„Gens“ heißt das neue Album des Berliners Answer Code Request, das gerade auf den Markt gekommen ist. Nach „Code“ aus dem Jahre 2014 ist es der zweite Longplayer, der wie sein Vorgänger auf Ostgut Ton herausgekommen ist. Wen der Berliner sich nicht gerade in seiner Heimatstadt aufhält oder auf Tour ist, verbringt er einen großen Teil des Jahres im Stadtstaat Singapur.

AnswerCodeRequest

Bester Club:
Kyo war einer der besten Clubs für elektronische Musik in Singapur, leider ist der mittlerweile geschlossen. In den letzten Jahren hörte ich öfters von diesem Undergroundclub namens The Headquarters by The Council. Die unterstützen lokale Acts, buchen aber auch regionale und internationale Künstler. Freu‘ mich schon, dort im April während meiner Asien-Tour zu spielen.

Bestes Restaurant:
Ich war schonmal im Mamanda, die servieren dort klassische malaysische Halal-Küche, aber im Stil von Fine Dining. Das Restaurant selbst befindet sich im einem denkmalgeschützten Gebäude das mal zum malaysischen Königshaus gehörte. Grandioses Essen, ihre Spezialität nennt sich Nasi Ambeng: eine traditionell javanesische Speise mit einer Auswahl an Fleisch- und Gemüsegerichten, serviert auf einer großen Platte, in der Mitte ein Berg aus Reis. Wenn ich nach Singapur reise gehe ich aber selten in Restaurants essen, sondern besuche eher die großen Garküchen im East Coast Food Village oder Newton Food Centre. Da gibt es unzählige kleine Läden die die unterschiedlichsten Gerichte aus China, Indien, dem Westen, Meeresfrüchte und so weiter anbieten. Essen und Getränke sind meist günstiger als in Restaurants und so eine breite Auswahl an sauberem und bezahlbarem Street Food gibt es nirgends in Europa.

Schönster Blick über die Stadt:
Der Blick auf die Skyline Singapurs ist am atemberaubendsten vom 57. Stock des Marina Bay Sands, gar keine Frage! Der Infinity Pool ist wohl der größte der Welt, da kann man herrlich loslassen und den besten Blick über die Stadt genießen – allerdings nur als Gast des Hotels. Hinter dem Marina Bay Sands liegen die Gardens by The Bay, ein Naturpark. Die beeindruckende Architektur des Flower Domes samt Lichtshow am Abend ist ein Muss, wenn man nach Singapur reist!

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Typische Angewohnheit der Bewohner von Singapur:
Die Klimaanlage läuft überall auf höchster Stufe und kältester Temperatur, in allen Gebäuden und im öffentlichen Nahverkehr – die Locals lieben das. Und die Sin­ga­pu­rer lieben auch Warteschlangen: Schlange stehen für das neueste iPhone, eine Ladenneueröffnung, Räumungsverkäufe … Sitzplätze werden gerne mal mit Taschentücherpackungen reserviert – das finde ich recht witzig.

Einen Ort, den man unbedingt besuchen sollte:
Auf der Arab Street finden sich viele kleine Boutiquen, restaurierte Häuser mit guten Bars, Restaurants und Tattoostuben, aber auch Street Art, die in Singapur eher eine Seltenheit ist. Anders als der Name suggeriert gibt es aber keinen nennenswerten arabischen Einfluss in der Gegend, von einigen türkischen oder libanesischen Restaurants abgesehen. Der Name rührt von den arabischen Kaufleuten, die hier früher ihren Geschäften nachgingen.

Bester Ort, um zu entspannen:
Pflanzen- und Naturliebhaber wie ich fühlen sich in Singapurs botanischem Garten wohl. Eine unglaubliche Oase inmitten dieses Molochs, da könnte ich den ganzen Tag verbringen. Einen Tag am Strand mit guter Musik und Essen verbringt man am Besten im Tanjong Beach Club und bleibt gleich den Rest des Abends dort.

Was mir besonders an Singapur gefällt:
Das Klima, das Essen und die unglaublich friedlichen, freundlichen Menschen. Es ist außerdem eine sehr moderne und futuristische Stadt mit effizienten und verlässlichen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Elektronische Musikszene:
Es gibt eine kleine, feine Musikszene für elektronische Musik, und die wächst langsam. Die Leute wissen eine gute Party zu schätzen und sind auch immer auf der Suche nach genau diesen – ganz unabhängig davon, ob es sich um lokale Independentkünstler oder internationale Acts handelt. Gute Techno- und House-Partys sind rar in einer Stadt, die ansonsten so sehr von EDM dominiert wird. Ein Freund brachte mich mal in einen guten Plattenladen – man findet ja gute Fundstücke überall in der Welt, aber was ich dort an Klassikern kaufen konnte, war schon außergewöhnlich. Den Namen des Ladens möchte ich aber gerne für mich behalten – haltet euch an die Locals und die besten Ecken finden euch.

Noch mehr Städtetrips:
Mit Prins Thomas in Oslo
Mit Daniel Bortz in Augsburg 
Mit Tomas Barfod in Kopenhagen
Mit Filburt in Leipzig 
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Foto ACR: Sven Marquardt
Foto Marina Bay Sands: Wikipedia/Someformofhuman