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Wir lechzen nach Straßenparaden. Diejenigen, die das Glück hatten, die Loveparade in Berlin zu erleben, um so mehr. Jetzt gibt es eine mehr oder weniger neue Parade, die unsere und eure Aufmerksamkeit verdient.
Die Tolerade fand am 20. Mai 2017 zum dritten Mal in Dresden statt. Es scheint fast wie ein Gegenstück zum Zug der Liebe in Berlin. Wenn auch etwas kleiner. Hat die Tolerade vielleicht das Zeug zur neuen Loveparade? Um die 6.000 Tanzwütige versammelten sich auf den Straßen Dresdens und demonstrierten für ein friedliches Zusammenleben der Menschen. Anschließend gab es auch eine Spendenparty, bei der 5.000 EUR gesammelt wurden und nun für einen guten Zweck gespendet werden.

Hier ist die komplette Pressemitteilung der Tolerade 2017:

Mit brausenden und lauten Tönen bewegte sich die Tolerade am 20. Mai 2017 durch die Stadt. Etwa 6000 Menschen schlossen sich der mittlerweile dritten Tanzparade an, deren Kofferwort als Titel sowohl die Wörter „Toleranz“ und „Parade“ vereint. Durch gemeinsames Tanzen auf den Straßen Dresdens wurde für ein besseres und friedliches Zusammenleben der Menschen demonstriert. Das aus etwa 200 ehrenamtlich Engagierten bestehende Bündnis rund um den Tolerave e.V. wurde dabei auch tatkräftig von Geflüchteten unterstützt.

Mit einer abschließenden Spendenparty im Club Sektor Evolution wurden durch etwa 1400 Besucher insgesamt 5000 Euro gesammelt. Diese Summe wird zu gleichen Teilen an zwei Initiativen aus Dresden gespendet. Einerseits Arche Nova e.V., ein Entwicklungshilfeprojekt, das den Aufbau von Infrastrukturen wie Wasser und Bildungsversorgung in Entwicklungsländern unterstützt. Andererseits Mission Lifeline e.V., welche mit einem Schiff im Mittelmeer Seenotrettung für Geflüchtete betreiben und so aktiv Menschenleben retten. Sascha Möckel, Vorstand des Tolerave e.V. meint: „Wir sind froh, dass uns auch dieses Jahr wieder so viele Menschen dabei geholfen haben Geld für einen guten Zweck zu sammeln. So können wir aktiv ein gutes Zeichen in der Stadt setzen.“

Zusätzlich zur Arbeit für ein besseres Miteinander weitet der Verein sein Themenspektrum auch auf andere Bereiche aus. Erzwungene Clubschließungen, wie im aktuellen Fall das Sabotage, und eine unverständliche Stadtpolitik gegen Subkulturen, setzen die Clubszene Dresdens immer mehr unter Druck. „Jährlich besuchen in Dresden mehr Menschen Clubs als Theater. Eine Anerkennung dessen findet trotzdem nicht statt. Wir müssen dringend mit der Stadtpolitik zusammen neue Konzepte und Lösungen erarbeiten.“ Nach dem Vorbild der Berliner Clubkommission wird sich auch der Tolerave e.V. in Zukunft mit Verantwortlichen in der Stadt auseinandersetzen, um eine gute Lösung für alle zu finden. In Form von Podiumsdiskussionen sollen unter anderem Themen wie Lärmschutzregelungen, Sperrstundenverordnungen und Plätze für Free-Partys erörtert werden.

Freudige Tanz-Events zum Sammeln von Spenden werden aber auch weiterhin kontinuierlich vom Verein veranstaltet. Die nächste Party findet am 29. September im Objekt Klein A statt. Dort soll es durch Performances und musikalischen Beiträgen ein künstlerischer Austausch zwischen eingesessenen Dresdener Clubcrews und Hinzugezogenen geben. Einen Termin für die Tolerade 2018 gibt es auch schon: sie soll am 19. Mai nächsten Jahres stattfinden.

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