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Moses hat gesprochen #051, FAZEmag 09.2018
Repeat

Zack, das war’s. Sommer fast vorbei. Bumm. Ich habe mal durchgezählt. 22 Festivals habe ich dieses Jahr besucht und jedes einzelne war mir eine große Freude. Ich habe im Bus geschlafen, im Hotel, im Zelt. Ich bin geflogen, ich bin der Bahn gefahren, ich bin Auto gefahren. Ich war alleine, zu zweit, zu zehnt.

Alles in allem: Ich hatte einen aufregenden Sommer! Was nicht so aufregend war, das war der Einheitsbrei, den mir die Sparte der EDM-Festivals servierte. Während Adam Beyer und Bart Skills uns die eingängige Hook „Losing My Mind“ servierte und mir spätestens nach dem zweiten Mal hören einen völlig unnötigen und unlimitierten Ohrwurm verpasste, lieferte jedes mittelgroße EDM-Event denselben Hands-Up-Kram ab. Warum zum Teufel werden Millionen an Gagen verprasst, nur damit jeder DJ immer wieder den selben Einheitsbrei spielt?

Nun, jedes Jahr wird etwas Neues verwurstet. Im letzten Jahr hat man die alten Trance- Klassiker herausgekehrt und dem ganzen ein paar Drops und etwas Quietsch-Electro verpasst, dieses Jahr sind es die Black- und R’n’B-Classics. Mir erschließt sich das nicht mehr, aber wenn das kleine 18-jährige Gerippe mit dem Turnbeutel und dem bauchfreien Shirt dazu genügend säuft, geht’s uns doch allen gut. Warum sie nach dem sechsten Mal „Still D.R.E.“ im W&W-Festival-Remix noch nicht im Notarztzelt liegt, verstehe ich aber auch nicht.

Ab September wird uns die Flut der Aftermovies erwischen und ich hoffe, das macht mir wieder Lust auf das nächste Jahr. Vielleicht verwursten wir dann Death Metal.
Cheers

 

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