitgründer Langenberg hat sein Debütalbum „Central Heated House“ veröffentlicht. Ganz getreu dem Namen präsentiert er ein exzellentes und entspanntes House-Album, das bereits auf Dessous Recordings erschienen ist. Zum maßgebenden Deep House mischen sich Elemente aus Jazz und Soul mit ein, das Album behält aber auch stets seine Tanzbarkeit. Neben seinen Produktionen auf Dessous hat er auch bereits auf Ovum, Mule und Drumpoet Community veröffentlicht und ist zusammen mit Manuel Tur als Ribn unterwegs. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

„Central Heated House“ ist der erste Langspieler von dir. Wie empfandest du die Arbeit an dem Album?

Spannend! Es ist ja mein erstes Album und dementsprechend war ich auch das erste Mal mit der Frage konfrontiert, wie man den Raum eines solchen Formates füllt. Dabei habe ich einen musikalisch recht offenen Einstieg gewählt, viel experimentiert und mich auf die Suche nach Stimmungen gemacht, die ich für relevant und nicht überzitiert hielt. Zwischenzeitlich habe ich mich dabei von genau den Elementen getrennt, die meine Produktionen und am Ende auch die Stimmung meines Albums ausmachen. Ich habe mich bewusst von einigen musikalischen Mustern distanziert, um diesen auf anderen Wegen wieder begegnen zu können.

Im Album hört man viele Anspielungen an Dub und klassischen Deep House. Was reizt dich so sehr an diesem Stil? Was oder wen würdest du als direkte Einflüsse bezeichnen?

Für mich steht Dub für eine gewisse Form von Essenz, dessen Minimalismus und Wärme definitiv Inspiration für meine Produktionen sind. Zudem sind Dub Techno und klassischer Deep House die Genres, die mein Interesse an Clubmusik geweckt haben; und dieses gewisse Gefühl produziert haben, an dessen Kraft ich seitdem glaube. Einige Basic Channel Produktionen und das Album ‚First Floor‘ von Theo Parrish waren für mich frühe und wichtige Einflüsse.

Wie kam der Kontakt zu Dessous zustande? Was hat dich veranlasst dort das Album zu veröffentlichen?

Zu Steve besteht seit einigen Jahren ein freundschaftlicher und vertrauensvoller Kontakt. Nachdem ich meine „Finisher EP“ bei Dessous gesigned hatte, kam die Anfrage, ob ich nicht ein Album machen wolle. Da habe ich natürlich keine Sekunde gezögert und zugesagt.

Was steht in den nächsten Wochen sonst noch an? Welche Release kommen noch von dir? Geht es mit dem Album auf Tour?

Ja, im Rahmen des Albums wird es eine Release-Tour geben. In nächster Zeit werde ich also vermehrt Clubgigs spielen. Zudem arbeite ich an einigen Kollaborationen. Unter anderem mit Thomalla, Steve Bug, Sasse und Sandrino. Nach langer Zeit war ich auch wieder mit Manuel Tur im Studio. Es wird also auch neues von unserem gemeinsamen Projekt Ribn geben.

Aus dem FAZEmag 058/12.2016

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Fotocredit: Annika Nagel