FEZ außen 1 Kopie5

Bei euch piept’s wohl? Ja, klar!
SUPERBOOTH17 im FEZ Berlin

Für alle, die auf der diesjährigen SUPERBOOTH leider nicht dabei sein konnten, haben wir einige Hardware-Highlights herausgepickt. Nicht berücksichtigt sind die zahllosen Rackeinbaumodule bekannter und unbekannter Hersteller – sie auch nur ansatzweise zu erfassen, benötigte eine eigene FAZEmag-Ausgabe. Mit dem Umzug in das FEZ Berlin konnten die Veranstalter die Zahl der Aussteller und Besucher noch einmal deutlich steigern. Über 160 Firmen waren vertreten – 70 mehr als noch 2016. Neu waren beispielsweise die Workshops speziell für Schülerinnen und Schüler, bei denen unter anderem zusammen mit den Gebrüdern Teichmann eine Performance entwickelt und aufgeführt wurde. Erstmals wurde auf der SUPERBOOTH zudem ein passender Film vorgeführt: die bereits auf der Berlinale gefeierte Musikdokumentation „Denk ich an Deutschland in der Nacht“ von Romuald Karmakar. 2018 geht’s weiter – endlich gibt es wieder einen regelmäßigen Messetermin, auf den man sich richtig freuen kann. 

B wie Behringer D
Am zweiten Tag der SUPERBOOTH17 entblätterte Behringer „quick and dirty“ ein Vorabmodell des heiß erwarteten Ds. Nur bedingt testbereit hinterließ der Minimoog-Model-D-Clone nach dem ersten Höreindruck einen sehr anständigen Eindruck. Zwar ist das tastaturlose Desktop-Instrument aufgrund seiner ebenfalls möglichen Rackeinbaufähigkeit überaus klein geraten, sodass die Bedienung friemeliger ausfällt als beim Original. Dafür soll das gute Stück mit dem typischen 24-dB-Ladder-Filter, voll analogen LFO, fünf variablen OSC-Schwingungsformen inklusive PWM sowie Overdrive und Rauschgenerator auch nur rund 400 EUR kosten. Wer mag, kann sogar bis zu 16 der midifizierten Ds über eine spezielle Poly-Chain-Funktion verbinden, um mehrstimmig zu arbeiten. www.music-group.com

 

Eowave Quadrandit Swarm5
E wie Eowave Quadrantid Swarm
Gleich zum Einstieg ein hübsches Kuriosum aus der Manufaktur Eowave. Auf den Zungenbrecher „Quadrantid Swarm“ hört ein fast schon steampunkig aussehendes Kistchen, das einen Hybrid-Synthesizer birgt. Hybrid bedeutet in diesem Fall eine Kombination aus unter anderem einem digitalen Achtfach-Oszillator sowie analogem 12-dB-Dualfilter und analogem Amp. Hinzu kommen Nettigkeiten wie ein analoger Federhall, acht Touch-Keys mit OSC-Stimmreglern sowie mannigfaltige Patchoptionen für Attack/Decay, LFO usw. Das radarartige Weltall-Design und der Name kommen übrigens nicht von ungefähr: Die Quadrantiden sind ein in jedem Januar wiederkehrender Meteoritenschauer und zählen zu den vier aktivsten Sternschnuppenschwärmen überhaupt. Wieder was in der FAZE gelernt … und gleich wieder vergessen. www.eowave.com


Jomox5
J wie Jomox Alpha Base
Zweifellos ein Messehighlight war die Vorstellung der neuen Jomox Drumbox Alpha Base. Optisch und bedientechnisch lehnt sie sich unübersehbar an den modernen Klassiker Xbase 999 an, geht jedoch klanglich weit darüber hinaus. So lässt sich unter anderem die Bassdrum in zusätzlichen Parametern wie LFO, Pitch-Hüllkurve oder Gate-Time verändern. Gleiches gilt für die Snare, die nun ebenfalls mit zwei LFOs und Pitch-Envelopes bearbeitet werden kann. Wem darüber hinaus die zusätzlichen, mit einem analogen 12-dB-LP/HP/BP-Filter bearbeitbaren Sample-Klassiker wie Clap, Rim, Ride usw. nicht ausreichen, der kann die Alpha Base über eine SD-Card mit eigenen Klanghappen bestücken und weitreichend bearbeiten. Weitere Ergänzungen sind ein FM-Synthesizer sowie eine Effektabteilung mit Reverb und Delay. Die Alpha Base ist sozusagen die Quintessenz des bisherigen Schaffens von Jomox-Mastermind Jürgen Michaelis. www.jomox.de

M wie MFB Dominion Club
Auch von Manfred Fricke erwartet uns etwas Neues: der Dominion Club. Damit lässt der Berliner Tüftler seinen erfolgreichen Dominion 1 im Kleinformat wieder aufleben. In der Größe einer Tanzmaus erhält man ein einstimmiges, mutig mintfarbenes Instrument mit zwei analogen und einem digitalen OSC, zwei Suboszillatoren, einem 24-dB-Multimode-Filter, drei LFOs und zwei ADSR-Hüllkurven. Interessant sind die Morph-Optionen für die Oszillatoren und das Filter. Der Sequenzer und Arpeggiator entspricht dem des Dominion 1, wobei die Reglerbewegungen in Echtzeit aufgenommen werden können. Für Klangkreationen stehen 100 Speicherplätze zur Verfügung, der Datenaustausch mit einem Computer oder mit anderer Hardware erfolgt entweder über USB oder klassische Midi-In/Out/Thru-Ports. Darüber hinaus ist eine im Vergleich zum klassischen Midi zwölffach schnellere M-Bus-Schnittstelle vorhanden. www.mfberlin.de

M wie Modor NF-1m
Die Belgier von Modor rückten mit einer geschrumpften Mobilversion ihres NF-1 an. Gerade mal 10 Potis und 8 Buttons sind geblieben, um dem Digitalsynth seinen faszinierend herben und eigenständigen Sound zu entlocken. Verzichten braucht man im Hinblick auf die Gestaltungsmöglichkeiten jedoch auf nichts: Dem Modor NF-1m liegt die identische Klangerzeugung seines großen Bruders zugrunde. Alle Parameter lassen sich ohne große Umwege über die Menübuttons erreichen und verändern, für Echtzeitkurbeleien lassen sich zwei DEF-Drehregler frei belegen. Verbesserte DA-Wandler sowie einen USB-Port besitzt der NF-1m ebenfalls. www.modormusic.com

Novation Peak5
N wie Novation Peak und Novation Circuit Mono Station

Mit gleich zwei brandneuen Top-Produkten versetzten die Briten von Novation das Berliner Publikum in Verzückung, insbesondere mit dem Desktop-Synthesizer Peak. Ausgehend von der legendären Bassstation II generiert der achtfach polyphone Hybrid-Klangerzeuger seinen Sound unter anderem aus sogenannten New-Oxford-Oszillatoren. Pro Stimme wurden dem Peak gleich drei dieser innovativen OSCs (also insgesamt 24) spendiert. Jeder Oszillator kann die Wellenform klassisch analog oder auf Basis von 17 digitalen Wavetables erzeugen. Weiterhin vorhanden sind unter anderem ein Multimode-Filter mit Pre- und Post-Verzerrer, drei ADSR-Hüllkurven und zwei LFOs pro Stimme, studioqualitative Reverb-, Delay- und Choruseffekte, ein Arpeggiator sowie eine umfassende Modulationsmatrix. Killer!
Komplett anders, jedoch ebenso reizvoll war das Konzept der Circuit Mono Station. Dabei wurde die Klangerzeugung der Bassstation II dem Bedienprinzip der Groovebox Circuit (und somit des Launchpads) unterworfen. Die Bassklänge und Pattern lassen sich folglich intuitiv über die anschlagdynamische 4-x-8-Pad-Matrix einspielen, abrufen sowie in zahllosen Parametern verändern und live aufzeichnen. Neben einem 12/24-dB-LP/HP/BP-Filter und gleich drei Verzerrer-Stufen besitzt die Monostation zwei Oszillatoren, die – als besonderen Clou – über separate Sequenzer-Spuren verfügen. In einem dritten Sequenzer lässt sich schließlich noch der Modulationsverlauf einspielen. So etwas nennt man Kreativ-Tool!

S wie Sherman Filterbank 2 Compact
Hurra! Endlich eine neue Filterbank aus der belgischen Kultschmiede Sherman. Speziell in den Neunziger- und Nullerjahren gab es ja kaum einen Electronic-Act, der seinen Sound nicht mit dem steingrauen Gerät brutalisierte. Die neue Version ist, wie der Name schon verrät, aber lediglich eine kompakte Variante des 2er-Originals. Dabei wurden alle rückseitigen Anschlüsse auf die Oberseite verlegt, sodass das Gerät brettflach konstruiert werden konnte. Das voll analoge Gerät bietet unverändert zwei parallel oder seriell schaltbare 12-dB-LP/BP/HP-Filter mit Resonanz und ermöglicht sowohl positive als auch negative Cutoff-Modulationen über die ADSR-Hüllkurve. Das zweite, mit dem ersten synchronisierbare Filter verfügt zudem über einen Oktavschalter, um gestimmte Obertöne hinzuzufügen. Die ADSR-Hüllkurve kann durch das verarbeitete Audiosignal, ein anderes Audiosignal oder durch ein Gate getriggert werden. Weitere Spezialitäten sind ein VCA mit Overdrive, ein Rauschgenerator, ein Ringmod-Eingang, eine Boost-Schaltung sowie eine Feedbackschleife. Auch 2017 gilt: Sherman muss man gehört und genutzt haben. www.sherman.be

 

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