Planet Xenbel
von Xenia Beliayeva
Thema: Future Entertainment & Future Music Festivals – Australien

Port Campbell: Zum fünften Mal innerhalb von sieben Jahren in Australien! Endlich die Menschen wieder sehen, mit denen ich sonst nur über Facebook und Skype Kontakt habe. Warum bin ich hier? Wegen Future Entertainment.

Future Entertainment ist der größte Veranstalter Australiens, zumindest was unsere Musikrichtung angeht. Neben 20 Festivals, über 100 Künstler- und Labeltouren pro Jahr, eigenen Partyreihen, Tourmanagement, Lifestyle und Musik Marketing in Australien und Neuseeland, startet Future dieses Jahr sein erstes Festival in Malaysia und glänzt über die Grenzen Australiens mit seinem LineUp für eine aufregend, moderne Perspektive auf die Zukunft der internationalen Musik. Die Future Music Festivals finden jedes Jahr über zwei Wochenenden verteilt in Brisbane, Perth, Sydney, Melbourne und Adelaide statt und ermöglichen Künstlern, neben den Gigs auch viel Zeit miteinander zu verbringen. Man fliegt gemeinsam von Stadt zu Stadt, ist im gleichen Hotel untergebracht, tingelt von Bühne zu Bühne oder unternimmt etwas während der freien Tage. So habe ich mir schon mit Herrn Novy, Sébastien Léger und Princess Superstar den Hintern in Perth am Strand verbrannt und mit Josh Wink auf der Suche nach glutenfreien Müsliriegeln in Adelaide über den berühmten Shanghai Spinner philosophiert. Doch dazu später mehr.

Dieses Jahr besteht die Crew aus Künstlern, Managern, Tontechnikern und Anhang aus 300 Leuten, die auf zehn Stages verteilt von 12 bis 22 Uhr die Leute unterhalten und wie ein kleiner Flying Circus gemeinsam durch Australien reisen.

Eine von den Bühnen ist die „Likes Of You Stage“ wo Sven Väth, Dubfire, Oliver Huntemann und Jamie Jones zusammen mit Aphex Twin sowie Die Antwoord spielen. Allesamt haben sich gewundert, warum gerade Die Antwoord zwischen Olivers und Dubfires Set platziert worden ist.  Die Erklärung ist zwar nicht simpel, aber spekulativ: Nach langen Verhandlungen mit Aphex Twin standen seine Bedingungen fest. Ohne Die Antwoord würde er nicht spielen. Das klingt zwar merkwürdig, andererseits erfuhr ich, dass er im Gespräch mit Dubfire noch nicht einmal wusste, in welchem Land er sich gerade aufhielt. Somit erhielt sein Wunsch auf der Aphex-Twin-Skala wohl nur mittelmäßige Erstaunlichkeitswerte. Ich verstehe nicht all zu viel von Die Antwoords Texten, aber die Band ist smart und hat etwas zu sagen. Zum Beispiel: „Fuck“. Oder „Fuck Your Ass Motherfucker“. Die 18-Jährigen heutzutage werden wohl gerne vulgär angeschrien. Aber so ist sie nunmal, die Kunst.

Zurück zum Shanghai Spinner. Das ist, wie Josh berichtet, eine Sexpraktik aus Shanghai, die ich bis dato noch nicht ganz verstanden habe. Sollte sich ein DJ in Shanghai nach einer Massage für ein „Happy Ending“ entscheiden, besteht die Möglichkeit, dass sich die Masseurin mit den Füßen an einem langen Seidentuch aufhängt, das vorher gegen den Uhrzeiger gewickelt wurde. Somit soll sie sich beim Blowjob um den Penis drehen. Ich bin nicht hundertprozentig sicher, ob ich das ausprobieren würde, aber: Lieben Gruss vom Ende der Welt!

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