Im DJ-Zirkus unterwegs ist der Belgier Chris Laurens bereits seit Ende der 90er-Jahre. Internationale Anerkennung gewann er, als er aktiv Musik unter dem Alter Ego „Stereo Express“ veröffentlichte. Titel wie „Sweet Dreams“ oder „When I’m With You“ erreichten bis heute Millionen Klicks auf den üblichen Plattformen wie YouTube und Spotify. Nach zahlreichen Gigs auf dem gesamten Planeten veröffentlichte er im vergangenen Jahr sein Debüt-Album „Express Yourself“. In diesem Jahr ist Laurens mit neuer Live-Show am Start. Ein Interview über Höhen, Tiefen und mehr.

 

Stereo Express

 

Wie war das Jahr 2018 für dich, sowohl beruflich als auch privat?

Es war ein top Jahr für mich. Viel hat damit zu tun, dass ich mich seit 2017 komplett neu orientiert habe. Ich habe angefangen, mit einer Beraterin zu arbeiten. Dadurch konnte ich für mich meine Ziele neu ausrichten. Sie hat Struktur und Ruhe in mein Leben gebracht und ich habe meinen Fokus wiedergefunden. Hinzu kommt, dass sie meine persönliche Entscheidung zu 100 Prozent unterstützt hat, auf alles, was mich zerstört, zu verzichten. Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Meine Energie und meine Kreativität sind seitdem einfach explodiert. Ich fühle mich wieder topfit und habe einen viel besseren Überblick über alles, was um mich herum passiert. Über meine Projekte, meine Ziele, mein privates Umfeld, Leute, mit denen ich zusammenarbeite, etc.

Wie blickst du mit einigen Monaten Abstand auf dein Album aus dem letzten Jahr zurück?

Ich habe damit eine musikalische Identität wiedergefunden. Ich habe den Fokus erneut auf mich selbst und mein eigenes Label Love Matters gelegt, und das allein war schon ein großer persönlicher Erfolg und der Grundstein für alle erfolgreichen Releases, die anschließend kamen. Die Studio-Zeit für „Express Yourself“ war fantastisch. Ich verbrachte viele Stunden an meinen Geräten und es hat mir riesigen Spaß gemacht. So etwas wie meine persönliche Therapie. Zudem ist das Album sehr gut bei meinem Publikum angekommen und zeigte sich in vielen Beatport-Charts und Chart-Positionen. Blicke ich also heute darauf zurück, war „Express Yourself“ ein Meilenstein für meine Karriere und sogar in meinem Leben. Deshalb möchte ich mich sehr gerne bei meinem Team, meinen Fans und einigen Labels wie Stil Vor Talent, Kittball und 3000 Grad für den Support bedanken.

Du hattest auch abseits des Albums ein sehr erfolgreiches Jahr, so zum Beispiel bei Beatport. Wie war das für dich?

Ja, das stimmt. 2018 war musikalisch ein absolutes Top-Jahr – mit 21 releasten Tracks, von denen es elf hoch in die Beatport-Charts geschafft haben. Wahnsinn! Dazu habe ich mein Label Love Matters ebenfalls neu ausgerichtet und mich entschieden, auch dort meinen eigenen Weg zu gehen. Ähnlich wie ich hat das Label viele Veränderungen im letzten Jahr erlebt – und auch hier war seitdem jedes Release in den Charts vertreten. Damit war es auch für mein Label ein erfolgreiches Jahr.

Wie hat sich dein Sound deiner Meinung nach im Laufe der Zeit und auch durch das Album entwickelt?

Kräftige Elemente, die in meinem Sound immer zu hören waren, sind geblieben. Aber ich würde sagen, mein Sound ist wesentlich erwachsener geworden und die Einflüsse, die auf meiner Liebe zu orientalischen Rhythmen sowie Harmonien beruhen, sind in den Vordergrund getreten. Ich bin auf dem Level angekommen, an dem meine eigene Musik meinen persönlichen Vorstellungen komplett gerecht wird.

Für das neue Jahr hast du dir den Traum eines jeden Produzenten erfüllt – eine eigene Live-Show. Was können die Fans erwarten?

In der Tat, auch ich hatte das lange Zeit auf meiner Wunschliste. Ich bin natürlich sehr aufgeregt, endlich meine Live-Show präsentieren zu können. Seit einigen Jahren habe ich das Verlangen, mich auf der Bühne kreativer auszudrücken. Da ich in den letzten zwei Jahren ein schönes Repertoire an eigener Musik aufgebaut habe, war es der nächste passende Schritt, eine Live-Show zu entwickeln. Im Vergleich war das Entwickeln meiner Live-Show ein genauso großes Projekt wie das Erstellen meines Albums. Es wird auf 80 bis 90 Minuten eine melodische Geschichte erzählt, in der ich mein Repertoire lebendig und kreativ interpretiere. Und das bei jeder Show aufs Neue. Eine musikalische Geschichte, kreiert durch mich, meine Instrumente wie Synths, Controller und Drumpad und mein Publikum, die wunderbare Erinnerungen entstehen lassen wird.

Wenn wir schon über Hardware sprechen: Was sind deine favorisierten Tools in Sachen Soft- und Hardware?

Mein absolutes Lieblings-Soft-Synth ist DIVA von U-HE. Das verwende ich in fast jeder Produktion und ich setze es auch in meiner Live-Show ein. Aber eigentlich liebe ich jede Soft- bzw. Hardware, die einen schönen Sound produziert. Für meine Live-Show verwende ich zum Beispiel mittlerweile ziemlich viele Geräte von Novation. Im Vordergrund steht für mich immer der kreative Prozess, den man mit den Geräten umsetzen kann.

Was steht 2019 an?

Im Februar kommt mein erstes Solo-Release des Jahres raus. „Aquiver“ ist ein kräftiger Melodic-Techno-Track mit orientalischem Einfluss. Das Release erscheint am 6. Februar auf Love Matters. Im März wird es einen Afro-House-Remix geben, den ich für die zwei durchstartenden französischen Produzenten Paul Svenson & Alex Twin gemacht habe. Auch der wird auf Love Matters veröffentlicht. Momentan in Arbeit ist eine fantastische 4-Track-EP zusammen mit den sehr talentierten türkischen Zwillingen von Lunar Plane, die auf einem Label releast wird, auf das ich mich persönlich sehr freue. Ich bin sehr zufrieden damit, wie es momentan läuft. Mein Ziel ist es, diese Entwicklung aufrechtzuerhalten, musikalisch sowie persönlich. Es werden also weitere Releases folgen in diesem Jahr. Meine Live-Show wird wachsen und damit möchte ich um die Welt reisen.

Du hast eine neue Agentur am Start. Erzähl uns, wie es dazu gekommen ist.

Stimmt. Ende 2016 hab ich meine bestehenden Verträge bei der damaligen Agentur bzw. beim Management gekündigt, weil ich mich neu orientieren wollte. Anfang 2018 wurde mir eine Bookerin aus Spanien vorgestellt, die für Dskonnect arbeitet. Sie hat mich erst privat bei der Bearbeitung von meinen Bookings unterstützt. Dann kamen die Idee und die Anfrage, ob ich nicht Teil von Dskonnect werden möchte. Dskonnect arbeitet in speziellen Bereichen auch mit Künstlern wie zum Beispiel Maceo Plex, Andhim und Giorgia Angiuli. Ich bin sehr stolz, Teil ihres Rosters sein zu können. Die nächsten internationalen Shows sind in Abu Dhabi, Indien, Griechenland etc. Aber ich bin noch lange nicht auf meinem höchsten Level angekommen. Ich habe große Pläne und Ziele, die ich verwirklichen möchte. Das zeige ich dann aber lieber, als vorher darüber zu sprechen. So, keep an eye on me.

 

Aus dem FAZEmag 084/02.2019
Text: Triple P
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