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Ich denke, es gibt unzählige Ansätze, einen Remix zu machen – ebenso wie es viele verschiedene Ansichten gibt, was einen Remix interessant macht. Manchmal begegne ich Remixen, die als funktionales Tool fungieren und ein anderes Mal beinhalten sie nicht weniger musikalischen Ausdruck als das Original. Ich selbst liebe es, Remixe zu machen und ich denke, das ist deswegen, weil man hier eine gute Mischung aus einem strikten Rahmen hat, sich auszudrücken und einer Menge von schönen Sounds, die meinen Arbeitsprozess bereichern. Ohne allzu großes persönliches Drumherum – was natürlich oft der Fall ist, wenn ich meine eigene Musik schreibe.

Wenn ich die Teile eines Songs bekomme, den ich remixen soll, dann nehme ich mir viel Zeit, die Sounds zu verarbeiten, sie zu loopen, schichten … bis ich eine volle Palette von Klanglandschaften und Rhythmen hab. Einige mit hohem Wiedererkennungseffekt des Originals, einige kaum erkennbar. Wenn ich dann die Sounds fertig habe und ich mich mit ihnen verbunden fühle und ich sehe, wie sie miteinander „singen“, richte ich alles aus auf meinem Rechner, bereite die Synths und Drum Machines vor, lösche alles in meinem Kopf, versuche konzentriert zu sein und schaffe meiner Kreation den nötigen Platz. Wie bei meinen eigenen Tracks improvisiere ich mit Live-Takes im Studio oder ich nehme halbe Live-Jams mit ein paar Takes, die eine über die andere schichte. Normalerweise führt das dann zu diversen Entwürfen aus denen ich einen oder mehrere aussuche.

Es gibt so viel gute und inspirierende Musik, so viel gute Remixe von großartigen Produzenten und Künstler. Meine Liste könnte viel länger sein und es gibt viele Remixe, die ich schweren Herzens nicht in die Liste aufgenommen habe. Ich habe versucht, die Arbeiten von Produzenten rauszusuchen, bei denen ich bei ihrer Art des Remixens einen persönlichen und echten Ansatz spüre. Es gibt keine spezielle Rangfolge, alle genannten Remixe sind auf ihre Art und Weise wunderbar.

TM404 – 303/303/303/606/606 (Dorisburg Remix)
Shackleton – Blood On My Hands (Ricardo Villalobos Remix)
Joel Alter & Eric D Clark – Rules Of Love (Dj Qu All Ova The Floor Retouch)
Born Ruffians – I Need A Life (Four Tet Remix)
Fransesco Tristano – Idiosynkrasia (Ben Klock Remix)
Ligovskoi – Labiate (Abdulla Rashim Remix)
Mirko Loko – Kolor (Carl Craig Remix Part 1)
Monic – Deep Summer (Burial Remix)
Radiohead – Little By little (Shed Remix)
Theo Parrish – Falling up (Chateau Flight Remix)
Tadeo – The Motivation (Efdemin Remix)
Silent Servant – Relish (Function Remix)
Joseph S Joyce – The Warrior (Danieli Remix)
Tosca – Suzuki (Burnt Friedman Remix)
Infiniti & Juan Atkins – Think Quick (Moritz von Oswald Remix)
Mike Parker – Inversion 6 (Donato Dozzy Remix)
Jason Fine – Workin It Out (Porn Sword Tobacco Wok Edit)
Radio Slave – Tantakatan (Prins Thomas Diskomiks)
Thomas Fehlmann – Berliner Luftikuss (Move D Remix)
WhoMadeWho – Keep Me In My Plane (DJ Koze Remix)

Aus dem FAZEmag 067/09.2017
Aktuelle EP von Sebastian Mullaert: www.defaultposition.com/samunnati