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Ólafur Arnalds – Island Songs (Mercury Classics/Universal)

Der isländische Musiker hat sich auf eine musikalische Reise durch seine Heimat begeben und das mit sieben Songs, die er mit verschiedenen einheimischen Künstlern und Musikern aufgenommen hat, dokumentiert. Begleitet hat ihn dabei Filmemacher Baldvin Z, der zu jedem Song ein Video gedreht hat. Das sind sehr beeindruckende Songs, filigran und intim. Getragen durch Arnalds Piano, einem Streicherensemble und geprägt durch die jeweiligen Gastmusiker, die ihre eigene Stimmung mit einbringen. „Árbakkinn“ entstand mit dem Poeten Einar Georg, der seinen dezent-monoten Sprechgesang einbringt. Der Musiklehrer Dagný Arnalds begleitet „1995“ mit seiner Orgel und „Raddir“ wird unterlegt vom elfenhaften Gesang des südisländischen Kammerchors. „Öldurót“, sicherlich ein Highlight der Sammlung hier, ist eine Gemeinschaftsarbeit mit dem Komponisten und Dirigenten Atli Örvarsson und Orchester. Eine atemberaubende Schönheit, intensiv und fragil. Für „Dalur“ begab sich Arnalds in seine alte Heimat Mosfellsdalur, spielt mit dem Brasstrio Mosfellsdals. Weiteres Highlight ist der Auftritt von Nanna Bryndis Hilmarsdottir, Sängerin der Band Of Monsters And Men. „Particles“ heißt der Song, der unter die Haut geht und in die Weite des isländischen Hochlands strebt. Den Abschluss bildet „Doria“, das nur mit seinen ständigen Streicherbegleitern entstanden ist und nochmal alle Kitsch- (Jawoll!) und Schönheitsregister zieht. Ein fantastischer und berührender Klassik- & Ambient-Trip zu den Wurzeln isländischer Musik, auf denen der Boom der Musik zwischen Pop und Electronic basiert. 10/10 Dieter Horny