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Patient darf selbst Hanf anbauen

Dies ist ein großer Schritt für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Wie Spiegel Online berichtet, darf erstmalig in Deutschland ein auf medizinisches Cannabis angewiesener Patient sein Hanf selbst anbauen. Wie SPON erklärt hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte dem 53 Jahre alten Mannheimer erlaubt, in seinem Badezimmer maximal 130 Cannabispflanzen pro Jahr für den Eigengebrauch anzubauen. Das bestätigte ein Sprecher der Bonner Behörde. Der 53-jährige Mann leidet an Multipler Sklerose.

Dieses Urteil ist insofern einschneidend, da das Bundesinstitut den Eigenanbau zuvor stets abgelehnt hatte. Zwar gibt es in Deutschland mehr als 900 Patienten, die Cannabis als Medikament verwenden dürfen. Sie müssen es aber bisher in der Apotheke kaufen und die Kosten selber tragen. Für das Gramm fallen in der Apotheke rund 15 Euro an.

Der Mannheimer jedoch hatte durch mehrere Instanzen geklagt und argumentiert, dass er monatlich rund 1500 Euro für sein Cannabis ausgeben müsse. Das könne er sich nicht leisten. Im Frühjahr hatte das Bundesverwaltungsgericht die Behörde verpflichtet, „dem Kläger zu erlauben, Cannabis anzubauen, zu ernten und zum medizinischen Zweck seiner Behandlung zu verwenden„. Cannabis helfe dem Mann, der unter anderem an spastischen Lähmungen, Sprachstörungen und depressiven Störungen leidet. Dieses Urteil setzt die Behörde nun um.

Spiegel Online zitiert einen Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin: „Das ist eine Klatsche für die Politik, die es bisher nicht geschafft hat, ein erstes Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes aus dem Jahr 2005 korrekt umzusetzen“.

Die Bundesregierung hatte im Frühsommer einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem es Hanf in bestimmten Fällen auf Rezept geben soll. Sollten die Kosten künftig von den Krankenkassen übernommen werden, erlischt die zunächst bis Sommer 2017 erteilte Ausnahmeerlaubnis für den Mannheimer MS-Patienten. Bis dahin darf er aber bis zu 20 Hanfpflanzen gleichzeitig in seinem Badezimmer züchten. Nicht benötigte Pflanzen oder geerntete Pflanzenteile müssen laut der Erlaubnis vernichtet werden. Außerdem muss er seine Hanf-Medizin in einem „Wertschutzbehältnis“ sichern.

Dass Cannabis auch laut US-Amerikanischer Studien Krebszellen zerstört, könnt ihr hier nachlesen.

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