Sie kennen sich bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr. Eine Band wollten die beiden damals schon haben. Allerdings nicht unbedingt der Musik wegen. Vielmehr, um Mädels aufzureißen. Auch wenn der Plan aufging, änderte sich der Fokus recht schnell, sodass nur noch die Musik im Mittelpunkt stand. Die beiden aus Paris stammenden Dorian Lo und César de Rummel remixten bereits Bob Sinclar, Hyphen Hyphen, James Bay und mehr. Nachdem sie in den größten Hallen Frankreichs – wie Zenith de Paris, Toulouse oder Halle Tony Granier – Konzerte gespielt hatten, veröffentlichten sie die Singles „Be Mine“ und „Katchi“ über Warner Music. Innerhalb weniger Wochen kletterten beide Songs an die Spitzen der Charts auf der ganzen Welt. Aktuell haben die beiden Produzenten & DJs auf Spotify monatlich über fünf Millionen Hörer und kommen insgesamt auf mehr als 300 Millionen Plays. Auf YouTube wurden ihre Videos über 185 Millionen Mal angeschaut. In diesem Jahr waren sie für den Echo in der Kategorie „Best Newcomer International“ nominiert. Nun veröffentlichten Ofenbach die neue Single „Party“.

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„Wir sind so stolz darauf, dass so viele Leute unsere Musik hören, und stellen auch fest, dass unsere Fans nicht ausschließlich aus einer Generation stammen. Unser Sound hat so viele Einflüsse von damals, sei es von den Rolling Stones oder von AC/DC. All diese Welten finden auf Songs wie ,Katchi’ meiner Meinung nach zusammen. Sowohl mein Dad als auch mein bester Kumpel haben also einen Zugang zu unserer Musik, und das finde ich sehr schön“, erzählt Dorian. „Wir hatten damals nicht nur eine Band. Von Hardcore über Pop bis hin zu Electro – es gab viele. Ich spielte Drums und Keyboard, Dorian war an der Gitarre zugegen. Wir waren immer zusammen und haben gemeinsam Musik gemacht. In dieser Zeit der Bands haben wir eine Menge über Musik gelernt. Und über Girls“, lacht César. Das Duo wurde in seiner Laufbahn auch sehr von der lokalen Szene geprägt. „Aus Paris kommen so viele für uns wichtige Acts wie Justice, Daft Punk oder Phoenix. Daher war und ist die Szene hier immens wichtig für uns und hat uns extrem geleitet. Auch die Clubs hier spielen eine wichtige Rolle in diesem Gerüst und tragen Woche für Woche ihren Teil dazu bei.“ Angesprochen auf die Entwicklung in ihrem Sound, die sich vom eher Rocklastigen hin zum heutigen Deep House vollzog, empfinden die beiden diese als natürlich. „Das haben wir nicht bewusst geplant. Man könnte das eher als einen natürlichen Werdegang ansehen. Und statt des elektronischen Genres hat sich vielmehr Pop bei uns zuerst eingeschlichen, ehe dann ein konkreterer Viervierteltakt hinzukam“, so Dorian.

Im Studio harmoniert das Duo nicht zuletzt aufgrund sehr kurzer Wege, wie César erzählt. „Ich würde das als sehr angeregtes Pingpong-Spiel bezeichnen. Unsere Wohnungen sind nur 200 Meter voneinander entfernt, daher sehen wir uns sehr oft und arbeiten recht intensiv an unseren Sachen. Sobald einer von uns eine Idee hat, schickt er sie dem anderen und man versucht, etwas daraus zu machen. Jeder von uns hat ein Studio zu Hause, so ist man permanent in der Lage, produktiv zu werden. Dorian schickt mir recht oft Vocal-Schnipsel und ich versuche dann, mit dem Keyboard etwas dazu zu spielen.“ Die Ergebnisse sprechen für sich. So ist das Duo dieser Tage auf dem besten Weg, Weltstatus zu erreichen. Damit einher geht natürlich auch der Druck. Doch damit können sie umgehen, erzählen sie. „Natürlich ist da mittlerweile eine Art Druck – weil wir wissen, dass unsere Musik gehört wird. Und das von nicht gerade wenigen Menschen. Aber, hey, genau das wünschen sich doch alle Künstler, die Ewigkeiten im Studio verbringen. Daher ist dieser Druck immer mit Stolz und Zufriedenheit verbunden. Und die Tatsache, dass deine Aufnahmen nicht ins ,Leere’ laufen und verpuffen, ist schön. Vor einigen Monaten haben wir erstmals in Mexiko gespielt und alle Leute konnten ,Katchi’ und ,Be Mine’ komplett fehlerfrei mitsingen. Wir sind einmal um den Erdball geflogen und stellten fest, dass so viele Menschen mit einer völlig anderen Kultur unsere Musik kennen und mögen – das hat uns die Sprache verschlagen.“

Mit der neuen Single „Party“, die am 30. März erschienen ist, verneigen sich Ofenbach vor dem Multiinstrumentalisten, Komponisten, Produzenten und DJ Adam Gibbons aka Lack of Afro – und mit ihr sind sie bestens für die Sommer- bzw. Festival-Saison gerüstet. „Ja, wir freuen uns zum Beispiel wahnsinnig auf das Lollapalooza-Festival in Berlin. Wir lieben die deutsche Hauptstadt. In Frankreich gibt es dieses Jahr noch das ,Les Vieilles Charrues’-Festival, wo wir direkt nach Massive Attack und den Gorillaz spielen. Es ist das größte Festival in Frankreich und wir sind schon sehr aufgeregt. Wir arbeiten gerade mit Hochdruck an unserer Bühnenshow; es wird ein Mix aus dem Futuristischen von Daft Punk und einem sehr starken Live- und Singer-Charakter sein. Wir möchten viele Sänger einbauen. Wir können es kaum erwarten, damit auf Tour zu gehen, und hoffen, dass unsere Fans das genauso gut finden wie wir.“ Ihre weiteren Pläne? Direkt nach dem Sommer steht das Debütalbum an, das bereits zu 95 % fertig ist. „Das wird noch mal ein richtiges Highlight direkt nach den warmen Monaten. Wir leben unseren Traum und leben im Hier und Jetzt. Vielleicht wäre ein Monat ohne Termine mal ganz angenehm, zum Atmen. Aber das wird wohl erst Mitte 2019 etwas, nach der Album-Tour. Aber, hey, das ist völlig in Ordnung so. Denn von diesem Hier und Jetzt haben wir jahrelang geträumt.“

Aus dem FAZEmag 075/05.2018
Text: Triple P
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