Bildschirmfoto 2017-04-03 um 23.21.03

Moses hat gesprochen #034, FAZEmag 061/03.2017
Working kills your DJ skills

Es gibt Momente im Leben, in denen man sich entscheiden muss. Für oder gegen, mit oder ohne. „Arbeit macht frei.“ Das ist die Parole, die als Toraufschrift in Auschwitz zu ihrem zweifelhaften Ruf kam. Die Pervertierung dieses Satzes ist gerade in dem Zusammenhang mit dem Holocaust widerlich. Nun, bringen wir das Ganze mal in gesellschaftskonforme Züge.
Ist es die Arbeit, die einem Freiheit schenkt? Finanziell? Sicherlich! Persönlich und geistig? Das kommt darauf an. Ich bin ein großer Gegner der „Glorification of busy“, wie wir sie in den letzten Jahren stets erlebt haben. „Höher, schneller, weiter“ ist die Devise. Das nächste Investment lauert um die Ecke. Das ist gut – wenn man dafür brennt. Leidenschaft ist eine wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Komponente im Leben und in der Arbeit. Sie ist es, die die Arbeit leicht werden lässt, die Arbeit in ein Hobby verwandelt, in etwas, an dem man Spaß hat.
Als Künstler ist man einem hohen unternehmerischen Risiko ausgesetzt. Oft wird das komplette Leben rein aus den Einnahmen der DJ-Gigs finanziert, während der Verkauf der eigenen Produktionen eher der Promo als dem Umsatz dient. Nächte und Wochenenden werden geopfert, Tage werden für Studio- und Labelarbeit hergegeben. Booking, Labelmanagement, produzieren, auflegen – ein unterschätztes Business mit hohen Risiken. Bleibt der Erfolg aus, bleiben einem die unbezahlten Rechnungen.
Es ist die Leidenschaft, die diese Investition fast ungeschehen macht. Es ist die Leidenschaft, die einem an den Wochenenden das Grinsen ins Gesicht zaubert. Es ist die Leidenschaft, die einen das machen lässt.

Euer Moses

Mehr Moses:
Donald Duck Trump
Populismus

Veranstalter-Feedback aus der Hölle

Ach, Jan Leyk …
50 Ausgaben Techno, Titten und Dosenbier!
Die Arroganz des Undergrounds