Underground-Künstler die früher kommerziellen Dance produziert haben

Underground-Künstler die früher kommerziellen Dance produziert haben

Früher war alles besser? Nein! Aber fangen wir vorne an. Im Zug der unsäglichen Diskussion, die einige DJ-Kollegen angezettelt haben, wollten wir einmal mit ein wenig Nachhilfeunterricht um die Ecke sliden. Es gibt aktuell den Vorwurf an DJs, die ältere Klassiker in ihre Sets einstreuen, dies wäre uncool und nur dem vordergründigen Ansatz geschuldet, die Leute zum Tanzen zu animieren. Wie grotesk. Ein DJ wird dafür kritisiert, dass der die Gäste zum Tanzen bringt. Das geht gar nicht. Aber im Ernst. Wir finden, es ist das Salz in der Suppe, wenn coole DJs zwischendurch Klassiker einstreuen oder oder sogar Trash in ihr Set integrieren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass DJ Hell im Cookies in Berlin an einem Abend Sabrina mit „Boys“ und Bros mit „When Will I Be Famous“ gespielt hat. Fanden alle gut. Oder auch die Abende / Nächte im altehrwürdigen Ratinger Hof, wenn nach fünf Stunden Baller-Techno AC/DC mit „Thunderstruck“ ertönte. Aber kehren wir zur Aktualität zurück. Eine Nina Kraviz wird dafür kritisiert, dass sie „Age Of Love“ spielt – wtf. Interessant fanden wir es in diesem Zusammenhang zu zeigen, was ‚coole Acts‘ früher für ‚uncoole Musik‘ produziert haben. Achtung – auch das liegt natürlich im Auge und Ohr des Betrachters.

 

 

Sven Väth – Off
Natürlich muss der Babba diese Rangliste anführen. Kann man sein Projekt 16 Bit noch als wegweisend und cool einordnen, war Off Ende der 1980er Jahre mit den Hits „Electrica Salsa“, „Time Operator“ und „La Casa Latina“ ein kommerzielles Fun-Dance-Projekt mit dem Hang zum Trash. „Baba Baba…“

Marc Romboy – Marc Et Claude
Marc Romboy werden die meisten unter euch als Chef von Systematic und als coolen DJ kennen. Nur die älteren Semester erinnern sich noch an sein Projekt zusammen mit Klaus Derichs Marc Et Claude, das mit der Version des Korgis-Klassikers“ Everybody’s Got to Learn Sometimes“ – bei ihnen hieß es – „I Need Your Lovin’ (Like the Sunshine)“ – einen großen Trance-Hit erschuf und im Jahr 2000 Platz 12 der englischen Singlecharts erreichte .

Stephan Bodzin und Oliver Huntemann – KayCee
Interessant. Auch die Bremer Schule war nicht immer cool. Was Stephan Bodzin und Oliver Huntemann 1999 produzierten, ist im besten Falle als kommerzieller Trance oder auch je nach Gusto als Trash zu bezeichnen.

 

Kölsch – Rune RK 
Lange bevor es die Jahres-Album-Trilogie gab, war der Däne Rune Reilley Kölsch – damals noch als Rune RK – schon auf Ibiza erfolgreich. Sein „Calabria“ – unzählige Male geremixt – läuft auch heute noch gerne bei Schützenvereinen.

Len Faki – Junkheadz
OK, ob das jetzt wirklich kommerziell gewesen ist, lassen wir mal offen. Aber das Mr. Figure eine House-Nummer mit „D.I.S.C.O.-Vocal-Sample“ produziert hat, wissen sicherlich nur die wenigsten. Oder?

Außer Konkurrenz

David Guetta – David Guetta
Jemand, der das Ganze andersherum gemacht hat, ist der Franzose David Guetta. Ende der 1990er und Anfang der Nuller Jahre hat der EDM-Protagonist Nummer #1 einige veritable Club-Hits abgeliefert, die auch heute noch ab und zu von coolen DJs gespielt werden.