Vor kurzem haben wir darüber berichtet, dass die US-Finanzexperten von Seeking Alpha vorausgesagt haben, dass SFX Entertainment kurz vor der Pleite stünde. Dieser Tage hat das bekannte Forbes Magazin die Gerüchteküche noch weiter angeheizt.

Drei Jahre ist es jetzt her, dass Robert F.X. Sillerman für das Billboard Magazin die Weltkugel als Disco-Kugel verziert in der Hand haltend posierte. Seit diesem Cover-Shooting und dem Kauf von Beatport und vielen Events auf der ganzen Welt ist einiges passiert mit dem EDM-Millardär und mit seinem Unternehmen SFX Entertainment ebenfalls.

Wie das Forbes Magazin berichtet, liegt sein EDM-Imperium in Scherben. Die Gründe seien schlechtes Management,  seltsame Finanzentscheidungen und sein übersteigertes Ego. Sillerman, der die Musik-Live-Events in den 1990er Jahren auf eine neue, professionelle Ebene hievte, gab dem Forbes Magazin ein Interview, in dem er die volle Verantwortung für die aktuelle Situation von SFX auf sich nahm.

Außerdem versicherte der mittlerweile 67-jährige Geschäftsführer von SFX, dass er der richtige Mann sei, um das Unternehmen aus der Not zu retten und nicht mit dem Gedanken spiele, das Unternehmen aufzugeben.

Sillerman sagte im Rahmen eines Telefongesprächs mit Forbes wörtlich: “Wir haben nicht genügend Zeit, um alle meine Fehler aufzulisten.“ Einen dieser Fehler hatte er bereits im September 2012 in einem Interview zugegeben, als er behauptete, von EDM überhaupt keine Ahnung zu haben. Gegenüber Billboard sagte er 2012: “Ich weiß nichts über EDM. Ich treffe die Menschen, deren Unternehmen wir kaufen und ich habe nicht die leiseste Ahnung, was sie machen und wovon sie reden. Und ich liebe es.“ Der gesundheitlich stark angeschlagene Sillerman, der seit einiger Zeit mit einem Krebsleiden zu kämpfen hat, führte SFX Entertainment mit einem Aktienkurs von 13 US Dollar an die Börse, was einen Unternehmenswert von mehr als einer Milliarde US Dollar im Oktober 2013 bedeutete. Aktuell beträgt der Wert von SFX nur noch 88 Millionen Dollar.

Dennoch schätzt Sillerman die Wahrscheinlichkeit, dass SFX zahlungsunfähig werden könnte, mit 0 Prozent ein. Damit steht er allerdings alleine.

US-Analysten haben geschätzt, dass die Einkaufstour von SFX (ID&T,  Totem OneLove Group – die Macher vom australischen Stereosonic Festival und Beatport) mehr als 300 Millionen US Dollar gekostet hat. Und I-Motion, die Veranstalter von Nature One, Ruhr-in-Love oder Mayday sind hier noch nicht einmal aufgeführt.

Wie sagte Sillerman doch im Juli 2012: „Wir sind nicht primär an Gewinnmargen interessiert. Wenn man Autos oder Waschmaschinen baut, dann sind diese Margen wichtig. Das ist aber nicht die Art und Weise, wie ich die Unterhaltungsindustrie sehe. Ich sehe es als Kunst und nicht als Wissenschaft an.”

Im vergangenen Monat veröffentlichte das Unternehmen das zweite Quartalsergebnis und musste einen Nettoverlust von 48 Millionen US Doallar im Vergleich zum Vorjahr bekanntgegeben. Außerdem ist SFX’ Geldreserve auf 38.6 Millionen US Dollar geschrumpft.

Man wird sehen, was hier in Bälde passiert. Wir halten euch auf dem Laufenden.

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