albert hoffmann

Studie besagt – LSD soll gegen Angstzustände helfen

Schon lange werden Psychedelika nicht mehr nur als Partydrogen konsumiert. In der Psychotherapie könnten Psychedelika wie zum Beispiel LSD eine neue Karriere starten. Ergebnisse aus einer LSD-Studie legen nahe, dass LSD als Therapiemittel gegen krankhafte Angststörungen nützlich wäre.

Psychedelika haben einen vielfältigen Einfluss auf die Psyche und die Wahrnehmung. Schon kurz nach der Entdeckung von LSD vor ziemlich genau 74 Jahren durch den Wissenschaftler Albert Hoffmann stieß die psychoaktive Substanz auf großes Interesse bei Psychiatern in den 1940er Jahren. Durch Verbote seitens der Regierung, diese Substanz für medizinische Zwecke weiter zu nutzen, bekam LSD mehr und mehr ein Hippie- und Partyimage. Die für die Psychotherapie wirksamen Effekte von Psychedelika lassen die Substanzen heute wieder im neuen Licht erscheinen. LSD erlebt quasi eine Renaissance als Psycho-Arznei.
Heute weiß man, dass Halluzinogene an einen Rezeptor des Neurotransmitters Serotonin binden. Wie genau die Droge die Verarbeitung von Emotionen im Gehirn verändert, war bisher aber kaum erforscht.

20 Freiwilligen wurde unter einem streng wissenschaftlichen Aspekt LSD gegeben. Forscher untersuchten dabei eine „entängstigende“ Wirkung der psychoaktiven Substanz.
Das Team von Felix Müller und Claudia Lenz von der Universität Basel lud 20 gesunde Testpersonen zu einem wissenschaftlichem LSD-Experiment ein. Sie untersuchten die Wirkung von LSD auf das emotionale Erleben.
Unter strenger medizinischer Beobachtung wurde den Teilnehmern 100 Mikrogramm LSD verabreicht. Dann zeigte man ihnen Bilder von Gesichtern, die verschiedene Emotionen aufweisen, zum Beispiel Angst, Freude, Wut und so weiter. Mit Hilfe einer funktionellen Magnetresonanz-Tomografie (fMRT) wurden die Gehirnaktivitäten der Teilnehmer aufgezeichnet und ausgewertet. Zum Vergleich zeigte man die selben Bilder, ohne dass LSD mit im Spiel war.

Die Forscher fanden heraus, dass die Einnahme von LSD das Angstempfinden verringert. Wenn die Bilder mit der Emotion Angst gezeigt wurden, zeichnete das fMRT niedrigere Gehirnaktivitäten auf wenn die Teilnehmer unter LSD Einfluss standen als im nüchternen Zustand. Besonders die Gehirnregion Amygdala wurde von dem LSD in ihrer Aktivität gehemmt. Diesem Hirnareal schreiben Forscher eine zentrale Rolle bei der Verarbeitung von Emotionen zu.
Bei Bildern, die andere Emotionen zeigten, wies das fMRT keine verringerte Reaktion auf das Hirnareal Amygdala auf. Man kam zu dem Entschluss, dass sich LSD auf das Angstempfinden von Menschen auswirkt, während die Verarbeitung anderer Gefühle kaum beeinträchtigt wird.
„Diese ‚entängstigende‘ Wirkung könnte ein wichtiger Faktor für positive therapeutische Effekte darstellen“, sagt Müller.

Der Einsatz dieser Therapiemöglichkeit liegt jedoch (leider) noch in weiter Ferne. Bevor LSD zu medizinischen Zwecken (wieder) verwendet werden kann, bedarf es noch eine Menge wissenschaftlicher Studien und Belege. Die Forscher betonen, dass noch keine Daten über mögliche negative Effektive dieser Behandlung erhoben wurden. Weitere Forschungen und Studien sind nötig um das therapeutische Potential von LSD aufzuschlüsseln.

Quelle: Scienexx

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