Seit ihrem Wechsel zum Kölner Label Kompakt hat sich bei den Dänen von WhoMadeWho einiges getan. Ihr eben dort im April 2011 erschienenes erstes Album „Knee Deep“, das vierte der Band insgesamt, verstand sich mit seinen acht Tracks als Vorbote auf das nun folgende „Brighter“. „Wir sehen die beiden Alben als zwei getrennte, weil sehr unterschiedliche Werke an, und Teil 1 bedeutet eine Art Neuanfang“, erklärte Tomas Badford seinerzeit. „Knee Deep“ sei aus dem Drang zum Herumexperimentieren entstanden und habe die Tracks des neuen Albums maßgeblich beeinflusst, hieß es weiter. Wir haben nun zum Release von „Brighter“ noch einmal nachgehakt.

„All unsere Material ist irgendwie ein kleines Experiment. Und tatsächlich sind die Songs beider Alben in der selben Periode entstanden. Das gesamte Konzept bestand daraus, für ‚Kneep Deep‘ genau das zu tun, wonach wir uns fühlten und für ‚Brighter‘ die Regeln des Radios etc. zu beachten. Am Ende sind wir mit dem Ergebnis rundum zufrieden“, erklärt uns Jeppe Kjiellberg jetzt – auch im Namen von Tomas Høffdings und Tomas Barfod – rund ein Dreivierteljahr später. Erste Singleauskopplung ist „Inside World“, zudem bereits seit einiger Zeit ein recht surrealer Videoclip kursiert. Hier ziehen Menschen ihre Klamotten aus, tanzen in Unterwäsche vor Autos herum, während ältere Leute geifernd das Publikum mimen. „Wir wollten ein Video mit Girl-Appeal machen. Ich denke, dass Regisseur Lasse Martinussen das gut hinbekommen hat – als ein Kommentar auf die endlose Summe an Reality-Shows.“ Schon mit „Knee Deep“ haben sich die drei Dänen im vergangenen Jahr auf Tour begeben, und da sie nun mal eine der besten und engagiertesten Live-Bands sind, die das Genre zu bieten hat, lassen sie sich die Chance auf eine weitere musikalische Reise nicht nehmen. „Wir haben lediglich für zwei Monate pausiert. Nach einer solchen Pause kehrt das Verlangen, auf Tour zu gehen, ganz massiv zurück. Das Touren unterstützt das Produzieren wie das Ying das Yang.“ Und doch hat man sich für die neuen Gigs etwas Besonderes einfallen lassen. „Diesen Sommer haben wir eine gigantische, dreidimensionale romanische Statue gebaut. Sie wird uns bei den größeren Konzerten im Frühjahr begleiten – gemeinsam mit einer sehr kreativen Lichtshow.“ Zwei Alben in knapp zwölf Monaten, das bedeutet aber auch abseits des Tourens eine Menge Promotionstress. Diesen hätte man durch das Release einer Doppel-CD halbieren können. Schon 2011 meinte Tomas allerdings: „Wir mögen kurze, intensive Alben lieber als überlange Doppel-CDs.“ Und auch heute erklärt uns Jeppe: „Es war für uns sehr wichtig, zwei getrennte Alben zu releasen. Wir mussten dieses Statement machen. Um uns musikalisch weiter zu entwickeln und um Langeweile zu vermeiden. Wenn du ständig mit dem selben Material tourst, wirkt alles irgendwann wie eine Schleife. Und die Fotosessions und Interviews zu einem Release machen uns wirklich Spaß. Kein Problem für die Band also. Mehr harte Arbeit für das Label, aber Kompakt geht mit der Zwei-Alben-Version wirklich gut um.“ Der Schritt, hierfür zu den Kölnern zu wechseln, klingt also weiter nach einer guten Entscheidung. „Wir haben zehn Jahre aus der Ferne zu Kompakt rüber geschielt. Die Chance zu bekommen, mit ihnen zu arbeiten, war eine wirklich große Sache für uns. Der Enthusiasmus geht hier von beiden Seiten aus. Wir sind sehr glücklich mit der Zusammenarbeit.“ Nach einer kleinen Ruhepause geht es für die Band ab Februar also wieder auf die Bühnen, und das führt sie März für acht Termine nach Deutschland. „In Studio gehen wir aktuell aber erst mal nicht. Konzerte zu spielen und die Welt zu bereisen ist das, was ansteht. Aber bei Soundchecks oder in Hotelzimmern werden definitiv auch neue Grooves und Songs entstehen.“

Mehr Live-Bilder findet ihr HIER (Jägermeister Wirtshaus-Tour)
Wer die Ende März stattgefundene Tour verpasst hat, kann einen Besuch in der Festival-Saison nachholen. Die drei Jungs werden u.a. am 30. Juni auf dem Open Source Festival in Düsseldorf und am 7./8. September auf dem Berlin Festival spielen.