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Knapp sechs Jahre nach der ersten EP kommt das Zweigespann Mononoid, bestehend aus Andy Godderis und Igor Shumlyanskiy, mit seinem ersten Longplayer um die Ecke. Zeitgleich ist es auch das erste Albumrelease auf Einmusikas spielerischem und teils experimentellem Sublabel EIN2.

2006 gestartet und seit 2010 unter Mononoid bekannt. Der Name setzt sich aus „mono“ – für „solo“ oder auch „allein“ – und „nooit“, dem niederländischen Wort für „nie“, zusammen. Daraus entstand Mononoid, was frei übersetzt „nie allein“ heißt. Mit ihren deepen, progressiven Produktionen haben sie sich nicht nur in ihrer Heimat, den Niederlanden, einen Namen gemacht, sondern längst auch in Deutschland. Gigs im Sisyphos, Rote Sonne, Elipamanoke und demnächst auch in Dänemark stehen mittlerweile auf der Tagesordnung. Anhaltende gute Laune hinter den Decks sowie konstanter musikalischer Output aus dem Studio sind die beiden Markenzeichen der Holländer, die auf immer mehr Begeisterung stoßen, obwohl sich ihr Sound über die Jahre sehr verändert hat. „Musik ist wie eine Evolution, genauso wie das Leben und eigentlich alles, was um einen herum ist“, philosophiert Andy. „Damals sind wir sehr in den melodischen, ja fast schon kinematografischen Techno eingetaucht. Aber mit den Jahren, in denen wir nun dabei sind, haben wir viele Einflüsse aufschnappen und Ideen gewinnen können. Wir machen einfach das, was uns im jeweiligen Moment am besten gefällt. Der eine mag das Weiterentwicklung nennen, wir nennen es Freude an der Musik.“

Dass sie nun endlich ihr erstes Album auf den Weg gebracht haben, ist bis dato sicherlich der größte Meilenstein in ihrer Karriere. „In der Vergangenheit haben schon einige Labels gefragt, ob wir nicht ein Album machen wollten, aber irgendwie fühlten wir uns noch nicht bereit dazu. Wir wollten auch sichergehen, dass wir auf unserem Album genau das machen können, wozu wir Lust haben. Ohne, dass uns jemand reinquatscht. Als Einmusika angefragt hat, haben wir sofort zugesagt. Die Musik, das Gefühl, das Team – all das passt zu uns“, beschreibt Igor den Prozess. „Es fühlt sich an, als ob wir zu Hause angekommen wären.“

„Coming Home“, so auch der treffende Titel, präsentiert neun Stücke, die die beiden in geschlagenen fünf Monaten durchgepeitscht haben. Progressiv, tiefgründig und abwechslungsreich führen Andy und Igor durch ihre musikalische Welt. Auch Kollaborationen mit dem Berliner Künstler Nikorus sowie Beatamines sind auf „Coming Home“ zu finden.

„Wir haben jeweils eigene Studios in Groningen, die aber sehr nah aneinander liegen. Igor ist meist für den rhythmischen Teil und die Drums zuständig, ich kümmere mich lieber um die Melodien und das Arrangement“, erklärt Andy die Zusammenarbeit innerhalb des Duos. „Für uns ist durch diese Aufteilung ein schneller Workflow entstanden und der erlaubt es uns, auch einmal Abstand von den Tracks zu gewinnen, um, nachdem der jeweils andere daran geschraubt hat, wieder mit nüchternem Blick das gesamte Werk beurteilen zu können.“ Das entstandene Werk ist vor allem eine Mischung aus clubtauglichen Sounds und deep-melodischen Alternativen. Vor allem für Letzteres waren Mononoid bisher eher unbekannt, sind ihre früheren Veröffentlichungen stimmungstechnisch sehr nach vorne gerichtet. Hier beweisen sie jedoch ein neues, gar sehr erwachsenes Händchen für intelligenten Sound, der sich sehr gut in das alternativ gehaltene Klangkonzept des Sublabels EIN2 einfügt.
Aus dem FAZEmag 064/06.2017
Text: Max A.