Eine Hand bucht die andere – die Kolumne von Marc DePulse

  Gute Arbeit macht sich auf lange Sicht bezahlt, denn Qualität setzt sich bekanntlich immer durch. Das Resultat daraus ist Anerkennung und eine stetig wachsende Fanbase. Doch nichts ist für einen DJ so wertvoll wie eingehende Bookinganfragen. Es ist der Nährboden der Existenz, die ultimative Wertschätzung für das eigene Schaffen. Natürlich pusht es das Ego. Die Augen leuchten, als würde Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen und der graue, ach so verregnete Herbsttag erscheint plötzlich wie ein Strandurlaub im Hochsommer: Juhu, was für eine Ehre! Meine Kunst ist gefragt! Der Tag ist gerettet, das Dauergrinsen ersetzt 500 Solarzellen...

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Die Knöpfchendrücker vom Dienst – Kolumne von Marc DePulse

    Es ist über zwei Jahre her, als Bebetta, Nico Pusch und Einmusik als DJs bzw. Live-Acts zum Regensburger Bürgerfest eingeladen wurden. Vom dortigen Kulturreferenten wurden sie danach in der lokalen Presse als „Knöpfchendrücker“ bezeichnet. Doch warum? Der handgemachte Live-Gedanke wurde nicht erfüllt und die Bühnen der „echten“ Bands blieben weitgehend leer, während die versammelte Meute den elektronischen Klangkünstlern zujubelte. Nun, das passiert in der Regel, wenn man sich einschlägige Szene-Lieblinge auf die Bühne stellt. Hip ist was „Hype“ ist und so geht auch die Musikkultur mit der schönen neuen Zeit. Man sollte sich von dem Gedanken lösen,...

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No photo policy: Erziehungsmaßnahme oder Mitläufer-Politik? – Die Kolumne von MarcDePulse

Die coolen Szene-Locations machen es vor und viele ziehen nach. In einer Generation, die das schwenkende Feuerzeug durch das leuchtende Mobiltelefon ersetzt hat, kommt es daher wie eine Wohlfühloase. Der einschlägige Clubtouri kennt es aus Berlins Szeneläden und es verbreitet sich weltweit immer mehr: fotografieren und filmen verboten. Symbolischer Aufkleber auf die Kamera und dann bitte auch gleich noch die Kiste einmal ganz ausschalten, in der Tasche – ach, am Besten gleich zuhause lassen. Juhu, also endlich keine übersteuerten Wackelvideos mehr aus dem dunklen Technokeller. Aber was steckt dahinter? Es ist das vielzitierte „Social Dreckwork“, was das Fusion Festival...

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„Hey man, hast du mal ´ne Promo für mich?“ – Die Kolumne von MarcDePulse

Jeder Produzent liebt es, wenn die eigene Musik gut ankommt und schon Wochen vor der offiziellen Veröffentlichung ihre Kreise zieht. Dann, wenn man die geneigte Hörerschaft mit Ausschnitten triggert, um sie für das Release-Date mal so richtig heiß zu machen. Es ist aber auch der Zeitraum, in dem längst verloren geglaubte Freunde plötzlich wieder auftauchen. Gute Musik erhöht schließlich auch den Koeffizient vieler Nutznießer: „Hey Marc, alter Kumpel. Lang nichts voneinander gehört. Dein neues Release ist so fett!! Kannst du mir das schicken?“. Und spätestens da beginnt das Schubladendenken im eigenen Hinterkopf, denn eine Bemusterung unterscheidet immer zwei Typen...

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Die Erwartungshaltung an einen DJ – die Kolumne von Marc DePulse

  „DJ Jochen is in the town!“ Natürlich ist die Veranstaltung seit Wochen ausverkauft. Die Leute reiben sich schon die Hände, die Raver-Füße zucken bereits und die Social-Media-Nerds können ihr Glück kaum in Ausrufezeichen fassen!!!!! Die Vorfreude auf einen DJ ist natürlich riesengroß, wenn diese/r schon beim letzten Mal begeistert hat und die Erinnerungen daran noch in aller Munde sind. Und natürlich ist es auch der Anspruch des DJs selbst, diese fette Party nicht nur zu wiederholen, sondern diesmal noch einen drauf zu setzen. Hin und wieder sind es aber dann Momente wie diese, wenn man sich nach langer...

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Notiz an mich: ein Resümee aus vier Jahren Selbständigkeit – die Kolumne von Marc DePulse

April 2013: Der Monat, in dem alles begann, was schon seit über einer Dekade am Laufen war. Nun wurde aus Spaß bitterer Ernst, gesellten sich Ängste und schlimme Vorahnungen zu einer großen Portion Risikobereitschaft, die die meisten sowieso viel zu selten im Leben haben. Ab jetzt wurde aus meinem „Just-for-fun“-Hobby ein Hauptberuf. Jetzt wurde es also echt und greifbar. Selbständigkeit, Eigenverantwortung, das ganz große Ding. Den freien Fall aus dem einst sicheren Leben vor Augen geführt bekommen. Schlaflose Nächte. Planungssicherheit gegen Ungewissheit tauschen. Das monatliche Gehalt durch Existenzängste ersetzen. „Denkst du auch an deine Rente, Junge?“ Puh, auch das...

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Wie ihr den perfekten Track produziert – die Kolumne von Marc DePulse

Produzenten kennen das Drama: die stundenlange Suche nach der perfekten Kickdrum. Das tagelange Basteln an einer Nummer, um das Projektfile letztlich wieder zu verwerfen, weil man sich darin verrannt hat. Es ist die endlose Sehnsucht nach der zündenden Idee, nach dem i-Tüpfelchen, um aus der B-Seite jetzt den absoluten Knaller zu machen. Im Kopf fühlt man schon den richtigen Beat, im Ohr ertönt die imaginäre Hit-Melodie, einzig muss der „Hit von morgen“ nur noch produziert werden. Doch schnell stellt man fest: was da im Hinterköpfchen summt, ist gar nicht so leicht zu Blatt zu bringen und am Ende entsteht...

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Die Baukasten-DJane startet durch – die Kolumne von Marc Depulse

„Jenny Villalobos hat dich eingeladen, ihre neue Seite DJane Jenny Villalobos mit „Gefällt mir“ zu markieren.“ Der Name ist natürlich fiktiv, aber sinnbildlich für das, was seit etlichen Jahren in der Szene passiert: Bekannte DJs machen ihre Freundin oder Frau plötzlich zur DJane. Pünktlich zur neuen Social-Media-Präsenz gibt es auch gleich das erste Release. Nanu, auf dem Label, wo der Göttergatte ja auch veröffentlicht. Vom Sound her klingt die Single auch genauso. Huch, in der gleichen Booking-Agentur ist sie jetzt auch schon gelistet. Verrückt, was es für Zufälle gibt. Zynismus beiseite. Auflegen kann jeder und jede. Eine spontane Taschenkontrolle...

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Warm-up will gelernt sein – die Kolumne von Marc DePulse

Jedes Raver-Kind weiß, dass eine Nacht musikalisch völlig verschiedene Gesichter hat. Das Warm-Up, die Peaktime und die Früh-Morgen-Stunden bis zum bitteren Ende. Jede dieser Phasen ist eine Kunst für sich, denn zu jeder Nacht- und auch Tageszeit muss man die Crowd anders anpacken. Was sich für viele nach lustigem Vorglühen anhört, ist alles andere als gelacht: das Warm-Up in einem Club zu spielen. Bestenfalls für den Headliner, welcher dann mit einer geschickten Auswahl der aktuellen Beatport-Top-20 die Menge in den Rausch versetzen darf. Nun gut, das war überspitzt. Warm-Up also. Jene einleitende Phase, die die Nacht eröffnet. Nämlich dann,...

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Social Media my ass – die Kolumne von Marc DePulse

Es gibt seit ein paar Jahren Berufe, die selbst meine Eltern nach mehreren Erklärungsversuchen nicht verstehen. Social-Media-Manager zum Beispiel. Also Leute, die Seminare und Kurse besucht oder gar Diplomarbeiten darüber geschrieben haben, wie man Facebook und Co richtig handhabt. Verrückte digitale Welt. Und sie trifft auch jeden Musiker. Denn wer kennt es nicht? Man denkt, man postet die Weltneuheit auf Facebook, und keinen Menschen interessiert es. Die Stimmung ist bereits im Keller, wenn man nach 10 Minuten immer noch keine Reichweite, geschweige denn Gefällt-mir-Angabe auf seinen Beitrag bekommen hat. Organische Reichweite funktioniert im Grunde wie ein Schneeballsystem: Liken, teilen...

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Generation „Müsli statt Döner“ – die Kolumne von Marc DePulse

Sonntag früh, 8:00 Uhr. Die Schuhe hinüber, die Hose dreckig, das Shirt zerrissen. Glitzer im Gesicht, Apfelmus im Kopf, ein Geruch wie fünf Tage Pumakäfig, aber du bist der glücklichste Mensch der Welt, denn dein Lieblingstürke ums Eck hat dir gerade einen Big Döner gezaubert. Dazu eine Kippe, einen Kaffee, eine Nase und weiter geht’s zur Afterhour oder für manche DJs gleich weiter zum nächsten Gig. Eine mögliche Beschreibung des typischen Ravers, damals wie heute. Ballern ohne Ende, drei Tage wach, „YOLO“. Doch gibt es heutzutage diese Art Raver noch unter den DJs? Ja, aber es werden immer weniger....

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48 Stunden in Georgien: zwischen Party und Putsch – die Kolumne von Marc DePulse

Zugegebenermaßen habe ich in gut 15 Jahren als DJ schon sehr viel erlebt, gesehen, gerochen, angefasst. Immerhin durfte ich meine Musik in mittlerweile 25 Ländern spielen, also bin ich gewissermaßen abgehärtet. Während dein Umfeld die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sagt „Was, da fährst du hin?“, habe ich immer noch ein zielsicheres Grinsen im Gesicht: „Klar, warum nicht?“ Und aus Erfahrung weiß ich, dass Reisen in den Osten immer etwas Spannendes haben. So auch diese. Ich wurde für Freitag, den 15. Juli, nach Batumi, Georgien, gebucht. Da die Reise von Deutschland aus etwas umständlich ist, hat man mich...

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