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Bei Säulen-PAs denkt man zuerst an Alleinunterhalter und Straßenmusiker. Denn die Systeme sind in der Regel recht leicht, kompakt und nehmen wenig Platz ein. Kurzum: Transportabilität steht diesen Anlagen im Vordergrund. Und genau das macht sie auch für die DJ-Zunft und Veranstalter spontaner Partys im nächstgelegenen Park interessant. Denn mit einem leichten und kompakten Soundsystem lässt es sich im Bedarfsfall auch mal prima vor uniformierten Gesetzeshütern flüchten. Aber halt – da wäre ja noch das 30 Kilogramm schwere Stromaggregat. Wie rennt man damit vor dem nahenden Blaulicht weg? Eine nicht nur für den illegalen Einsatz äußerst praktische Alternative wäre ein akkubetriebenes System. Wie zum Beispiel die MAUI 5 GO aus der LD-Systems-MAUI-Serie. Wir haben uns das 800 Watt (peak) starke und 12,3 Kilogramm leichte Säulen-System angeschaut, angehört und es auf Herz und Nieren überprüft.

Die MAUI 5 GO kommt in einem überraschend stattlichen Paket bei mir an, das erstmal so gar nicht die Begriffe „kompakt“ und „transportabel“ in mir wachruft. Bei Auspacken stellt sich allerdings heraus: Die Anlage ist schlicht und ergreifend gut verpackt. Nach erfolgreichem Unpacking liegen ein aktiver 8-Zoll-Subwoofer aus robustem ABS sowie drei Säulenelemente vor mir. Eins beinhaltet den Akku, eins dient als Distanzstück und eins ist mit vier 3-Zoll-großen Mid-Hi-Speakern ausgestattet. Die Säulenelemente wiegen gefühlt gar nichts und auch der Subwoofer lässt sich dank seines integrierten Tragegriffs angenehm leicht spazieren tragen. Angenehm leicht geht auch der Aufbau von statten: Subwoofer hinstellen, Akkuteil draufsetzen, Distanzteil und zuletzt Mid-Hi-Modul einstöpseln – fertig. Dank der zum Patent angemeldeten Quick-Swap-Technologie ist das Ganze Prozedere nicht nur idiotensicher, sondern dauert auch nur gefühlte fünf Sekunden. Das nenne ich mal sportlich. Was die Optik angeht, haben die Designer von Adam Hall, zu denen LD Systems gehört, alles richtig gemacht. Der Subwoofer ist oval geformt und verjüngt sich nach hinten – das wirkt nicht nur äußerst dynamisch, sondern spart zudem auch Platz und Gewicht. Bei der Säule wurde die gleiche schnittige Form gewählt. Alles ist abgerundet, wirkt ergonomisch und sieht einfach stylisch aus. Kein Wunder also, dass das Design mit dem Red Dot Award sowie dem IF Design Award ausgezeichnet wurde.

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Anschluss gesucht und gefunden
Anschlussseitig wartet die MAUI 5 GO mit fast allem auf, was man so benötigt. Neben zwei XLR/Klinke-Kombi-Eingängen (Line Stereo) auf der Rückseite des Subwoofers, stehen ein Miniklinkeneingang für MP3-Player und Co, ein Hi-Z-Klinkeneingang für Musikinstrumente sowie ein Mikrofoneingang mit ebenfalls XLR/Klinke-Kombibuchse zur Verfügung. Ganz zeitgemäß ist die Anlage zudem mit Bluetooth ausgestattet. Sehr cool: Dank des XLR-Ausgangs können unbegrenzt viele MAUI 5 GOs in Reihe geschaltet werden. Zur klanglichen Kontrolle stehen jeweils eigene Lautstärkeregler für Line, Mic und Hi-Z bereit. Der Miniklinkenanschluss und Bluetooth teilen sich einen Volume-Regler. Die Gesamtlautstärke wiederum lässt sich über den Main-Level-Regler justieren. Zudem steht ein Zwei-Band-EQ (Sub Level und Hi-Boost) zur Verfügung.

Aber wie klingt die Kiste?
Ganz ehrlich: Die kleine Anlage klingt überraschend gut. Die Höhen sind angenehm präsent ohne zu schreien, die Mitten dagegen könnten etwas weniger betont sein. Bei klassischer Musik zum Beispiel dröhnen diese zuweilen etwas. Bei anderen Genres (ich habe von Techno über Drumandbass, Dub, Jazz und Gitarrenrock bis hin zu „Schnappi das kleine Krokodil“ so ziemlich alles durchgehört was ich finden konnte) waren die Mitten wiederum recht moderat. Die Bässe drücken, trotz des nur bis 50 Hertz herunterreichenden Frequenzgangs, mehr als solide. Hier merkt man, was die 200 Watt (RMS) starke Class-D-Endstufe unter der Haube hat. Gerade bei Musik mit langen, langsam ansprechenden Bässen wie Dub oder Reggae macht die MAUI 5 GO so richtig Spaß und zeigt, was sie kann. Mit aufgedrehtem Sub-Boost funktioniert aber eigentlich jede Art basslastiger elektronischer Musik auf der Anlage gut. Natürlich fehlt der gewisse Sub-Anteil, den ein ausgewachsenes Soundsystem darstellt, aber das darf man bei einem 8-Zoll-Subwoofer und Akkubetrieb auch nicht anders erwarten. Was wirklich überrascht, ist der Abstrahlwinkel der Anlage. Anders als man es erwarten würde, strahlt die Säulen-PA äußerst breit ab. Zentral positioniert, lässt sich so auch eine Crowd, die nicht direkt vor der Anlage steht, ideal beschallen. Wer die akkubetriebene Version der schon etablierten MAUI 5 als klassischer Musiker nutzt, kann sie gleichzeitig als Monitoranlage wie auch zur Beschallung des Publikums nutzen. Rückkopplungen? Fehlanzeige. Grund dafür ist der integrierte DSP-basierte Multiband-Limiter, der die Anlage auch vor Übersteuerung schützt. Geschützt ist die MAUI 5 GO zudem vor Kurzschlüssen, Überhitzung und Überspannung.

Der Duracell-Hase unter den akkubetriebenen PA-Systemen?
Der Lithium-Ionen Akku reicht laut Hersteller bei moderater Lautstärke bis zu 30 Stunden. Bei voller Lautstärke sind bis zu 6 Stunden ununterbrochener Musikgenuss zu erwarten. In Anbetracht der Leistung ist das eine ganz ordentliche Hausnummer. Wobei ich, so ehrlich muss man sein, die Anlage nicht über mehrere Stunden bei voller Lautstärke habe laufen lassen. Auch Musikredakteure haben bekanntlich Nachbarn. Aber was passiert eigentlich, wenn der Akku mal leer ist? Der optional erhältliche Ersatzakku ist in Windeseile eingesetzt. Die Ladezeit (entweder über die ans Stromnetz angeschlossene MAUI 5 GO oder das ebenfalls optionale Ladegerät) beträgt gerade einmal drei Stunden. Apropos Stromnetz: Ist eine Steckdose in der Nähe, kann das Säulen-PA selbstverständlich auch per Netzstrom betrieben werden. Der Akku wird in dieser Zeit aufgeladen. Äußerst praktisch, finde ich.

Resümiert
Man kann es nicht anders sagen: Mit der MAUI 5 GO schickt LD Systems ein mobiles Soundsystem ins Rennen, dass sich durch einen leistungsstarken Akku, einen mehr als passablen Sound und ein in sich stimmiges Konzept auszeichnet. Der Aufbau geht superschnell und kinderleicht. Für 200 Watt Leistung (RMS) macht die Säulen-PA ordentlich Druck. Braucht man mehr Leistung, lassen sich mehrere Systeme miteinander verbinden. Klanglich lässt die MAUI 5 GO für ihre Größe und Ausstattung kaum etwas zu wünschen übrig. Dank Line- und Mikrofonanschlüssen sowie einer stabilen Bluetooth-Verbindung kann vom iPhone übers Mikrofon bis zur Gitarre so ziemlich jeder erdenkliche Klangerzeuger angeschlossen werden. Die Optik ist mehr als gelungen, sodass die Säulen-PA sich auch im heimischen Wohnzimmer ziemlich gut macht. Wer auf einen integrierten Akku verzichten kann, dem sei die ansonsten weitestgehend gleich ausgestattete MAUI 5 ans Herz gelegt – oder aber die größeren Vertreter der MAUI-Serie.

Die MAUI 5 GO ist zum Preis von 799,- Euro (UVP) in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich.
Text: Feindsoul
www.ld-systems.com/MAUI5GO