Reboot. Kaum ein anderes Wort könnte dieses Album und seine Geschichte treffender beschreiben. Als sich im April 2012 das Duo Superstrobe getrennt hat, stand Manuel Winkler vor der wohl bislang schwierigsten Entscheidung seiner Karriere: Das Projekt begraben und noch einmal ganz von vorne anfangen, oder die Situation als Chance verstehen und Superstrobe neu erfinden? Nach reiflicher Überlegung und Wochen des Bangens in der Fangemeinde, war die Entscheidung endlich gefallen: „All systems down and Reboot!“

Seit April 2012 führst Du Superstrobe als Solokünstler fort. Welche musikalischen Veränderungen ergaben sich für Dich durch den Ausstieg deines ehemaligen Weggefährten?
Wir haben uns musikalisch in verschiedene Richtungen entwickelt was auch der Grund der Auflösung des Duos war. Wo früher Kompromisse waren sind heute 100% von mir. Da sind die Ergebnisse andere als wenn sie gegenseitig abgesegnet werden müssen. Es ist nun für beide Seiten ein freieres Produzieren.

Das Album „Reboot“ als auch die dazugehörige Single kamen auf Dr. Mottes Label PRAXXIZ Records raus. Wie kam es zu dem Kontakt und Zusammenarbeit?
PRAXXIZ war an dem Projekt Superstrobe für die hauseigene Bookingagentur PRAXXIZ Booking interessiert. Zeitgleich kam es auch zur Auflösung des Duos. Dr. Motte war dennoch an einem Superstrobe-Album interessiert, was wiederum mit meinem Vorhaben ein Album zu produzieren passte. Es lag auf der Hand mein Solodebüt bei PRAXXIZ Records zu veröffentlichen. Besser kann man ein Projekt nicht „rebooten“.

Nachdem bereits die Single Strip Down in die Vinyl Charts schoss, gab es auch auf das Album breites Feedback. Nicht zu letzt aus Japan. Gab es hier im Vorfeld schon Kontakte ins Land der aufgehenden Sonne?
Nein, es war auch für mich überraschend und neu. Es freut mich sehr, wenn ich Menschen mit meiner Musik international bewege. Damit habe ich ein weiteres Ziel für den Neustart des Projekts erreicht.

Der Sound des Albums ist durchweg von technoiden Einflüssen bestimmt. Ein Sound, der dich auch selbst fasziniert?
Ja, ich produziere nur das, was mich selbst auch bewegt. Ich habe versucht das Album genreübergreifend zu produzieren, wobei sich eine treibende technoide Basis wie ein roter Faden durch das Album zieht.

Du bist bekannt für Deine Laserhandschuhe, was hat es damit auf sich?
Ein Musiker & DJ ist ein Entertainer. Ich möchte mein Publikum nicht nur auf akustische Weise unterhalten, sondern so viele Sinne wie möglich ansprechen. Dazu zählt eben auch das visuelle Entertainment. Das wird oft sehr vernachlässigt.

Inwiefern nimmst du Einflüsse aus deinen Live-Gigs mit in die Studioarbeit und umgekehrt?
Bei Auftritten habe ich immer wieder die Möglichkeit zu testen. Es macht einen riesen Unterschied ob ich gemütlich in meinen vier Wänden produziere und dort die Tracks höre oder ob ich auf einer Party die Energie der Leute und die gesamte Atmosphäre einfangen kann. Es ist eine direkte Resonanz und diese versuche ich zu aufzusaugen. Entweder es sitzt alles oder ich merke das hier und da noch was geht und rauszuholen ist.

Derweil arbeitest du an einigen Remix-Projekten. Kannst Du uns schon was verraten?
Im Moment stehen die eigenen Produktionen im Vordergrund, daher remixe ich zur Zeit etwas weniger. Es wird auf jeden Fall demnächst ein Remix für Dr. Mottes „Patrik“ geben.

Besondere Pläne für 2013?
Neben neuen Produktionen für ein weiteres Album und Kooperationen mit anderen Künstlern ist eine Reboot-Albumtour in Planung. Es laufen Vorbereitungen für Indien, Brasilien, Spanien … Verfügbare Termine für die Albumtour können jederzeit bei PRAXXIZ Booking erfragt werden.
Des Weiteren wird es aus dem Album noch einige Single Releases mit großartigen Remixern geben. Der eine oder andere Edit von mir wird sicher auch dabei sein

www.superstrobe.de